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DTM: Assen

"Eine halbe Runde später hätte ich kämpfen können"

Nico Müller spricht über das spanende Duell gegen Marco Wittmann im Regenkrimi von Assen - Wittmann gibt den Titelkampf noch nicht auf...

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Nach der Enttäuschung bei seinem Heimrennen auf dem Norisring meldete sich Marco Wittmann bei der DTM-Premiere in Assen zurück. Der BMW-Pilot eroberte am Samstag zunächst die Pole-Position und konnte sich dann im ersten Rennen gegen die beiden Audi-Fahrer Nico Müller und Rene Rast durchsetzen und seinen dritten Saisonsieg feiern. "Jetzt mit Pole und Sieg zurückzukommen und die volle Punktezahl am Samstag zu holen, ist natürlich genial", lacht Wittmann und betont: "Es war nicht so einfach, wie es aussah."

In der Schlussphase war vor allem Müller der Gegner um den Sieg, denn der Schweizer hatte auf eine andere Strategie gesetzt und war erst sechs Runden vor Rennende zu seinem Pflichtboxenstopp gekommen. Diese Strategie spülte Müller an die Spitze des Feldes, aber er musste auf regennasser Strecke erst seine Reifen auf Temperatur bringen, während Wittmann und dahinter Rast mit heißen Pneus angeschossen kamen.

"Wir hatten gehofft, dass das Aufwärmen einfacher ist, wenn die Strecke trockener ist", nennt Müller den Gedanken hinter seiner Strategie mit dem späten Boxenstopp. "Das war aber nicht so gut wie erhofft. Der erste Satz hat auch kurz vor dem Stopp noch gut funktioniert. Wir müssen uns anschauen, ob wir etwas besser hätten machen können." Der Strategiepoker war riskant, denn bei Regen kann es jederzeit eine Safety-Car-Phase geben.

"Wir haben uns entschlossen, das Risiko einzugehen", sagt Müller. "Am Ende hätten wir sogar später stoppen können, aber es ist wie es ist. Marco fuhr ein perfektes Rennen, er hat von der Pole keine Fehler gemacht und immer seine Führung verteidigt." Fast wäre seine Aufholjagd aufgegangen, denn von Platz sechs ging es für Müller immer weiter nach vor. Nach seinem Boxenstopp hatte er einige Meter Vorsprung auf das Duo Wittmann/Rast.

"Mir war klar, dass er irgendwann an meiner Stoßstange hängen wird", sagt der Schweizer über die spannende Schlussphase. Er glaubt, dass es enger war als es den Anschein gemacht hat: "Ich habe gehofft, dass es eine halbe Runde später passieren würde, denn dann hätte ich kämpfen können. Am Ende der Outlap hatte ich aber noch keinen Grip. Er hatte es daher ziemlich leicht und hat ein sauberes Manöver gemacht."

"Man will natürlich immer gewinnen, wenn man mit einem Vorsprung von drei, vier Sekunden aus der Box kommt. Ich war ein bisschen überrascht, wie viel Zeit es mich gekostet hat, diese kalten, neuen Regenreifen auf Temperatur zu bringen. Ich hatte wirklich Schwierigkeiten. Und am Ende von Kurve 10 habe ich die Power nicht auf den Asphalt gebracht und Marco ist in Kurve 11 an mir vorbeigefahren. Das war absolut fair."

Marco Wittmann gibt Titelkampf nicht auf

"Mir war klar", sagt Wittmann über die entscheidende Rennphase, "dass er auf kalten Reifen ist, aber die Lücke war bereits ziemlich groß. Und wir wissen, wie schwierig es ist, neue kalte Regenreifen auf Temperatur zu bringen. Der Abstand war in Sektor 1 ziemlich groß. Ich war überrascht, dass ich am Ende der Runde aufgeschlossen habe - und dann sah ich eine Chance und musste das Manöver probieren."

"Ich habe versucht, so rasch wie möglich eine Lücke herauszufahren, denn mir war klar, dass er auf frischeren Reifen ist und am Ende des Rennens zurückschlagen könnte. Die Strategien waren unterschiedlich, und beide haben funktioniert. Er hat ein bisschen mehr Zeit gewonnen als Rene und ich, was die reine Zeit angeht, aber ich bin froh, dass ich ganz oben stehe." Nachdem Wittmann an Müller vorbei war, hatte er freie Bahn, denn dahinter musste sich Müller noch gegen Rast verteidigen.

Mit seinem dritten Sieg meldete sich Wittmann auch wieder im Meisterschaftskampf zurück. Nach dem Samstagsrennen ist der zweimalige DTM-Champion Vierter. Sein Rückstand auf Rast beträgt 45 Punkte. "Dieser Sieg war für mich persönlich sehr wichtig, vor allem nach meinem schwierigen Heim-Wochenende am Norisring, bei dem ich viel Pech hatte. Ich habe dort fast keine Punkte geholt, und jetzt mit Pole und Sieg die volle Punktezahl zu holen, ist immer großartig."

Und wie bewertet der 29-Jährige seine Meisterschaftschancen? "Ich habe nie aufgegeben! Klar, der Norisring war ein Dämpfer. Der Punkterückstand zu Rene ist aktuell nach wie vor groß. Aber wenn ich meine Saison bisher ansehe, war auch viel Pech dabei in den Rennen. Wo es technische Probleme gab, ich umgedreht wurde oder das Safety-Car Einfluss hatte. Wir haben viele Punkte verloren, aber wenn ich meine Pace im Qualifying und im Rennen betrachte, sollte man mich nach dem dritten Saisonsieg auf der Rechnung haben. Wir sind erst bei Halbzeit. Die Saison ist noch lang und es kann noch so viel passieren. Da ist noch alles offen."

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