MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Tragödie für iSport - Di Grassi führt in der Meisterschaft

Zuber rodelt in Führung liegend ins Kiesbett, Glock verliert wegen Boxenstrategie die Meisterschaftsführung an Sieger Di Grassi. Soucek abgeschossen.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: GP2 Media Service

Das iSport International-Team erlebte bei Gluthitze zunächst die Höhen, später nur noch die Tiefen des Motorsportlebens. Zunächst war da die Freude über die Führung von Andreas Zuber, der von der dritten Startposition aus die Spitze übernehmen konnte. Doch was dann kam, war alles andere als erfreulich...

Weil sich Super Nova-Pilot Mike Conway, der neben Christian Klien für das Honda F1 Racing-Team testet, drehte und zudem in den DPR-Boliden des Austrospaniers Andy Soucek segelte und auch noch Red Bull-Junior Adrian Zaugg ins Aus beförderte, wurde das Rennen mit dem Safety Car neutralisiert.

Wie das in der GP2 üblich ist, nützten die Piloten den Moment, um ihren Pflichtboxenstopp zu absolvieren. Freilich nicht alle - der Meisterschaftsführende Timo Glock musste draußen bleiben, denn im iSport-Team darf derjenige zuerst seinen Stopp erledigen, der im Rennen vorne liegt - und das war der führende Andi Zuber.

Der Steirer reihte sich nach seinem Boxenstopp hinter Glock, Negrao, Rodriguez und Risatti als Fünfter wieder ein - alle Piloten vor ihm mussten jedoch noch ihren Pflichtstopp absolvieren. Dennoch griff Zuber sofort Risatti an, konnte ihn auch überholen. Als er dann Rodriguez schnappen wollte, rodelte er durch das Kiesbett, wo er vor den Reifenstapeln Halt machte und zornig gestikulierend aus dem gestrandeten Fahrzeug stieg. Schade um diesen möglichen Sieg...

Für das iSport-Team kam es noch schlimmer: Den Sieg, seinen ersten in der GP2 überhaupt, eroberte nämlich jener Lucas di Grassi, der in der Meisterschaft nur noch einen Punkt hinter Glock lag und somit als neuer Meisterschaftsführender vier Zähler vor Glock liegt, der hinter Di Grassi, Pantano und Carroll nur Rang vier belegen konnte. Der Deutsche erklärte nach dem Rennen, er könne nicht verstehen, warum man angesichts seines Kampfes um die Meisterschaft Zuber den Vortritt ließ.

iSport muss sich also nicht nur mit dem Verlust eines möglichen Sieges und dem Verlust der Meisterschaftsführung abfinden, sondern auch einen unzufriedenen, enttäuschten Piloten wieder aufbauen. Hinzu kommt, dass noch nicht geklärt ist, ob Glock überhaupt am Meisterschaftsfinale in Valencia teilnehmen kann - denn dieses findet zeitgleich mit einem Überseerennen der Formel 1, dem Grand Prix von Japan in Fuji, statt - und dort müsste Glock als offizieller Ersatzpilot von BMW Sauber eigentlich antreten.

Dabei führte Glock bereits derart überlegen die Meisterschaft an, dass er sich locker vor dem Finale zum Meister hätte küren können. Nur: "Hätte" gibt es im Motorsport nicht.

Ergebnis

1. Di Grassi          ART               57:11.277
2. Pantano            Campos            +   1.371 
3. Carroll            DAMS              +   5.830
4. Glock              iSport            +   6.163
5. Garcia             Campos            +  10.183
6. Nakajima           FMS               +  10.774
7. Negrao             Minardi Piquet    +  14.695
8. Chandhok           Durango           +  19.756
u. a. out:
   Soucek             DPR
   Zuber              iSport   

News aus anderen Motorline-Channels:

GP2: Türkei

Weitere Artikel:

Motorenstreit in der Formel 1

Vorwürfe gegen Mercedes: Toto Wolff reagiert

Toto Wolff stellt klar, dass der Mercedes-Motor absolut legal sei - Die Konkurrenz wolle mit gegenteiligen Behauptungen womöglich von eigenen Fehlern ablenken

MotoGP 2026: KTM & Tech3

KTM und Tech3 enthüllen die RC1

Mit vier Fahrern, zwei Teams und der weiterentwickelten RC16 will KTM 2026 den nächsten Schritt machen - Nicht nur bei den Fahrern bleibt man sich treu

F1 Barcelona "Shakedown": Tag 2

Red Bull mit dem ersten Unfall 2026

Bestzeit für Max Verstappen, Unfall von Isack Hadjar: Im Privatduell mit Ferrari schreibt Red Bull am Dienstag die Schlagzeilen - alle anderen Teams haben verzichtet

Nikolas Tombazis ist überzeugt, dass die neuen Formel-1-Systeme ab 2026 so gestaltet sind, dass sie sowohl an die Autos als auch an die Strecken angepasst werden können

Quartararo verlässt Yamaha

Quartararo wechselt 2027 zu Honda

Der MotoGP-Transfermarkt für 2027/28 nimmt Fahrt auf - Honda sichert sich die Dienste von Fabio Quartararo für die kommenden zwei Jahre