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Groß geworden

Der Skoda Kodiaq ist ein ganz schön ausgewachsenes SUV, das sich "kompakt" nennt. Definitiv ist er modern, praktisch und preislich attraktiv.

Georg Koman

Skoda spielt mit dem neuen Kodiaq ab März 2017 ein Ass in der Klasse der Kompakt-SUV aus. Wobei "kompakt" bei 4,70 Metern Länge, 1,88 Metern Breite und 1,68 Metern Höhe fast scherzhaft rüberkommt.

Ist aber durchaus ernst gemeint, denn technisch baut der Kodiaq auf der gleichen Quermotor-Plattform auf wie die deutlich kürzeren Brüder Seat Ateca und VW Tiguan.

Da auch Fahrwerk und Motoren konzern-bekannt sind, hält sich die Überraschung über die hohen inneren Qualitäten des Kodiaq in Grenzen. Denoch erfreulich, wie fesch er geworden ist.

Natürlich nicht marktschreierisch, das war noch nie Skodas Sache, aber gerade in seiner Sachlichkeit zeitlos elegant. Details wie die von der böhmischen Kristallkunst inspirierten und raffiniert gestalteten LED-Leuchten vorne wie hinten, der dreidimensional gestaltete Kühlergrill und Chromelemente verleihen ihm eine edle Note.

Und dieser Eindruck setzt sich im Innenraum fort: Fahrer und Beifahrer nehmen in beheiz- und belüftbaren Ledersesseln Platz, die wie angegossen passen und genügend Seitenhalt bieten. Das aus einem Teil bestehende Armaturenbrett ist ebenso wie die meisten Flächen im vorderen Teil des Wagens mit einer hochwertigen Soft-Touch-Oberfläche versehen.

Das Raumgefühl im Kodiaq ist grandios - vorne und auch im Fond, wo Mitfahrer sogar die Beine übereinanderschlagen können. Der Innenraum ist außerdem sehr variabel. Die im Verhältnis von 2:1 umklappbare zweite Sitzreihe lässt sich serienmäßig um 18 Längen-Zentimeter verschieben. Dadurch herrscht dort stets Platzangebot nach Bedarf und der Einstieg in die optionale dritte Sitzreihe geht ohne große Verrenkungen vonstatten - bei letzterer lässt sich die Physik allerdings nicht austricksen, diese ist nur für Kinder geeignet.

Zu empfehlen ist der doppelte Ladeboden für den Kofferraum, der die Stufe von Ladekante zu Laderaum ausgleicht und eine topfebene Fläche bis zu den Vordersitzen schafft.

So lässt sich das satte Ladevolumen - 720 bis 2.065 Liter passen beim Fünfsitzer hinein, bei sieben Sitzen noch 270 Liter - besonders bequem nutzen.

Wird der Beifahrersitz nach vorne geklappt, können bis zu 2,80 lange Gegenstände verstaut werden. Der Miet-Transporter für den Großeinkauf im Baumarkt ist somit wohl hinfällig.

Damit es auf dem Parkplatz nicht zu Kratzern und Dellen kommt, führt Skoda beim Kodiaq einen Türkanten-Schutz (Bild links) aus der Kategorie "simply clever" ein, der beim Öffnen automatisch aus- und beim Schließen wieder einfährt. Das funktioniert reibungslos.

Auf dem neuesten Stand ist das Infotainment- und Fahrassistenz-Angebot. Die im Kodiaq erstmals angebotene Konnektivitätslösung Skoda Connect besteht aus zwei Komponenten: Infotainment Online für Information und Navigation sowie die "Care Connect"-Dienste", die unter anderem einen Fernzugriff auf das Fahrzeug erlauben.

Hat man beispielsweise seinen kleinen Kodiaq auf einem großen Parkplatz "verloren", genügt ein Druck aufs Smartphone und er hupt und blinkt vier Mal. Interessanter ist die Möglichkeit, Navi-Routen vorab übers Smartphone ans Auto zu senden oder die Verbindungsmöglichkeiten über Apple Car Play, Android Auto und externe Dienste wie Google Earth Routen-Infos in Echtzeit. Und ein WLAN-Hotspot mit LTE-Verbindung ist auch an Bord, auf den die Insassen mit mobilen Endgeräten zugreifen können.

Die Care Connect Dienste umfassen neben dem künftig obligatorischen Notruf-System eCall zum Beispiel eine Funktion, über die der Nutzer per Gratis-Smartphone-App das Fahrzeug jederzeit "im Auge" behält.

Ist etwa der Nachwuchs mit dem Wagen unterwegs, wird der Halter automatisch informiert, wenn der Kodiaq ein bestimmtes Gebiet verlässt. Diese Dienste sind bis auf den Fernzugriff serienmäßig und für 14 Jahre kostenlos - Infotainment und Fernzugriff sind für ein Jahr inklusive.

24 Assistenz-Systeme gibt Skoda dem Kodiaq teils serienmäßig, teils optional mit auf den Weg - vom Notbrems-Assistenten, über Spur-, Totwinkel- und Müdigkeitswarner bis hin zum adaptiven Tempomat und einer Rückfahrkamera inklusive 360-Grad-Vogelperspektive.

Die Bedienung ist intuitiv und trotz der Angebotsfülle vergleichsweise einfach. Der Tempomat wird nun wie beim Superb über einen Hebel links neben dem Lenkrad statt über Tasten auf dem Lenkrad bedient. Das optionale 575-Watt-Audiosystem von Canton klingt exzellent und lässt sich wahlweise nur auf den Fahrerplatz, die vorderen beiden Sitze oder das ganze Fahrzeug optimieren.

Zwei 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS oder 140 kW/190 PS sowie drei Turbobenziner mit 1,4 bzw. 2,0 Liter Hubraum und 92 kW/125 PS, 110 kW/150 PS oder 132 kW/180 PS - letzterer in Österreich vorerst nicht erhältlich - sind im Angebot.

Wahlweise übernehmen ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit sechs oder sieben Schaltstufen die Kraftübertragung an die Vorderräder oder an alle vier Tatzen des großen Bären.

Laut Skoda-Prognose werden sich gut zwei Drittel der Kunden für den 150-PS-TDI mit DSG, Allradantrieb und die Topausstattung "Style" entscheiden. Der liefert in jeder Situation mehr als genug Schub. Das Getriebe schaltet schnell und fast unmerklich, allein beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven genehmigt es sich eine Gedenksekunde.

Bemerkenswert: Die Spreizung der wählbaren Fahrmodi von komfortabel bis sportlich ist sehr breit, insbesondere wenn die optionale adaptive Fahrwerksregelung DCC an Bord ist.

Werden die Insassen beim Fahren über eine Fahrbahnerhöhung im Sport-Modus kräftig durchgeschüttelt, ist sie bei der Einstellung Comfort kaum zu spüren. Umgekehrt reduziert sich Wanken in Wechselkurven in der Sporteinstellung auf nahe null. Auch Lenkung, Gasannahme und Schaltvorgänge variieren stark von spontan bis eher gemächlich.

Der Startpreis liegt in Österreich bei 25.690 Euro (Deutschland: 25.490 Euro) für den 125-PS-Benziner mit Frontantrieb und Basisausstattung "Active", der 150-PS-Diesel mit 4x4 und DSG kostet als "Style" 41.500 Euro (Deutschland: 38.040 Euro).

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