Offroad

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Alltagsheld

Der Kia e-Niro ist nach seinem Technik-Bruder Hyundai Kona Elektro der zweite elektrische Kompakt-Crossover. Wir bitten ihn zum ersten Test.

mid/wal

Der Kia e-Niro punktet beim Test mit Fahrspaß, alltagstauglichem Komfort und seiner großen 64-kWh-Batterie. So hat der Elektro-Crossover eine kombinierte Reichweite von 455 Kilometern und fährt mit einer Batterieladung nach dem neuen, viel strengeren Testverfahren WLTP im City-Zyklus sogar bis zu 615 Kilometer weit.

Zwar sind diese Werte nur dann zu erreichen, wenn weder klimatisiert noch geheizt werden muss, doch der technologische Fortschritt beim Elektroantrieb bleibt offenkundig. Kurz gesagt: Die Autoindustrie hat geliefert, jetzt fehlt nur noch die adäquate Infrastruktur, damit nicht nur Privatgaragen-Besitzer zum Zug kommen können.

Der recht dynamisch auftretende und vielseitige Stromer kombiniert dieses Langstreckenpotenzial mit viel Platz, durchaus großem Gepäckraum, bemerkenswerter Fahrdynamik sowie modernsten Assistenz- und Energiespartechniken. Das sichert dem Neuling eine herausgehobene Position im Elektrofahrzeugmarkt.

Nach dem 2014 gestarteten Kia Soul EV ist der e-Niro das zweite weltweit vermarktete Elektroauto der Marke. Es wird in Hwasung in Korea produziert, ist in Europa ab sofort bestellbar und feiert Anfang April 2019 zeitgleich mit dem neuen, kleineren Soul seine Marktpremiere. Der Kia Niro mag nicht der klassische Hingucker sein, doch als Elektroauto macht das geräumige Modell Passanten schon etwas neugierig. Der e-Niro bereitet von vornherein Freude durch seine Geräuscharmut und nahtlos-kraftvolle Beschleunigung - Markenzeichen aller Elektrofahrzeuge. In Kombination mit hoher Effizienz und entsprechender Reichweite ist das Vergnügen zudem von nennenswerter Dauer.

Beim Antrieb stehen zwei Varianten zur Wahl. Das Basismodell (100 kW/136 PS) hat eine Batteriekapazität von 39,2 kWh und eine kombinierte Reichweite von lediglich 289 Kilometern. Die stärkere Version mit 150 kW/204 PS, 64-kWh-Akku und 455 Kilometern Reichweite sprintet in nur 7,8 Sekunden von null auf Tempo 100 - in dieser Fahrzeugklasse wirklich erwähnenswert. Für zusätzlichen Fahrspaß sorgen der tiefe Fahrzeugschwerpunkt und der "Sport"-Modus der vierstufigen Fahrmodus-Wahl. Über den Gleichstrom-Schnellladeanschluss (CCS-Stecker) lässt sich die Batterie an einer 100-kW-Station in nur 54 Minuten voll aufladen.

Unterdessen bleibt das Basismodell mit 9,8 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 ebenfalls unter der 10-Sekunden-Marke (Spitze: 155 km/h). Beide Antriebsvarianten verfügen über einen Schnellladeanschluss für den europäischen Standardstecker (CCS).

Über die Wippen am Lenkrad kann zwischen fünf Einstellungen gewählt werden (Off, Level 1, Level 2, Level 3, One-Pedal), wobei die Intensität der Rekuperation mit jeder Stufe zunimmt. Die maximale Energieausbeute wird im "One Pedal"-Modus erzielt.

Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, setzt statt des freien Rollens sofort die Rekuperation und damit verbunden ein Bremseffekt ein. Dadurch lässt sich die Geschwindigkeit in normalen Verkehrssituationen allein mit dem Gaspedal regulieren.

Das geht auf Wunsch sehr bequem: Statt eine bestimmte Rekuperations-Stufe einzustellen, lässt sich auch eine Automatik-Funktion aktivieren. In diesem Modus wird mit Hilfe der Kamera der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage automatisch die für die jeweilige Fahrsituation optimale Einstellung gewählt.

Derweil lässt sich die Fahrdynamik des e-Niro mit der vierstufigen Fahrmodus-Wahl "Drive Mode Select" variieren (Eco+, Eco, Komfort, Sport). Während der Komfort-Modus auf das Alltagsfahren zugeschnitten ist, spricht im Sport-Modus der Motor noch spontaner an. In dieser Einstellung werden auch die maximalen Beschleunigungswerte erreicht.

Das praktische Fahrzeug mit Platz für eine vierköpfige Familie inklusive Gepäck ist zwar nicht auffallend preiswert, doch bringt Kia den Einstiegspreis des schwächeren Modells (36.690 Euro) in die Nähe der 30.000-Euro-Marke - unter Berücksichtigung der Umweltprämie ih Höhe von 4.300 Euro. Kia geht allerdings davon aus, dass sich die meisten Kunden für den stärkeren Elektromotor mit höherer Reichweite entscheiden, ebenso für die gehobenen (und teureren) Ausstattungs-Linien. Und in der Tat wird auch nur das stärkere Modell mit höherer Reichweite eine ernstzunehmende Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren darstellen.

Technische Daten Kia e-Niro 150 kW/204 PS

Fünftüriger, fünfsitziger Kompakt-Crossover, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.375/1.805/1.570/2.700 mm, Leergewicht: 1.866 kg, Zuladung: 418 kg, Kofferraumvolumen: 451-1.405 l, Wendekreisdurchmesser: 10,6 m, Batterie-Kapazität: 64 kWh.
Antrieb: Elektromotor, Frontantrieb, Eingang-Reduktionsgetriebe, Leistung: 150 kW/204 PS , 0-100 km/h: 7,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h, Drehmoment: 395 Nm, maximale Reichweite (Normmix nach WLTP): 455 km. Stromverbrauch (Normmix nach WLTP): 15,9 kWh/100 km. Ladezeit Haushaltssteckdose 230 V/2,5 kW: ca. 29 Std., Wallbox 400 V/11 kW: ca. 6 Std., Gleichstrom-Schnellader 50 kW ca. 75 Min.
Österreich-Preis: 41.090 Euro (Deutschland: 38.090 Euro).

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel

Nicht, worauf wir gehofft haben ...

Mazda3 Turbo in Mexiko enthüllt

Eigentlich wollte Mazda ja am achten Juli das virtuelle Tuch vom Mazda3 mit Turbo-Motor ziehen. Die mexikanischen Kollegen hatten es aber etwas eiliger.

ADAC bringt Oldtimer-Ratgeber

Tipps für den Oldtimer-Einstieg

Oldtimer sind fahrende Zeitzeugen einer vergangenen Automobil-Ära. Immer wieder kommen Menschen auf den Klassiker-Geschmack. Der ADAC gibt Neulingen auf dem Gebiet historischer Fahrzeuge Tipps für den Einstieg.

Man ahnte bereits, dass es eng werden könnte

Mercedes hatte die Probleme schon seit Freitag

Für Mercedes kamen die Probleme im Rennen nicht überraschend - Man habe sie bereits seit Freitag gehabt und eine schnelle Lösung sei nicht möglich gewesen.

Reisetourer par excellence

Yamaha FJR 1300 Ultimate Edition im Test

Knapp 20 Jahre hat Yamaha mit seiner FJR 1300 die Herzen vieler Biker erobert. Nun ist Schluss, allerdings wird der Abschied stark versüßt mit einem letzten, edlen Modell: der FJR 1300 "Ultimate Edition".