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Neuer Mercedes GLE - erster Test Mercedes GLE 2018

Wenn das SUV tanzt

Trotz gewachsenen Formats fährt sich der neue Mercedes GLE knackig - speziell mit der Weltneuheit E-Active Body Control. Erster Test.

mid/rhu

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Schon auf den ersten Metern mit dem neuen Mercedes GLE wird klar, dass der enorme Aufwand für die Fahrwerkstechnik für erhebliche Fortschritte gesorgt hat. Speziell im GLE 450 4Matic, der zum Markstart am 18. Februar zunächst als einziges Modell mit der E-Active Body Control (E-ABC) zu haben sein wird.

Dieses hydropneumatische System arbeitet mit 48 Volt-Unterstützung und kann die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln. Die Folge: Der 2,2-Tonner durcheilt leichtfüßig Kurven jeder Art, gleicht Wank-, Nick- und Hubbewegungen behände aus. So richtig beeindruckend wird die Vorstellung aber dann dank der Funktion Road Surface Scan, bei der eine Frontkamera die Straßenoberfläche überwacht und Unebenheiten oder Schlaglöcher innerhalb von Millisekunden von aktiven Fahrwerk weggebügelt werden.

Aber das ist noch nicht das Ende der technischen Neuheiten in der vierten GLE-Generation. Denn die erstmals in einem SUV angebotene Kurvenneigefunktion mit Namen Curve sorgt dafür, dass sich der schwere Brocken fast wie ein Motorrad annähernd querkraftfrei in die Kurve legt. Das fühlt sich zwar ein bisschen ungewohnt-synthetisch an - dürfte aber vor allem Mitfahrern mit empfindlichen Magennerven sehr willkommen sein.

Neu im Mercedes GLE ab den Sechszylinder-Modellen ist auch der vollvariable Allradantrieb mit einer elektronisch geregelten Verteilung des Antriebsmoments von null bis 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Wer das Offroad-Paket ordert, kriegt auch noch eine Untersetzungsstufe samt automatischer Differenzialsperre von null bis 100 Prozent - und dann kann den GLE kaum mehr etwas in seinem Vor- und Aufwärtsdrang stoppen. Wer sich doch mal festfährt, aktiviert einfach den Freifahrmodus - und der Kraxler schaufelt sich per Einzelradansteuerung aus Sand oder Schnee frei.

Das war jetzt eine ordentliche Portion Fahrwerkstechnik - aber die markiert auch einen wirklich fast schon dramatischen Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Was den neuen GLE noch deutlich unterscheidet: Er ist ein Stück gewachsen, sein Radstand wuchs um 80 Millimeter auf jetzt knapp drei Meter. Vorne geht es wie gehabt luftig zu, die Beinfreiheit in der zweiten Reihe legte deutlich zu, auf Wunsch ist die Rückbank vollelektrisch verstellbar. Und gegen Aufpreis gibt es auch noch eine dritte Sitzreihe, die bis zu 1,80 Meter langen Fahrgästen zumindest nach Kurzstrecken nicht zum Orthopäden zwingt.

Was auffällt: Das Interieur ist nochmals feiner geworden, bis in kleine Details wie Türöffner, Luftausströmer oder die Konsolen für die Lichtschalter ist die Absicht zu spüren, ein durchgehendes Premium-Gefühl zu schaffen.

Die jüngste Generation des Multimediasystems MBUX mit seinen zwei riesigen Bildschirmen und der intelligenten Sprach- und Gestensteuerung passt dazu ebenso wie das zirka 45 mal 15 Zentimeter große, vollfarbige Bild des Head-up-Displays, die Ambientebeleuchtung, die Hot-Stone-Massagesitze oder die anhand der aktuellen Fahrt- und Fahrzeugdaten erstellten Fitness- und Wellnessprogramme. Das bedeutet vor allem Langstreckenfahren auf extrem hohem Komfortniveau.

In Sachen Antrieb werden die nach Euro 6d sauberen Diesel trotz aller einschlägigen Diskussionen den Hauptanteil stellen. Zu haben sind der Vierzylinder 300 d mit 180 kW/245 PS und 500 Nm, dazu die zwei Sechszylinder-Selbstzünder GLE 350 d mit 200 kW/272 PS und 450 d mit 243 kW/330 PS.

Dessen 700 Nm Drehmoment bringen den Stuttgarter Brummer fast schon leichtfüßig in Bewegung. Der Normverbrauch liegt je nach Ausführung bei 7,0 bis 7,5 Liter, bei den ersten Testfahrten im strikt limitierten Texas lag der Verbrauch bei knapp über acht Liter je 100 Kilometer.

Der GLE 450 4Matic markiert den ersten mit 48-Volt-Technologie konsequent elektrifizierten Reihen-Sechszylinderbenziner des Hauses. Er bringt es auf 270 kW/367 PS und 500 Nm Drehmoment. Per EQ-Boost lassen sich kurzfristig weitere 250 Nm Drehmoment sowie 16 kW/22 PS Leistung abrufen.

"Der Integrierte Starter-Generator (ISG) übernimmt Hybridfunktionen wie EQ Boost oder Rekuperieren und ermöglicht Verbrauchseinsparungen, die bisher der Hochvolt-Hybridtechnologie vorbehalten waren", loben die Ingenieure ihren schlauen Ottomotor. Weitere Aggregate, darunter auch ein Plug-in-Hybrid, sollen folgen.

Die Themen Assistenz- und Komfortsysteme und die Vernetzung werden beim neuen GLE umfassend bearbeitet, er bietet bis hin zum Rangierhelfer für den Hänger so ziemlich alles, was die einschlägigen Regale in Stuttgart hergeben. Vieles ist serienmäßig installiert, aber eine ganze Menge an nützlichen und hilfreichen Helfern muss extra geordert werden. Die Basispreise betragen 69.380 Euro (Deutschland: 65.807 Euro) für den GLE 300 d und 81.430 Euro (D: 72.650 Euro) für den GLE 450, jeweils mit Neungang-Automatik.

Fünfsitziges SUV mit vier Türen und Heckklappe; Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.924/1.947/1.772/2.995 mm; Kofferraumvolumen: 660 l bis 2.055 l; Wendekreis: 12,0 m, Leergewicht: 2.220 kg, max. Zuladung: 780 kg, Tankinhalt: 85 l.
Motor: 3,0-Liter-Reihenzylinder-Ottomotor mit 270 kW/367 PS bei 5.500-6.100 U/min, max. Drehmoment 500 Nm bei 1.600-4.500 U/min, EQ-Boost: 16 kW/22 PS, 250 Nm, Neungang-Automatikgetriebe, permanenter Allradantrieb, 0 bis 100 km/h: 5,7 s, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Normverbrauch (je nach Ausstattung: 8,3 bis 9,4 l Super je 100 km, CO2-Emissionen: 190 - 214 g/km, Abgasnorm: Euro 6d.
Österreich-Preis: 81.430 Euro (Deutschland: 72.650 Euro).

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