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Cupra Ateca 2.0 TSI DSG 4Drive - im Test

Cooler Cupra

Die neue Marke des VW-Konzerns macht schon mit dem kupferfarbenen, agressiven Logo deutlich, worum es geht. Wir testen den Cupra Ateca.

Text und Fotos: Johannes Toth

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Die zum VW-Konzern gehörende Marke Seat versieht ihre sportlichen Modelle schon längere Zeit mit dem Zusatz Cupra. 2018 wurde beschlossen, eine eigene Marke dieses Namens auf den Markt zu werfen. Die Bezeichnung Cupra hat jedoch nichts mit der das Logo dominierenden Farbe Kupfer zu tun, sondern ist schlichtweg eine Abkürzung von Cup Racing. Und das gibt die Richtung vor.

Die Marketingleute von Seat wollen aber nicht nur einen großen Schritt in Richtung Sport, sondern auch einen ordentlichen Sprung in Richtung Premium gehen. Da er nach dem Seat Leon nur knapp an der zweiten Stelle der Seat-Verkaufszahlen rangiert, und SUVs im Moment sowieso angesagt sind, ist die Entscheidung auf den Ateca gefallen. Als erstes Fahrzeug der Marke Cupra lastet hier naturgemäß eine schwere Verantwortung auf den Schultern des mächtig aufgerüsteten Seat Modells.

Die Unterschiede zum „normalen“ Ateca merkt man am Besten im direkten Vergleich. Der Cupra sitzt – obwohl SUV – tiefer am Asphalt und ist mit scharfen Spoilern versehen. Am Heck zeigen vier fette Endrohre, dass es den Katalanen ernst ist. Optionale kupferfarbene Felgen um 1.155 Euro plus der auch bei Nässe fest zupackenden Brembo Bremsanlage um 2.795 Euro verbessern die Optik nochmals.

Auch das Interieur passt zum sportlich-souveränen Auftritt. Schöner Materialmix, kupferfarbene Nähte hier und (fast echtes) Carbon dort – zeigen, wo es langgeht. Die ermüdungsfreien Sportschalensitze um 1.995 Euro machen durch die partielle Alcantara-Bespannung optisch ordentlich was her und passen wie angegossen, – leider sind sie nur fahrerseitig elektrisch verstellbar und haben keine Memoryfunktion. Was die bezauberndste aller Beifahrerinnen nicht goutieren kann: „Na geh, meine Fingernägel! Sind die Sitze echt nur händisch zu verstellen?“

Lobend zu erwähnen sind die vielen Dreh- und Drückregler auf der geraden und unzerklüfteten Armaturenlandschaft. Das ist zwar ziemlich Oldschool, funktioniert jedoch auch blind. Mögen Touchscreens noch so angesagt sein – auch in diesem Auto kommen wir nicht ganz dran vorbei –, solange die Sprachbefehle noch nicht perfekt funktionieren, sind haptisch unterscheidbare Bedienelemente die sicherste Option.

Die Bedienbarkeit und die Menüführung sind sehr intuitiv. Wir finden alles dort, wo wir es vermuten. Der adaptive Tempomat sitzt auf einem eigenen Hebel am Lenkrad. Er ist positiverweise nicht wie bei anderen Fahrzeugen hinter einer Lenkradspeiche versteckt, sondern gut sichtbar und funktioniert logisch.

Besonders erfreulich finden wir verspielte Details, die ersichtlich machen, dass auch die Konstrukteure eine rechte Freude bei der Arbeit hatten. So pulsiert etwa der Startknopf nach dem Türöffnen – aber nicht etwa langweilig gleichmäßig, sondern im Herzrythmus: 2x kurz, 1x lang, Pum pum biep, pum pum biep...

Das Lenkrad selbst ist angenehm schlank. Die Armaturenlandschaft weist eine ellipsoid-eckige Form auf und soll wohl an Raumschiff-Design erinnern. Geschwindigkeit und Drehzahl werden dabei nur mit einem schmalen, dünnen Strich am Rand angezeigt. Das Tempo kann auch in Ziffern mittig eingeblendet werden, die Drehzahl bleibt schlecht ablesbar. Weil wir aber in einem Sport-SUV mit Schaltwippen sitzen, wäre genau diese Information wichtig.

Motortechnisch haben wir hier einen Zweiliter-Turbobenziner mit 300 PS und 400 Nm Drehmoment vor uns. Dafür, dass die Kraft möglichst geschmeidig auf die Straße kommt, sorgt ein Siebengang-DSG-Automatikgetriebe und der Allradantrieb. Dieses Antriebssystem katapultiert uns in 5,2 Sekunden auf 100 km/h und verfehlt den magischen 250er in der Endgeschwindigkeit um gerade mal drei km/h.

Kraft ist jedenfalls in jeder Fahrsituation mehr als ausreichend vorhanden. Die Fuhre reisst an, daß es eine wahre Freude ist. Dabei ist die Lenkung superdirekt und das Fahrwerk bleibt in jeder Einstellung hart, aber herzlich. Und für einen angenehmen Sound im Sportprogramm wurde ebenfalls gesorgt. Schon am Stand vermittelt uns der Cupra mittels dezentem Auspuffgrummeln „ich bin da, es kann losgehen!“

Über das mittig hinter dem Automatikwahlhebel liegende Drehrad können sechs Drive-Profile vorjustiert werden: Comfort, Sport, Cupra, Individual, Offroad und Schnee. Großer Pluspunkt: nach dem Abstellen des Fahrzeugs springt nix auf eine Grundeinstellung wie Comfort zurück. Sport bleibt Sport und Schnee bleibt Schnee.

Die Vernünftigen unter uns könnten sich zwar selbst in den Sack lügen oder der Schwiegermutter etwas vormachen. Ein Geländewagen ist der Cupra trotz der Fahrprogramme und des Alladantriebes nicht. Will er auch nicht sein. Das verhindert in erster Linie schon mal die fette Bereifung auf Niederquerschnitt.

Natürlich gibt es auch Nützliches zu berichten. Platz gibt es trotz der geringen Außenlänge von knapp 4,4 Metern jedenfalls genug. Sogar auf den hinteren Plätzen. Und das Kofferraumvolumen ist mit 485 Litern Inhalt ebenfalls mehr als brauchbar.

Was nicht so gut funktioniert wie es sollte, ist die Spracheingabe. Da werden Personen aus dem Telefonregister angerufen, die man gar nicht mehr kennen will, und Straßennamen nicht verstanden. Aber das können die anderen in dieser Preisklasse auch nicht viel besser. Der Spurhalteassistent funktioniert gut, folgt aber auch schwarzen Asphaltfugen.

Wer unter den ersten Cupra-Fahrern sein will, benötigt für seinen Ateca zumindest 47.290 Euro. Damit er aber so fesch um die Ecke biegt wie unser Testwagen, sind noch ein paar Kreuzerln notwendig. Zum Beispiel bei den kupferfarbenen Performance Rädern und der Brembo-Bremsanlage, sowie bei den Sport-Schalensitzen oder der elektrischen Heckklappe. Die erhöhen den Gesamtpreis dann auf 55.525 Euro.

Plus
+ bissiger Motor mit fetter Leistung
+ gutes Raumangebot
+ saubere Verarbeitung
+ kleiner Wendekreis
+ logische Menüführung und allgemein angenehme Bedienbarkeit

Minus
- Drehzahlmesser schlecht ablesbar
- Parkkamera schaltet sich nicht immer automatisch ein

Resümee
Das erste Modell der neuen Marke Cupra ist ein gelungener Wurf. Wer sich nicht zwischen einem Sportwagen und einem SUV entscheiden kann, der findet mit dem Ateca sein Glück. Der Preis ist absolut gesehen natürlich stolz, erscheint im Vergleich zum deutschen Mitbewerb aber doch wieder günstig.

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