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Maserati Levante S Q4 - im Test Maserati S Q4 2019

Ohrenschmaus

Ein markantes Gesicht in der Menge der hochbeinigen Allrounder ist der 430 PS starke Maserati Levante S Q4. Wir testen das elegant-dynamische SUV.

mid/rs

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Startknopf drücken, lauschen, staunen: Schon beim Anlassen verzückt der Klang des V6-Motors im Maserati Levante S Q4. Der italienische Sport-Crossover Maserati Levante S Q4 verkörpert mit seinem 430 PS starken Antrieb und elegantem Design das SUV-Fahren in seiner emotionalsten Form. Im Vergleich zu ihm wirken die meisten Rivalen nicht mehr als brav und bieder.

Der Maserati Levante S Q4 legt überall einen starken Auftritt hin, ist stets ein Blickfang und ein Ohrenschmaus. Denn um die klangvolle Power des V6-Benziners unter der langen Haube herum herrscht Eleganz und Sportlichkeit. Extravaganter kann ein SUV kaum sein.

Und auf angenehme Art ist der vielseitige Italiener sogar für echte Überraschungen gut. Denn er hat durchaus seine praktischen Vorzüge: Immerhin 2,7 Tonnen Anhängelast machen den vermeintlich reinen Schönling zum praktischen Zugfahrzeug. Sehr geräumig ist er darüber hinaus, und zwar vorne wie hinten. Und das trotz der coupéhaft und elegant nach hinten abfallenden Dachlinie.

Die muskulös geschwungenen vorderen Kotflügel mit den Maserati-typischen drei Lufteinlässen ändern daran ohnehin nichts. Auch der Kofferraum ist mit 580 bis maximal 1.625 Liter Volumen groß genug. Nur ein Detail stört hier: Die Taste fürs elektrische Schließen der Klappe ist im Kofferraum links angebracht, statt an der Klappe selbst. Da heißt es, schnell zurückzutreten, wenn sich der Laderaum schließt.

Wie es sich für einen Italiener gehört, hat sich auch der Levante im Modelljahr 2019 frisch herausgeputzt. Zu den Innovationen gehören neue Alufelgen, Detail-Veränderungen im Interieur sowie neue Frontschürzen. Schnell ist klar: Dynamische Eleganz soll der Levante auch als 430 PS starkes Topmodell S Q4 ausstrahlen, muskelprotzende Sportlichkeit soll nicht sein Ding sein. Zum optischen Flair der bella macchina passt die kultivierte Achtgang-Automatik von ZF. Sie wechselt derart gekonnt und geschmeidig die Gangstufen, dass ein Griff zu den feststehenden Schaltpaddeln am Lenkrad zwar möglich ist, aber nie nötig erscheint.

Stattdessen konzentrieren sich alle Sinne auf die Fahrdynamik und ganz besonders auf den betörenden Sound, den der V6-Biturbo-Benziner erzeugt. 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind sehr sportlich, 264 km/h Spitze sowieso. Doch am meisten beeindruckt das Italo-SUV akustisch, denn spätestens mit gedrückter Sport-Taste wird sein Motorgeräusch unwiderstehlich.

Sowohl beim Hochdrehen, als auch im umgekehrten Modus klingt der V6 wie ein grummelndes bis grölendes Raubtier. Dabei kann der Levante auch sehr leise sein, besonders auf der Autobahn. Der Blick auf den Tacho oder das Headup-Display ist deshalb sehr wichtig, denn man ist praktisch immer schneller als gedacht

Manche Kleinigkeiten stören am Maserati Levante, oder zumindest sorgen sie für etwas Verwirrung. Dazu gehört, dass das Scrollen durchs zentrale Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser nicht ausgereift erscheint: Anzeigen sind etwas zu kurz sichtbar. Ebenso ein überladener linker Lenkradhebel. Oder man wundert sich, warum einerseits enorm viel Platz im Interieur des Sport-SUV herrscht, andererseits Innenspiegel und Fahrersitz nicht auf sehr große Menschen einstellbar sind. Dabei könnten zwei Sitzriesen bequem hintereinander im Levante Langstrecke fahren.

Der angegebene Normverbrauch von 11,8 Liter Benzin je 100 Kilometer klingt exorbitant, lässt sich bei betont gelassener Fahrweise aber tief in den einstelligen Bereich drücken. Dann ist allerdings nur entspanntes Dahingleiten angesagt. Wer auf typische Weise die 430 PS nutzt, wird in der Praxis ungefähr beim Normverbrauch landen. So gesehen ist diese Herstellerangabe im Falle des Levante zwar hoch, doch wenigstens ehrlich und realistisch.

Versöhnt wird man für einige kleine Ausrutscher des Maserati-SUV durch sein einmaliges Flair. Beispiel: Die elegante, analoge Uhr mitten auf dem Armaturenbrett. Sie steht symbolisch für Tradition und Eleganz, die man mit der Marke Maserati seit jeher verbindet, und die man zusammen mit der unaufdringlichen, aber jederzeit abrufbaren Dynamik sehr zu schätzen lernt - auch, wenn dies seinen stolzen Preis hat.

Fünftüriges, fünfsitziges SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 5.005/1.968/1.693/2.525 mm, Leergewicht: 2.109 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.780 kg, max. Zuladung: 671 kg, max. Anhängelast gebremst 2.700 kg, ungebremst 750 kg, Kofferraumvolumen: 580-1.625 l, Tankinhalt: 80 l.
Motor: V6-Biturbo-Benziner, Hubraum: 2.979 ccm, Leistung: 316 kW/430 PS bei 5.000 U/min, max. Drehmoment: 580 Nm bei 2.000-4750 U/min, Achtgang-Automatik, 0-100 km/h: 5,2 s, Höchstgeschwindigkeit: 264 km/h, Allradantrieb, Normverbrauch: 11,8 l pro 100 km, CO2-Emission: 273 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.
Österreich-Preis: ab 122.030 Euro (Deutschland: ab 93.000 Euro).

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