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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Kein Start wegen Funktionärs-Schlamperei

Ein Wochenende zum Vergessen war die Hitzeschlacht im Rahmen der Castrol-Rallye im Kärntner Krappfeld für Gerhard Schützl.

Schon nach der Technischen Abnahme war alles erledigt: Schützl öffnete höflicherweise die Motorhaube zur Kontrolle, was er besser unterlassen hätte. Denn nur dadurch machten Techniker einen Blick unter die Motorhaube und beanstandeten die Vergaser des Opel Corsa 1300. Diese seien nicht zugelassen, den Corsa gäbe es nur mit einem Einspritzsystem.

Dies war zwar nicht zu widerlegen, hatte aber folgende Ursache: „Als ich das Auto aufgebaut hatte, gab es in Österreich für ältere Autos wie das Meine kein technisches Reglement. Also habe ich es nach dem in Deutschland gültigen aufgebaut und dort sind die Vergaser durchaus erlaubt.“

„Was mich nur irritiert: Jetzt fahre ich seit gut drei Jahren mit diesem Auto. Ich schätze, es waren 10 Rallyes. Noch nie wurden meine Vergaser beanstandet. Mir kommt das fast wie eine Retourkutsche vor, weil ich mich immer so für die Rechte der so genannten kleinen Fahrer einsetze!“

„Ich möchte dem Veranstalter nicht die geringste Schuld geben, schließlich war ich für den Rest der Veranstaltung im Sicherheitsbereich als Funktionär tätig, wofür ich sehr dankbar bin.“

„Aber ich habe das Gefühl, als ob bei den technischen Abnahmen zum Teil ziemlich schlampig gearbeitet wird. Nicht nur, weil man mich drei Jahre lang mit einem offiziell nicht reglement-konformen Auto fahren läßt, ich kenne auch andere belegbare Fälle. Im Vorjahr z.B. ein Fall, daß ein Fahrer drei Rallyes ohne die vorgeschriebene automatische Feuerlöschanlage gefahren ist und niemandem ist das aufgefallen.“

„Da frage ich mich schon, was wichtiger ist: Die Sicherheit – und darum geht’s ja bei einer Feuerlöschanlage – oder meine verdammten Vergaser. Ich hätte mit meinem kleinen grünen Auto ohnehin niemandem etwas weggenommen, da am Ende nur ein einziges Team in meiner Kategorie ins Ziel gekommen ist.“

Die nächsten Einsätze sind weit weg vom österreichischen Rallyesport angesiedelt. Ende August die ADAC-Niederbayern-Rallye in Deutschland und Anfang September das Bergrennen Gurk-Pisweg in Kärnten.

„Danach bauen wir den Motor entsprechend um und fahren im November noch die Waldviertel-Rallye – so gewisse technische Funktionäre dies zulassen. Vielleicht beanstanden sie das nächste Mal meine 130 kg Lebendgewicht als Sicherheitsrisiko. Wissen kann man das ja nie…“

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