RALLYE

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Unbelohntes Heldentum

Christian Eberherr und Daniela Stummer boten bei der Ostarrichi-Rallye eine respektable Leistung, wg. eines angeschlagenen Fahrwerks war man aber beeingträchtigt.

Auf den ersten Blick könnte man die Vorstellung des Escort-Teams mit der Nummer 18 als eher unauffällig einstufen. Bei näherer Betrachtung kann man jedoch feststellen, daß der Altstar aus Salzburg mit der jungen Rallye-Laufbahn eine ganz beachtliche Talentprobe vorgelegt hat.

Natürlich nicht vergleichbar mit dem furiosen Ungestüm eines Hans-Georg Lindner, aber auch bei Weitem nicht das, was man eine Sonntagsfahrer-Partie nennt. Und nicht vergessen: Wir sprechen hier vom einem Europameisterschaftslauf der Historischen.

Den besten Aufschluß bieten wie immer die Zeitenprotokolle. Erste Prüfung: Platz 12 unter 19 Teilnehmern, vor Josef Volkmann, immerhin Lenker eines Lancia Stratos, und knapp hinter dem Porsche-Piloten Giuseppe Zanchetti. Bis zum Ende der ersten Tagesetappe gelang noch eine Verbesserung auf Rang 11. Nicht schlecht für jemanden, der sonst fast nie fährt und mit standardmäßigen Sommerreifen auskommen mußte.

Der Samstag begann mit einer Zeitstrafe, als statt der Startrampe zuerst das Service angesteuert wurde, ein reiner Formfehler, der sich zum Glück kaum auswirkte. Umso erfreulicher die neuntschnellste Zeit unter den Historischen auf der sechsten Prüfung, eine persönliche Bestmarke des gemischten Escort-Doppels.

Es sollte der Höhepunkt von Christian Eberherr und seiner jungen Beifahrerin Daniela Stummer während dieser Rallye bleiben, denn wenig später traten erhebliche Schwierigkeiten am Fahrwerk auf.

Hauptverantwortlich dafür war vor allem der Anfangsteil der Prüfung Bad Hall mit seinen unzähligen Löchern an der Fahrbahn, daraus ergaben sich entsprechend wilde Stöße gegen die Radaufhängungen. Die Vorderachse rächte sich ihrerseits mit schauderhaften Vibrationen, die vor allem beim Bremsen mit brutaler Häßlichkeit auftraten. Sie mußte ja auch wirklich viel erdulden.

So wurde aus dem folgsamen Escort-Rennpferd ein störrischer Esel. Verständlich, daß da ein Angreifen kein Thema mehr war. Das Klassement war zu diesem Zeitpunkt nur mehr Nebensache, Ankommen war oberste Priorität.

Christian Eberherr tat zwar sehr wohl sein Menschenmöglichstes, um sich so gut im Bewerb zu halten, wie es nur irgendwie denkbar war, und dort, wo es ging (also vor allem in ganz langsamen Kurven), bemühte er sich auch um schöne Drifts, aber der kleinweise Abstieg bis auf den letzten Platz war trotz größter Anstrengungen nicht aufzuhalten. Mit einem Auto, an dem alles stimmt, hätte es klarerweise etwas anders ausgesehen, aber das ist eben auch Rallye.

Ein wenig erfreut dürfen Christian Eberherr und Daniela Stummer darüber sein, daß sie an der Zielrampe am Hauptplatz von Bad Hall anzutreffen waren, was noch deutlich besser ist, als auszufallen.

Auch kam es trotz der extremen Schwierigkeiten – durch den Schaden am vorderen Fahrwerk wurde das Fahren unter den ohnehin heiklen Bedingungen beträchtlich erschwert – zu keinem Abflug, und die unrund laufende Vorderachse läßt sich auf jeden Fall leichter reparieren als ein Schaden an der Karosserie, der über eine kleine Beule hinausgeht. Und eigentlich fährt man sowieso vor allem aus Spaß an der Freud, und ein paar erhebende Momente gab es ja während der Veranstaltung in der Tat.

Es wird wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein, daß der rote Escort unter der Führung von Christian Eberherr und Daniela Stummer bei einer Rallye zu sehen war. Bis zur Mühlviertel-Rallye sollten die Schäden am Fahrwerk schon wieder beseitigt sein.

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