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Rallye-ÖM: Lavanttal-Rallye

Triumph der Einfachheit

Der Opel Kadett lief im Lavanttal wie ein Uhrwerk, nur wenige Sekunden schrammten Friesenegger/Hilmbauer am Histo-Podium vorbei.

Der Saisonstart des Teams Friesenegger darf als gelungen betrachtet werden. Zwar fehlten Konrad Friesenegger und Jürgen Hilmbauer im Ziel gerade etwas mehr als 15 Sekunden auf einen Podiumsplatz bei den Historischen, ihre erste gemeinsame Rallye war dennoch ein veritabler Hit. Und so sahen das auch die Zuseher.

Hier bewährte sich auch die einfache, bodenständige Opel-Technik gegenüber der teilweise sehr komplizierten Technik der Konkurrenz, im Besonderen bei Porsche und Lancia. Denn während anderswo umfangreiche Schraubarbeiten angesagt waren, lief das Kadett-Coupé des Mostviertel-Teams wie ein Schweizer Uhrwerk, sodass nicht einmal eine Schraube nachgezogen werden musste. Aber auch bei den Zeiten war das Opel-Team gut bei der Musik.

Und das zeigte sich schon von Anfang an. Zwar zeichnete sich mit der Führung von Josef & Gertrude Pointinger (Ford Escort RS 2000) vor Gernot Zeiringer/Werner Puntschart (Porsche 911) und Kris Rosenberger/Tina-Maria Monego (Lancia Fulvia HF) eine leichte Dominanz anderer Teams ab, aber mit der viertschnellsten Zeit auf SP 1 war der Beginn schon recht ordentlich.

Vor allem konnten andere favorisierte Konkurrenten wie Christian Rosner oder Walter Kunz mit ihren Porsches deutlich distanziert werden, und auch Johannes Huber, der spätere Dritte, lag zunächst weit hinter dem Team mit dem Opel Kadett.

An dieser Reihung änderte sich auch auf den beiden folgenden SP’s nichts, erst auf SP 4 begann das Herumrühren des als sehr schnell bekannten Christian Rosner unter den ersten Dreien der Gesamtwertung. Nach SP 6 aber waren Konrad Friesenegger und Jürgen Hilmbauer auf Platz Drei bei den Historischen zu finden:

Christian Rosner/Harald Gottlieb waren mit einem Getriebeschaden ausgefallen, und am Lancia von Chris Rosenberger hatte ein Zylinder ausgesetzt. Zudem schien es, als hätte der Kadett-Fahrer mit den besonderen Bedingungen der Pirelli-Lavanttal-Rallye 2006 keine Schwierigkeiten, bei denen der Fahrbahnzustand vom Streusand auf der Strecke bis hin zu schmutzverschmierten Kurven und teilweise sogar Glatteis alles enthalten hatte, was sich beim Fahren unangenehm bemerkbar machen kann.

Daran änderte sich auch am Samstag wenig, als wieder der Routinier Josef Pointinger vorne lag, gefolgt von Gernot Zeiringer auf Platz Zwei und Friesenegger auf Platz Drei. Während immer klarer wurde, dass gegen die Teams davor nicht anzukommen wäre, wurde von hinten der Porsche von Johannes Huber und Wolfgang Viakowsky immer schneller.

Es kam zu einem harten Duell, bei dem bis zum Ende nicht sicher war, ob sich das Porsche-Team oder das Opel-Team durchsetzen würde. Am Ende siegte hier die stärkere Leistung des Porsche, die von Johannes Huber auch hervorragend genützt wurde. Daß sich Konrad Friesenegger und Jürgen Hilmbauer überhaupt 11 SP’s lang gegen einen so großen Konkurrenten behaupten konnten, ist ohnehin erstaunlich genug.

15,4 Sekunden waren es, wie gesagt, die das einzige verbliebene Opel-Team bei den Historischen von Platz Drei trennten. Alles in Allem war es ein guter Saisonstart, bei dem Konrad Friesenegger und Jürgen Hilmbauer eine maximale Leistung geboten hatten und ihre erste gemeinsame Rallye gut bewältigen konnten.

Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz, erwartungsgemäß fand der Fahrstil von Konrad Friesenegger, bei dem es immer wieder auch anständige Heckschleuder-Drifts gab, bei den Zusehern großen Anklang. Und das mag in einem Gebiet, wo so viel Lokalpatriotismus vorherrscht wie in Kärnten, durchaus etwas bedeuten.

Ein Wiedersehen mit dem Opel Kadett in der authentischen Werkslackierung der Siebziger Jahre gibt es am 19. Mai bei der BOSCH Super plus-Rallye in und um Pinggau.

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