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"Die Punkte stehen uns zu"

Die Wogen nach der Gr.A-Nullnummer gehen hoch, Baumschlager sieht den Fehler bei der Umsetzung des Reglements, auch Wittmann jun. ist stinksauer.

Eigentlich mangelte es der Sumava-Rallye nicht an Autos der Gruppe A, dennoch mussten Raimund Baumschlager, Franz Wittmann jun. und Toto Wolff letztlich punktelos die Heimreise nach Österreich antreten.

Im ÖM-Reglement steht festgehalten, dass mindestens sechs Autos in der Gruppe A am Start stehen müssen, um eine Punktevergabe zu ermöglichen, Staatsmeister Raimund Baumschlager erklärte gegenüber Motorline.cc warum es gerade deswegen Punkte hätte geben müssen.

"In der Ausschreibung zur Sumava-Rallye ist festgehalten, dass die Autos über einen Katalysator verfügen müssen, da sie sonst nicht zum Start zugelassen sind, im Handbuch der OSK steht, dass dies jederzeit überprüft werden kann. Allerdings ist nicht festgelegt, wann und wie oft diese Abgas-Kontrollen durchgeführt werden", so Baumschlager.

Dadurch, so der Sumava-Sieger weiter, wäre für ihn klar gewesen, dass die über 30 Starter der Gruppe A bei der Sumava-Rallye dem Abgas-Reglement entsprochen haben müssen, da sie ja andernfalls gar nicht startberechtigt gewesen wären.

"Es kann doch nicht sein, dass wir uns als Fahrer darum kümmern müssen, ob andere Fahrer beim Abgas-Test waren oder nicht. Wenn im Reglement steht, dass man ohne diesen Test nicht starten darf, dann gehe ich davon aus, dass bei den anderen Autos die bei der Sumava-Rallye gefahren sind alles in Ordnung war."

Erschwerend käme hinzu, dass es in Klatovy sehr chaotisch zugegangen sei. Als "Mundl" über die Startrampe gerollt ist, wusste er noch nicht einmal seine Startzeit für die erste SP.

Sauer ist Baumschlager in dieser Angelegenheit auch auf die österreichischen Funktionäre: „Wir haben in Klatovy nichts darüber erfahren, dass es keine Punkte gibt, ich wurde erst zu Hause darüber in Kenntnis gesetzt. Die offiziellen Stellen haben es nicht der Mühe wert gefunden, uns vor Ort darüber zu informieren."

Wittmann jun. ist stinksauer

In die selbe Kerbe schlägt auch Franz Wittmann jun.: "Wir haben guten Sport gezeigt und dabei Kopf und Kragen riskiert, ich kann einfach nicht glauben, dass man uns nun keine Punkte geben will. Was noch schlimmer ist, die Verantwortlichen haben uns ins Messer laufen lassen, man hätte uns noch vor dem Start auf diesen Umstand aufmerksam machen müssen. Die Sache ist für mich jedenfalls noch nicht erledigt."

Baumschlager spricht auch in seiner Funkion als Fahrer-Vertreter: "Meiner Meinung nach haben sich die Fahrer in dieser Angelegenheit nichts vorzuwerfen, wären überhaupt nur vier Gr.A-Autos am Start gestanden, dann hätte die Sache natürlich anders ausgesehen, aber so... "

"Als Fahrervertreter tut mir die Sache natürlich besonders für Franz Wittmann jun. leid, denn während Toto Wolff und ich ja auch um das Preisgeld im Wintercup gefahren sind, wäre Wittmann ohne ÖM-Punkte ja gar nicht gestartet. Für mich ist die Sache jedenfalls noch nicht zu Ende, wir werden alles daran setzen, die uns zustehenden Punkte auch zu bekommen.“

Toto Wolff ist derzeit geschäftlich unterwegs und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Baumschlager: Ich war immer für acht Rallyes

Angesprochen auf die Problematik, zehn Rallyes wären zu viel und für viele Fahrer nicht leistbar, meint Baumschlager: „Ich habe mich als Fahrervertreter letztes Jahr dafür eingesetzt, dass nur acht Rallyes gefahren werden, mit nur einer Stimme im Kollegium kann man zwar Vorschläge einbringen, wenn’s ums Abstimmen geht, hat man aber letztlich nichts zu entscheiden."

"Mir ist natürlich auch verständlich, dass die Veranstalter aus wirtschaftlichen Gründen an der Zusammenarbeit mit Tschechien bzw. Slowenien interessiert sind, sonst wären die Starterfelder deutlich magerer.“

Wer übrigens damit gerechnet hat, dass Baumschlager heuer alle zehn Läufe fahren wird, der irrt: „Ich schaffe es aus terminlichen Gründen nicht, alle Rallyes zu fahren, mit ein Argument, warum ich lieber acht als zehn Rallyes gehabt hätte.“

Zur neu aufflammenden Diskussion über das Reglement sieht der Oberösterreicher es weiter kontraproduktiv, einzelne Klassen zu streichen:

„Ich fände es gar nicht gut z.B. die Klasse A8 zu verbieten, denn zum einen freuen sich die Zuschauer über jedes WRC und zum anderen würde man jene Piloten die ein solches Auto haben zwingen, sich ein neues zu kaufen. Meiner Meinung nach sollte alles offen bleiben und wer es schafft die nötigen Sponsoren aufzutreiben, der soll auch in einem WRC fahren können, ich schaff das finanziell leider nicht.“

In absehbarer Zukunft rechnet Baumschlager damit, dass die Dominanz von Mitsubishi und Subaru ein Ende haben wird: „Mit der Einführung der S2000-Klasse wird man die Gruppe N auf ein gleiches Niveau bringen und damit vielen anderen Herstellern den Einstieg ermöglichen, die unter den jetzigen Bedingungen keine Chance gegen Subaru und Mitsubishi hätten.“

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