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Die Abwertung muss ein Ende finden

Der sechste Titel von Raimund Baumschlager, der fünfte in Serie, wird medial nur am Rande wahrgenommen. In der ÖM sollten jetzt die Alarmglocken schrillen. Ein Kommentar...

Michael Noir Trawniczek, noir@motorline.cc

In den letzten fünf aufeinander folgenden Jahren konnte sich Raimund Baumschlager jeweils zum Österreichischen Rallyestaatsmeister krönen - das hat vor ihm nur der legendäre Franz Wittmann geschafft. Sechsmal wurde Baumschlager insgesamt Staatsmeister - eine wirklich außergewöhnliche Karriere. Fünf Titel hintereinander - das kommt wirklich nicht oft vor, in der Formel 1 hat das nur der bislang erfolgreichste Pilot geschafft, Michael Schumacher.

Ein Blick in die heimischen Tageszeitungen - die müssten doch angesichts eines solchen Erfolges gespickt sein mit Baumschlager-Storys, die Menschen lesen gern vom Erfolg, vom wirklich großen, noch dazu anhaltenden Erfolg.

Doch leider - ein paar kleine Kästchen, mehr ist nicht zu finden. Eher konnte man vor ein paar Wochen lesen, dass Manfred Stohl in einem mit Wasser gefüllten Ball den Berg hinab rollen wollte, es dann aber nicht tat, weil Ilka Minor keine Lust auf die Action hatte - natürlich aufregend, aber dem verhinderten Freizeiterlebnis des WM-Piloten war eine ganze Seite, gewidmet, während der fünfte ÖM-Titel in Folge mit einem Kästchen Vorlieb nehmen musste. Es sei aber hinzugefügt, dass man "Stohlito" und Ilka Minor dankbar sein muss dafür, dass so eine Berichterstattung möglich geworden ist. Es geht um den Unterschied zwischen einer Seite Rallye-Vorschau und einem Kästchen beim fünften Titel in Folge.

Woran liegt das? Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber ich würde sagen: Da gibt es zum einen das, ich nenne es das "Michael Schumacher-Syndrom". Als er den ersten Titel mit Ferrari eroberte, nach einigen Fehlschlägen, wurde dem noch Respekt entgegengebracht. Doch dann, als Schumacher eine beispiellose Siegesserie begann, sahen seine Siege irgendwie auch so leicht aus. Hinzu kam, dass es einen klaren Nr. 2-Piloten gab, der Schumacher helfen musste. Jedenfalls hat Schumacher bei vielen Fans aber auch Experten mit jedem Sieg das Gefühl verstärkt, es wäre ein Leichtes, diesen zu erreichen. Freilich ist ein Sieg niemals wirklich leicht - doch es entsteht der Eindruck.

Nach zirka dem dritten Titel kommt hinzu, dass es nicht nur die geteilte Freude über den Erfolg gibt, sondern auch eine gewisse Aggressivität gegenüber dem Seriensieger auftritt - bei den Fans und bei den Konkurrenten. Denn natürlich sind Seriensiege langweilig - vor allem für jene, die hinterherfahren. Aber auch für die Zuschauer. Und auch die Wettbüros. Nach einer gewissen Anzahl von Titeleroberungen freut sich nur noch der Eroberer...

Im Falle Baumschlager kommt aber noch etwas hinzu: Die Österreichische Rallyemeisterschaft wird von manchen massiv abgewertet. Besonders prekär wird das, wenn es die Teilnehmer selbst tun - denn dies führt massiv zu einem Imageverlust der ganzen Serie, ja der ganzen Szene. Eher ist es der blanke Neid, der in der Austro-Szene blüht und gedeiht. Und ganz ehrlich: Was für ein Bild soll sich ein Journalist machen, wenn die verschiedenen Protagonisten einander andauernd anschwärzen und klein machen?

Dass Raimund Baumschlager und sein fünfter ÖM-Titel in Serie medial nur am Rande wahrgenommen wird, sollte bei den Beteiligten dieser Meisterschaft die Alarmglocken läuten lassen. Neid, Missgunst und Misskreditierung führen direkt in den Untergang - nur miteinander werden die Protagonisten der Rallye-ÖM diese Imagekrise bewältigen können. Die erste Übung wäre, den sechsten Titel von Baumschlager als eine sportliche Leistung zu akzeptieren und auch entsprechend zu würdigen.

Und eines muss man schon auch sagen: Man kann den "Mundl" ganz einfach vom Thron stoßen - man muss nur schneller fahren als der 48-jährige. Und selbstverständlich auch für die nötigen Voraussetzungen sorgen, auch in Sachen Material - wer den Eindruck hinterlässt, er könne den Titel holen, wird vielleicht das nötige Budget finden. Wer nur lamentiert, ganz sicher nicht. Daher muss auch die Abwertung dieser Serie ein Ende finden. Die Leistungen von Baumschlager sind zu würdigen - sie sind die Messlatte, diese gilt es zu übertrumpfen. Und das sollte das Ziel der jungen Garde sein.

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