RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Rallye der „Leiden“ mit Happy End

Trotz starker Grippe beendet Baumschlager die Jänner-Rallye als Dritter und holt das Punktemaximum für die Meisterschaft.

Raimund Baumschlager erkrankte zwei Tage vor dem ersten Meisterschaftslauf der Saison an einer Virusgrippe. Doch anstatt sich ins Bett zu legen und die Krankheit auszukurieren, setzte sich der Oberösterreicher in seinen neuen BRR Mitsubishi Evo IX und startete.

Mit einer Willensstärke sondergleichen absolvierte Baumschlager die 18 ungemein schweren Sonderprüfungen auf Schnee und Eis und beendete die Rallye hinter den beiden tschechischen Spitzenpiloten Vaclav Pech und Pavel Valousek auf dem dritten Platz. Als bester Österreicher wurde er zum Auftakt der Rallyestaatsmeisterschaft 2008 mit dem Punktemaximum belohnt.

„Es waren die zwei schlimmsten Rallyetage meiner Karriere, besonders die Halsschmerzen machten mir schwer zu schaffen. Das Atmen auf den Sonderprüfungen war die Hölle, ich habe mich nur drauf konzentriert, auf der Straße zu bleiben“, sagte Baumschlager nach der letzten Sonderprüfung und wünschte sich nur noch eine „heiße Dusche und ein Bett“.

Dabei hatte Baumschlager gerade als er am meisten angeschlagen war seine Extraklasse bewiesen und einen Angriff auf die vor ihm liegenden heimischen Konkurrenten gestartet. „Wir haben schnell erkannt, dass in meiner physischen Verfassung ein Sieg außer Reichweite ist, da wollten wir die höchst mögliche Punkteanzahl für die österreichische Meisterschaft heimbringen.“

Für Copilot Thomas Zeltner war die Leistung seines Chauffeurs „sensationell“ und historisch: „Das wird in die Geschichte eingehen. Am Mittwoch haben wir das Training abgebrochen und Raimund nachmittags ins Bett geschickt. Am Donnerstag war er richtig krank. Als wir am Freitag früh gestartet sind, habe ich nicht daran geglaubt, dass wir lange fahren."

"Als wir am Ende des Tages noch dabei waren, war ich unheimlich zufrieden, weil ich glaubte, dass er den Virus herausgeschwitzt hätte. Er hat ja bei jedem Service die Unterwäsche gewechselt. Am Samstag war sein Zustand noch schlechter. Ich habe erstmals bei einer Rallye mit einem Fahrer so wenig geredet."

"Nach jeder Sonderprüfung hat Raimund stumm gelitten, wir hatten nur Blickkontakt, ich habe mich um die Sachen gekümmert, die er sonst macht. Hut ab, dass er durchgehalten hat! Ich hätte in seiner Situation w.o. gegeben, wäre ins Service gefahren und hätte gesagt: Freunde, das war`s. Raimund ist ein unheimlich zäher Hund. Er hat ganze zwei Tage im Auto seinen Hustenreiz unterdrückt und erst auf der letzten Sonderprüfung hat nachgegeben."

"In so einem Zustand fast 280 Sonderprüfungskilometer so konzentriert, gut und schnell zu fahren, ist wirklich sensationell und wurde auch mit dem Punktemaximum belohnt. Wenn mir einer vor der Rallye gesagt hätte, ihr kommt auf Platz drei, hätte ich gesagt `träum weiter`.

Für Raimund Baumschlager war die IQ Jänner Rallye, die er 2004 und 2006 gewon-nen hatte, mit der Fahrt über die Zielrampe vorbei. Mit Bestzeit rauschte er ins Bett...

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-ÖM: Jänner-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

ERC, Rom: Vorschau Opel Junior Team

Junioren gehen als Mitfavoriten in die Hitzeschlacht

Zweiter Lauf der Rallye-Junior-Europameisterschaft 2026 bei der Rally di Roma Capitale. Doppelführung für das ADAC Opel Rally Junior Team mit Timo Schulz und Tom Heindrichs. Claire Schönborn möchte vor historischer Kulisse das Momentum aus den Vogesen nutzen.

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM2

Hochspannung im Titelkampf

Jubeln durfte dieses Mal Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit seiner deutschen Co-Pilotin Anna Maria Seidl im Suzuki Swift ZMX erstmals in dieser Saison die Nase vorne hatte. Günther Knobloch/Erik Fürst (Renault Clio Rally3) behielten mit Platz zwei die Meisterschaftsführung, während Roland Stengg/Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) nach starkem ersten Tag im Regen des zweiten Tages den Anschluss an die Spitze verloren, aber dennoch starke Dritte wurden.

WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.