RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Absurd: ISC schützt Hersteller vor siegloser WM-Teilnahme

Der WM-Promotor sorgt für Kopfschütteln: Neue Hersteller seien in der WRC erwünscht, insgesamt sollen es aber nicht mehr als vier sein…

Michael Noir Trawniczek

Zeitgenossen mit Hang zum Zynismus stellen gerne den Vergleich mit der DTM an – in der großen Spielklasse der Rallye-Weltmeisterschaft, der WRC (World Rally Championship) stehen mit Citroen und Ford derzeit auch nur zwei Hersteller am Start. Der Rest des Feldes wird mehr oder weniger mit Kundenteams aufgefüllt – wobei die Rallye-WM heuer schon knapp an einem einstelligen WRC-Starterfeld vorbei geschrammt ist…

Bezeichnend ist die Tatsache, dass die Veranstalter der legendären Rallye Monte Carlo freiwillig auf einen WM-Lauf verzichtet haben, um ein weiteres Jahr mit der jungen IRC (Intercontinental Rally Challenge) zusammenzuarbeiten. In der IRC tummeln sich derzeit mehr Hersteller als in der WRC. Mit der Umstellung auf Turbo befeuerte Super 2000-Boliden möchte die FIA die Hersteller auf die WM-Bühne zurückholen…

Doch der WM-Promotor ISC scheint kein allzu großes Interesse an dieser Rückkehr zu haben. ISC-Chef Neil Duncanson verblüffte letzte Woche mit der Aussage: „Es steht außer Frage, dass ich gerne noch ein paar Hersteller an Bord hätte, die zu den beiden bereits vorhandenen hinzu stoßen. Aber ich möchte nicht mehr als vier!“

Die Begründung: „"Als wir mit North One Television im Jahr 2000 der TV-Partner der WRC wurden, waren dort sieben Hersteller vertreten und ich denke nicht, dass das etwas bringt. Drei dieser Hersteller hatten keine Chance, eine Rallye zu gewinnen oder auch nur ans Podium heranzukommen. Ich denke nicht, dass das für diese Hersteller besonders gut ist."

Duncanson möchte also die Automobilhersteller vor einer drohenden Erfolglosigkeit in der Rallye-WM schützen – angesichts der zurzeit großteils blassen WM-Starterlisten ein seltsames Unterfangen. Jene Hersteller, die über die aktuell stärksten Super 2000-Autos verfügen, Skoda und Peugeot, sollen sich ohnehin bereits langfristig zur IRC bekannt haben. Hingegen soll Proton einen WM-Einstieg erwägen, allein – denn angeblich sollen Abarth und Volkswagen jene beiden Hersteller sein, die sich zu Citroen und Ford gesellen (dürfen)…

Die Gerüchteküche brodelt, die Hersteller-Limitierung sorgt für Rätselraten – nur eines ist wirklich sicher: In einer tristen Situation wie der aktuellen ist die angekündigte Limitierung nur schwer zu verstehen. So mancher könnte in seiner Meinung bestätigt werden, wonach die WM-Promotoren einen durchschlagenden Erfolg ihrer Serie mit allen Mitteln verhindern wollen. Vielleicht aber tun sie auch das in weiser Voraussicht – schließlich soll Erfolg den Charakter verderben…

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ERC, Rallye Rom: Vorschau BRR

Neulinger startet ins nächste ERC-Abenteuer

Marcel Neulinger stellt sich bei der Rally di Roma Capitale 2026 seinem nächsten Abenteuer in der Junior-EM. Der zweite Lauf der JERC führt den jungen Oberösterreicher nach Italien – auch Maximilian Lichtenegger sucht wieder die internationale Konkurrenz.

ARC, ET König Rallye: Bericht Zellhofer

Christoph Zellhofer bremste seine Gegner aus

Der Niederösterreicher hielt mit einem Triumph bei der ET KÖNIG Rallye im Murtal seine Titelchance in der ORM 2 am Leben / Auf dem Stadtkurs durch Judenburg stellte er im Suzuki Swift ZMX die Weiche auf Sieg

Mitropa Cup: Rally del Casentino

Start-Ziel-Sieg für Albert von Thurn und Taxis

Albert von Thurn und Taxis und Jara Hain gewinnen die Mitropa Rally Cup Wertung bei der 46. Rally Internazionale del Casentino. Rino Muradore /Cristina Delbello siegen im Ford Escort RS 1800 MKII in der Wertung für historische Fahrzeuge.

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.