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Rallye: EXKLUSIV

Schon bei der Bosch-Rallye gab es Spritproben…

Wie Motorline.cc erfahren hat, wurden schon bei der Bosch-Rallye Spritproben entnommen. Betroffen waren die Autos von Waldherr, Harrach und Baumschlager.

Michael Noir Trawniczek
Symbolfoto: Photo4

Seit Beppo Harrach die Rallye-ÖM zu dominieren begonnen hat, geistern jene Gerüchte durch den Servicepark, wonach sein Mitsubishi Lancer Evo IX „link“, also nicht regelkonform sei. Ein unterhaltsamer Höhepunkt der hinter vorgehaltener Hand getätigten Anschuldigungen war der angebliche „Flexi-Wing“ in Maribor, der freilich nur beschädigt war.

Hartnäckig hält sich aber auch jene Anschuldigung, wonach Harrach mit verbotenen Treibstoffzusätzen fahren würde. Wohl auch deshalb hat die OSK am vergangenen Wochenende im Rahmen der ARBÖ-Rallye Spritproben entnommen – nicht nur von Harrachs Auto, sondern auch von den Boliden von Raimund Baumschlager und Andreas Aigner.

Die Meinung der Rallyegemeinde dazu ist geteilt: Die einen begrüßen die Aktion - die anderen entgegnen, dass eine solche Kontrolle zu spät kommen würde. Schließlich reichte Harrach in Admont ein fünfter Platz zum Titelgewinn. Wirklich sinnvoll – im Sinne einer Aufklärung und damit auch Entkräftung der Anschuldigungen - wäre eine solche Überprüfung daher bei einer der vorgehenden Rallyes gewesen…

Genau das ist aber auch geschehen, allerdings wurde die Öffentlichkeit darüber nicht informiert.

Wie Motorline.cc im Zuge der Recherchen erfahren hat, wurden bereits im Rahmen der Bosch-Rallye Spritproben entnommen. Uns vorliegenden Informationen zufolge waren davon Harrach, Baumschlager und Andreas Waldherr betroffen.

Sowohl Harrach als auch Baumschlager haben gegenüber Motorline.cc auf Anfrage bestätigt, dass bei ihnen im Rahmen der Bosch-Rallye eine Spritprobe gezogen wurde.

Allerdings wurden damals nicht wie in Admont geschehen jeweils drei Proben pro Fahrer (zwei ergehen an die OSK, eine behält der Pilot als Gegenprobe) sondern nur jeweils eine gezogen.

Außerdem gab es keinen offiziellen Aushang und auch keinen Zusatz, wonach das Ergebnis bis zum Vorliegen des Untersuchungsergebnisses inoffiziell bleiben würde. Zudem wurden weder Harrach noch Baumschlager über das Ergebnis der Überprüfung informiert…

Ein Anruf bei der OSK sorgt für Aufklärung. Dietmar Hinteregger, der Leiter des Rallye-Kollegiums der OSK, wollte gegenüber Motorline.cc zwar nicht bestätigen, dass bei der Bosch-Rallye Spritproben gezogen wurden, räumte aber ein, dass eine solche Art der Überprüfung praktiziert werde und auch dem Sportgesetz entsprechen würde.

Sinngemäß erklärte Hinteregger: Die Kommissäre der OSK können jederzeit einzelne Spritproben ziehen – diese haben jedoch keinen offiziellen Charakter, sondern dienen dem Kommissar als Hinweis, ob eine große Überprüfung (mit jeweils drei Proben für OSK und Pilot sowie dem Aussetzen des Rennergebnisses) angebracht ist.

Dem Vernehmen nach wird bei solchen „inoffiziellen“ Spritproben mit einem einfachen Verfahren überprüft, ob illegale Zusätze verwendet wurden. Wäre dies der Fall, könnte der Kommissar den (weitaus kostspieligeren) „offiziellen“ Test, wie er in Admont vorgenommen wurde, in die Wege leiten.

Aus den Ereignissen bei der Bosch-Rallye könnte man also schließen, dass bei den Piloten Waldherr, Harrach und Baumschlager solche „inoffiziellen“ Spritproben gezogen wurden und es bei keinem der Teilnehmer Hinweise auf illegale Substanzen im Treibstoff gab.

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