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Rallye-ÖM: Maribor-Rallye

R4-Kit war original, mit Produktionsfehlern…

In Maribor beanstandete ein Ralliart-Vertreter öffentlich das R4-Kit von Beppo Harrach – doch dieses war original, hatte Produktionsfehler…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Marcus Kaspar/excessive.at, Daniel Fessl/motorline.cc

Er hechtet von Rallyesieg zu Rallyesieg, dazu kamen zuletzt die Vorbereitungen für den gelungenen Rallyesprint und die Arbeit in der eigenen Rallyeschule, der „Drift Company“ - über Langeweile muss Beppo Harrach garantiert nicht klagen.

Unlängst nahm sich der heuer noch ungeschlagene Tabellenleader der heimischen Rallye-Staatsmeisterschaft zudem auch die Zeit, um Ralliart Italien höchst persönlich einen Besuch abzustatten.

Ralliart Italien erhielt von der FIA das exklusive Verkaufsrecht für jenen R4-„Baukasten“, der die seriennahen Gruppe N-Modelle Mitsubishi Lancer Evo IX und X näher an die Super 2000-Boliden bringen soll. Ein solches Kit hat auch das DiTech Rallye Team in Italien bestellt – Harrach hat die Installation in mehreren kleinen Schritten vornehmen lassen.

Im Rahmen der Rallye Maribor hat der Beauftragte von Ralliart Italien, Jack de Keijzer in einem exklusiven motorline.cc-Interview erklärt, bei einer Überprüfung des Harrach-Evo IX hätte es in punkto R4-Kit Unregelmäßigkeiten gegeben: Bei den Plastiklscheiben hätte zum Teil die Kennzeichnung gefehlt, sodass nicht auszuschließen sei, dass es sich um eine Fälschung handelt. Außerdem hätte man auch an den Radaufhängungen Abweichungen eruiert, erklärte de Keijzer.

Nach der Rallye wurden die Fenster sowie Fotos der Radaufhängungen zur genauen Untersuchung nach Italien geschickt - von dort wurden die Scheiben zudem noch einmal nach England gesandt, wo der Erzeuger, die britische Partnerfirma weitere Überprüfungen vornahm, sodass die Untersuchungsergebnisse erst vor kurzem zur Verfügung standen.

Beppo Harrach berichtet: „Wir haben in Italien direkt mit der Ralliart-Führung gesprochen. Sie haben uns bestätigt, dass unser R4-Kit von ihnen stammt. Sie haben uns erklärt, dass unser Kit ein Prototyp war, der noch Mängel aufwies. Dazu gehörten die fehlenden Markierungen der Scheiben und falsche Montagepunkte bei den Aufhängungen.“

Harrach fügt hinzu: „Wir haben ihnen dann auch ganz genau erklärt, wo es nicht gepasst hat – es war ein konstruktives Gespräch bei einer lockeren Atmosphäre. Wir haben jetzt einen Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen.“

Dank seiner Seriensiege im vom Papier her gegenüber einem Super 2000-Fahrzeug unterlegenen Evo IX wird Beppo Harrach zurzeit regelmäßig mit Verdächtigungen konfrontiert, sein Rallyebolide sei „link“, sprich regelwidrig. In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Protagonisten im Servicepark der Rallye-ÖM als extrem fantasievoll - sogar ein „Flexi-Wing“, ein flexibler Heckflügel wurde ihm heuer bereits angedichtet…

Bislang jedoch konnte dem 32-jährigen Wiener keine einzige „Linke“ nachgewiesen werden – schließlich wurde jetzt auch jener Verdacht entkräftet, wonach die Aufhängungen des Evo IX illegal modifiziert wurden. Stattdessen mussten Bohrlöcher versetzt werden, da die Teile sonst nicht zu befestigen gewesen wären…

Beppo Harrach kann auch dem „Fall Maribor“ etwas Positives abgewinnen: „Das Theater bei der Maribor-Rallye hat im Nachhinein betrachtet auch etwas Gutes an sich – denn letztendlich konnten wir die Kooperation mit Ralliart Italien vertiefen.“

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