RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

„Das Cockpit muss mehr geschützt werden!“

Kubica-Copilot Jacub Gerber kritisiert die langwierige Bergung und die Unterbrechung der Leitplanken. Zudem verlangt er mehr Schutz an der Front von Rallyeautos.

Robert Kubica befindet sich nach seinem Unfall bei der Ronde di Andora weiterhin im künstlichen Koma, darf aber seit heute Morgen auf eine vollkommene Genesung hoffen.

Den Formel-1-Piloten hat es bei dem gestrigen Horrorunfall viel schlimmer erwischt als seinen Beifahrer Jakub Gerber, der sich sogar selbst aus dem Wrack des Skoda Fabia befreien konnte.

Nun spricht Gerber erstmals über den Unfallhergang: "Wir wussten wegen der Feuchtigkeit, dass es rutschig war, aber wir waren darauf vorbereitet", schildert er der Gazzetta dello Sport. "Wir rutschten in die Leitplanken und drückten diese nach außen - und dann krachten wir in die darauffolgende Leitplanke."

"Die bohrte sich durch das Auto. Ich habe sofort erkannt, dass es ernst war, denn Robert schlug mit dem Kopf gegen das Lenkrad und hatte ein übel gequetschtes Auge."

"Robert fiel ihn Ohnmacht und ich kletterte aus dem Fenster, denn die Tür ging nicht mehr auf", erinnert sich der Beifahrer an den Unfall. "Die Rettung war sofort da und dann kam auch die Feuerwehr. Sie brauchten mehr als eine halbe Stunde, um ihn rauszuholen. Die erste Crew hatte nicht die richtigen Metallschneider dabei, also mussten sie auf eine andere Crew warten. Dann konnte auch der Helikopter nicht landen. Durch all das wurde viel Zeit verloren."

Gerber übt somit Kritik an den Rettungskräften, aber auch am Veranstalter, weil die Leitplanken an der Unfallstelle unterbrochen waren. Wären sie durchgängig gewesen, wäre der Unfall möglicherweise glimpflich ausgegangen: "Diese Öffnung macht keinen Sinn", sagt der Pole.

"Vor allem aber sollten wir keine Autos mit so wenig Schutz an der Front haben. Es ist nicht das erste Mal, dass so ein Unfall passiert. Der Verband sollte sich etwas einfallen lassen, um das Cockpit zu schützen."

Angeblich soll ein Fahrfehler den Unfall ausgelöst haben. Eine entsprechende Frage der Gazzetta dello Sport beantwortet Gerber folgendermaßen: "In einem Wettbewerb versuchst du immer, so schnell wie möglich zu fahren. Robert ist der Typ Mensch, der scharfsinnig denkt, immer einen Schritt nach vorne schaut, präzise ist, schnell und sauber - einfach ein kompletter Fahrer."

Direkt vom Unfall gibt es übrigens noch keine Fotos oder Videos, auf dem Internetportal YouTube wurden aber die Onboard-Aufnahmen des nachfolgenden Piloten, Mauro Moreno, veröffentlicht.

Dieser berichtet von einem "horrenden Anblick", der sich ihm bot: "Ich rief ihn ein paar Mal beim Namen, aber er reagierte nicht, weil er halb bewusstlos war und nicht sprechen konnte. Außerdem ragte das Stahlblatt aus der Heckklappe."

Manfred Stohl, der bislang erfolgreichste Pilot in der Rallye-WM, der 2006 den vierten Gesamtrang erzielen konnte, sieht keinen Handlungsbedarf seitens der FIA - die Rallyeautos würden im Normalfall ausreichend Knautschzone an der Front anbieten. Das Interview mit Stohl finden Sie hier.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ARC, ET König Rallye: Bericht Zellhofer

Christoph Zellhofer bremste seine Gegner aus

Der Niederösterreicher hielt mit einem Triumph bei der ET KÖNIG Rallye im Murtal seine Titelchance in der ORM 2 am Leben / Auf dem Stadtkurs durch Judenburg stellte er im Suzuki Swift ZMX die Weiche auf Sieg

ORM/ARC, ET König Rallye: Bericht

Hermann Neubauer als „Lonely Boy“ an der Spitze

Der Sieger der ET KÖNIG Rallye 2026 powered by Peter Hopf Erdbau ließ nie Zweifel an seinem Erfolg aufkommen / Mehr als Platz zwei für Michael Lengauer und Platz drei für Luca Waldherr ließ der Toyota-Pilot nicht zu

Die 40. Auflage der Jännerrallye findet erst vom Donnerstag, 6. 1. 2028, bis Samstag, 8. 1. 2028, in Freistadt statt. Die Gründe dafür sind terminliche, organisatorische und menschliche

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.