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ORM: ARBÖ-Rallye

Die Stimmung vor dem Start

Wechselhaftes Wetter vor dem Start. Motorline.cc hat sich im Servicepark umgehört – wir schlagen sich R5 und S2000-Youngsters? 2WD: Keine Mörtl-Hilfe für Ebner!

Michael Noir Trawniczek

Der Servicepark der ARBÖ-Rallye – am ersten Rallyetag sind alle Teams vereint in Spital am Phyrn stationiert, am Samstag sind sie verteilt in Admont zu finden. Es gibt drei große Themen im Fahrerlager: Wie wird das Wetter? Wie schlägt sich der erste R5-Bolide in der ORM? Und: Wie geht es Beppo Harrach, der als „Beobachter“ vor Ort ist?

Gerwald Grössing und Sigi Schwarz sind umzingelt von einem Kamerateam und zahlreichen Fotografen – sie werden am Freitagnachmittag das erste R5-Fahrzeug in der ORM zünden. Eingesetzt wird der von der britischen Rallyeschmiede M-Sport angefertigte Ford Fiesta R5 von einem tschechischen Team. Grössing strahlt wie ein kleiner Junge vor der Bescherung, zugleich gibt er auch offen zu, dass er aufgeregt sei: „Klar, ich fahre zum ersten Mal mit einem richtigen Rennauto – aber der Test verlief gut. Das Auto liegt stabiler auf der Straße, die Rutschgrenze ist besser einzuschätzen – trotzdem darf man nicht übermütig werden.“

Co-Pilot Sigi Schwarz, dem die heimischen Fans den ersten R5-Einsatz dank seiner Gewichtsabnahme und einer damit einhergehenden Wette mit Grössing („Wenn du unter 100 kg kommst, stelle ich ein richtiges Rennauto auf“) zu verdanken haben, schwärmt von der Gutmütigkeit des R5: „Es war wie in einem Wohnzimmer – du sitzt easy cheesy im Auto.“ Allgemeiner Tenor der Experten und Piloten: Der Umstieg vom Evo IX in einen R5 ist einfacher als in ein S2000-Auto. Der R5 wird wie der Evo von einem Turbomotor angetrieben, zudem sind die mechanischen Bauteile seriengerechter, daher ist das Fahrverhalten gutmütiger…

Ob sich Raimund Baumschlager nun „warum anziehen“ muss? Sigi Schwarz antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Nein! Daran denke wir nicht – er kennt die Strecken und ist ein verdammt schneller Pilot.“ Die dritte Kraft, wie das bisher in der Saison der Fall war, möchten Grössing und Schwarz nicht mehr sein. Schwarz hält einen zweiten Platz für möglich: „Platz zwei ist unser Ziel!“

Dass Grössing den Umstieg vom Evo auf den R5 problemlos meistern wird, glaubt auch Mario Saibel: „Gerwald ist sicher auf Anhieb schnell.“ Saibel selbst arbeitet noch daran, sich an den giftigeren Skoda Fabia S2000 einzustellen: „Mein Ziel bei dieser Rallye ist es, so schnell wie möglich mein Tempo fahren zu können.“ Mit Blick auf den eine Stunde vor dem Start dunklen Himmel fügt er hinzu: „Wir wollen gleich puschen – das ist möglich, wenn du zufällig den richtigen reifen am Auto hast, sonst ist es ohnehin unmöglich.“

BRR steht mit vier Fabia S2000 im Servicepark. Neben Baumschlager und Saibel starten auch die Jungpiloten Chris Brugger und Henk Lategan. Auch Brugger blickt fragend gen Himmel – und sagt: „Raimund hilft mir bei den Reifen – er sagt mir, auf welcher Prüfung ich welche Reifen verwenden soll, da habe ich noch überhaupt keine Erfahrung.“

Henk Lategan fährt überhaupt erst seine erste Asphalt-Rallye: Ich sehe diese Rallye als Test – Regen wäre mir diesmal nicht wirklich Recht, denn eine trockene Piste würde mir beim Gewöhnen an den festen Untergrund zu Hilfe kommen.“

In der 2WD gibt Achim Mörtl ein Comeback im Jaga Citroen DS3 R3 – freilich sei er angriffslistig, lacht er. Weil Michael Böhm aussetzen muss, könnte sein Teamkollege Peter Ebner die Tabellenführung übernehmen, doch Hilfe von Mörtl darf sich Ebner nicht erwarten, Mörtl gibt sich gnadenlos: „Wenn er Meister werden will, muss er mich schlagen – sonst verdient er es ohnehin nicht! Wenn er mich jedoch schlägt, dann verdient er den Titel in der 2WD.“

Ebner zuckt mit den Achseln: „Eine Hilfe vom Teamkollegen erwarte ich auch nicht. Hier scheinen ohnehin alle gegen mich zu fahren, denn alle wollen mir Punkte wegkommen. Hermann Neubauer im Böhm-Suzuki, dann noch der Pole Thomas Gryc in einem weiteren Suzuki.“

Beppo Harrach wird die Rallye als Zuschauer beobachten – er geht ihm den Umständen entsprechend besser. Doch die Wirbelprellungen und auch die Lungenprellung nehmen Zeit in Anspruch. Selbst die Waldviertel-Rallye ist derzeit noch ungewiss. Ein Interview mit Beppo Harrach folgt demnächst.

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