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Rallye-WM: Analyse

Nachholbedarf in langsamen Kurven

Robert Kubica erklärt, wo er mit dem Rallye-Auto noch Zeit verliert und weshalb ihm seine Erfahrungen aus dem Formelsport eher im Weg stehen als helfen.

Robert Kubica atmet durch. Bei seinem fünften Start für M-Sport holte der Pole seine ersten Punkte in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Ausgerechnet die tückische Argentinien-Rallye meisterte der ehemalige Formel-1-Pilot ohne Schwierigkeiten oder Ausrutscher. Der Lohn: Platz sechs.

Bei den vorangegangenen Rallyes (Monte Carlo, Schweden, Mexiko und Portugal) hatte Kubica jeweils eine Nullnummer verbucht. Aufgrund seiner zahlreichen Abflüge erntete der 29-jährige Pole hier und da scharfe Kritik. Davon lässt sich er sich aber nicht aus dem Konzept bringen.

"Ich bin der Erste, der zugibt, dass ich mit dem Saisonbeginn nicht zufrieden bin", betont Kubica gegenüber 'Rallye Radio' und fügt an: "Wenn ich Fehler mache, dann ärgere ich mich selbst am meisten darüber. Gleichzeitig ist mir klar, dass ich auf diesem Level nur über Fehler lernen kann."

Eines der wichtigsten Mittel zum Erfolg auf der Rallye-Piste ist der richtige Aufschrieb. Auf diesem Gebiet erkennt Kubica zusammen mit seinem Beifahrer Maciek Szczepaniak vor allem bei Schotter-Rallyes noch Nachholbedarf.
"Ich glaube, auf Asphalt habe ich ein sehr gutes System für den Aufschrieb.

Wenn man sich ansieht, was ich im vergangenen und auch in diesem Jahr bei den Asphalt-Rallyes zustande gebracht habe - okay, in Monte Carlo hatte ich einen Crash - aber ich habe die Jännerrallye gewonnen und war in Monte Carlo gut unterwegs. Das Prinzip stimmt also. Anderenfalls wären wir nicht in der Lage, ein solches Tempo zu fahren", so der M-Sport-Pilot.

"Auf Schotter gibt es aber noch viele Dinge, die ich lernen muss. Die Art und Weise, wie der Aufschrieb anzufertigen ist, gehört ganz klar dazu", fährt Kubica fort und kommt zum Schluss: "Meine Erfahrungen, die ich in 20 Jahren auf der Rundstrecke gesammelt habe, helfen mir da nicht unbedingt weiter. Ich würde sagen, dass sie sogar störend sind."

Der 76-fache Grand-Prix-Starter gibt ein Beispiel: "90 Prozent meiner Fehler im Rallye-Auto sind in vergleichsweise langsamen Kurven passiert. Das liegt daran, dass ich langsame Kurven noch nicht so fahre, wie man sie fahren muss. Ich muss mich zwingen, komplett anders fahren. In 20 Jahren auf der Rundstrecke habe ich gelernt, dass jedes Gegenlenken einen Zeitverlust bedeutet. Also versucht man, das zu vermeiden. Auf Schotter aber muss man das Auto anstellen, um mehr Haftung und in den Kurven mehr Raum für Fehler zu haben."

"Ich bin sicher, dass ich mich in Zukunft noch verbessern kann", sagt der Formel-1-erfahrene WRC-Neuling abschließend. In Argentinien erfolgte in dieser Hinsicht ein großer Schritt in die richtige Richtung. Bei der anstehenden Italien-Rallye auf Sardinien (5. bis 8. Juni) erwartet Kubica die nächste Herausforderung auf Schotter.

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