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Rallye: News

„Im Rallye-Sport weiß man viele Dinge nicht“

Robert Kubica über die Belastungen, die im Profi-Rennsport auf einem zukommen und warum er in der Formel 1 mehr Leistungsdruck verspürte.

Viel wurde bisher über Robert Kubicas Rallye-Ausflüge geschrieben und diskutiert. Der Pole hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren nach seinem schweren Unfall, der die Formel-1-Karriere beendet hatte, nach einem neuen Betätigungsfeld umgesehen. Als ehemaliger Grand-Prix-Star steht er mehr im Rampenlicht und unter Beobachtung als einige seiner WRC-Kollegen. Die Rallye Monte Carlo zeigte die gegenwärtige Lernkurve des Polen: Mit geglückter Reifenwahl stellte er zwei Bestzeiten auf, doch am Ende landete er im Graben und schied aus.

In seiner ersten vollen Saison in einem WRC-Boliden wird Kubica viele Erfahrungen sammeln müssen. Den größten Druck macht er sich selbst. "Ja, genau. Ich hatte im vergangenen Jahr einige Unfälle. Da haben einige Leute gesagt, ich würde dem Druck nicht standhalten", sagt Kubica bei WRC live. "Aber wenn man in der Formel 1 aus der ersten Reihe oder von der Pole startet und die fünf Lichter angehen - da weiß man, was Druck ist, weil man weiß, dass es vielleicht die einzige Gelegenheit ist, ein Rennen in der Formel 1 zu gewinnen. Das ist etwas Besonderes."

Der Umstieg von der Formel 1 in die Rallye-Szene ist wie Tag und Nacht. Sebastien Ogier legt die Messlatte für alle Fahrer extrem hoch. Kann sich Kubica in der WRC durchsetzen? "Es gibt Zweifel. Wenn man am Start einer Prüfung Zweifel hat, ist es klar, dass man sich nicht genauso wie mit einer Menge Erfahrung fühlt. So war es in der Formel 1 auch. Vor meinem ersten Rennen habe ich mich zwar nicht unter Druck gesetzt, aber ich habe mich gefragt, ob ich in der Lage bin, es gut zu machen."
"Im Rallye-Sport weiß man viele Dinge nicht. Auf der Rundstrecke kann man eine Menge vorhersagen und hat das Meiste unter Kontrolle", nennt er einen fundamentalen Unterschied zwischen den beiden Motorsport-Szenen. Dass Kubica in diesem Jahr für M-Sport einen Ford Fiesta RS WRC fährt und nicht für Citroen ins Lenkrad greift, liegt in erster Linie an der Verbindung zu seinem Hauptsponsor.
"Citroen hat mir eine großartige Gelegenheit geboten, in diesem Jahr ein Werksauto zu fahren, wofür ich ihnen danken möchte. Ich will aber meinem Hautpartner Lotos gegenüber loyal sein. Ohne sie wäre ich nicht hier, denn im vergangenen Januar hatte ich kein Budget für die Einsätze mit Citroen", spricht Kubica Klartext. "Citroen hat uns sehr geholfen, aber auch Lotos. Wir konnten bei Citroen keine Einigung zwischen Lotos und Total erzielen. Ich denke aber, dass der Fiesta nicht die schlechteste Option ist."

"Nachdem ich sechs Monate für Citroen gefahren bin, wäre es großartig gewesen, Werksfahrer für sie zu werden. Es war wirklich schwer, das auszuschlagen. Ich denke aber, dass man Schritt für Schritt vorgehen muss, und es ist für mich bereits ein großer Schritt alle Rallyes in einem WRC-Auto zu fahren. Säße ich in einem Werksauto, wäre er (der Schritt, Anm. d. Red.) noch größer. Ich muss es langsam angehen."

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