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ORM: Škoda Rallye Liezen

Nach Tag 1: Baumschlager weiter souverän

Rekordstaatsmeister Baumschlager im VW Polo R WRC mit perfektem Auftakt, Hermann Neubauer im Ford Fiesta WRC als Einziger in Schlagdistanz.

Am ersten Tag der Škoda Rallye Liezen war gegen Raimund Baumschlager kein Kraut gewachsen. Der oberösterreichische WRC-Pilot drückte der Freitags-Etappe seinen Stempel auf, gewann alle fünf Sonderprüfungen inklusive dem finalen Zuschauer-Rundkurs in der Liezener Innenstadt und stellt seinen VW Polo R WRC als Führender zur Nachtruhe in den Parc Fermé.

„Ich bin wirklich zufrieden“, so Raimund Baumschlager: „Nach all den Problemen, die wir in diesem Jahr schon hatten, war das heute eine Erleichterung. Erstmals passt alles ziemlich gut zusammen, auch die Reifenwahl war perfekt. Ich hoffe natürlich, dass es morgen so weitergeht.“ Der Einzige, der sich für den langen Samstag in Schlagdistanz halten konnte, war der Meisterschaftsführende Hermann Neubauer.

Der Salzburger liegt mit seinem Ford Fiesta WRC nach fünf von insgesamt 13 Sonderprüfungen 12,7 Sekunden hinter Baumschlager: „Ich bin mit mir selber überhaupt nicht zufrieden, war auf den ersten beiden Prüfungen zwei Mal in der Wiese. Das hat viel Zeit gekostet. Der zweite Durchgang war wieder okay, man sieht jetzt halt auch, dass Raimund das Potential seines Autos immer besser nutzen kann. Aber morgen ist ein langer Tag und die Prüfungen kommen mir entgegen, noch ist es nicht vorbei!“

Gerwald Grössing (Ford Fiesta WRC), der Niederösterreicher mit steirischen Wurzeln, fuhr heute am Rundkurs in Treglwang an seinem Elternhaus vorbei, doch trotz voller Motivation ist sein Zeitrückstand mit 43,2 Sekunden bereits relativ groß: „Ich wollte heute nichts riskieren, lediglich die erste Prüfung war etwas zu verhalten. Sonst bin ich happy, nach dem Pech der letzten Rallyes möchte ich wieder eine Zielankunft.“

In der „Tour European Rally“ (TER) gibt es einen wahren Ausfall-Reigen: Nicht weniger als fünf Teams mussten bereits vorzeitig die Segel streichen, aus österreichischer Sicht fällt dabei vor allem Luca Waldherr (Opel Adam R2) ins Auge. Aber auch die beiden holländischen Mitsubishi-Piloten Henk Bakkens (Mitsubishi Evo) und Jim van den Heuvel sind bereits draußen, ebenso der Deutsche Hermann Gaßner (Toyota GT86 CS-3) und der Rumäne Filip Alexandru (Renault Clio RS R3T).

Unbeeindruckt davon zeigt sich der Belgier Bernd Casier (Ford Fiesta R5), er führt nach wie vor, wenngleich auch äußerst knapp, 0,5 Sekunden vor dem Italiener Giandomenico Basso (Hyundai i20 R5) und dem Tschechen Jaroslav Orsak (Ford Fiesta R5 EVO). Bernd Casier: „An sich ist es okay, allerdings verlieren wir beim zweiten Durchgang auf den Prüfungen viel zu viel Zeit. Ich weiß nicht warum.“

Die beiden härtesten Verfolger der drei WRCs sind zwei ŠKODA-Piloten: der deutsche Youngster Dominik Dinkel ist Vierter, Veranstalter und Lokalmatador Andreas Aigner (wie Dinkel mit einem ŠKODA Fabia R5 unterwegs) liegt mit 56 Sekunden Rückstand auf Gesamtrang fünf, , ihm fehlen gerade 0,2 Sekunden auf Dinkel, allerdings war er bis SP 4 vor dem Deutschen gelegen. Während Dinkel zufrieden ist („ich fahre kontrolliert am Limit, alles okay“) hadert Aigner mit dem Grip: „Ich habe kein Gefühl für das Auto und bin nur am Rutschen. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass es morgen bei anderen Bedingungen besser wird.“

Nach seinem verhaltenen Start kam Niki Mayr Melnhof (Ford Fiesta R5) wieder etwas besser in Schwung, er ist Gesamt-Achter, hatte allerdings von Beginn an zusätzlich mit Technik-Troubles zu kämpfen: „Nach ein paar Metern auf der ersten SP ist uns der Schalthebel gebrochen, die Motorleistung stimmt nicht und zwischendurch gab’s dann auch noch ein Problem mit der Handbremse. Mein WRC-Ausrutscher ist kein Thema, allerdings muss ich mich erst auf meinen neuen Beifahrer einstellen.“ Rang zehn und elf halten die nächsten ŠKODA Fabia R5 Piloten, namentlich Christian Schuberth-Mrlik und Allrad-Debütant Andreas Kainer.

In der 2WD-Wertung gab es in SP 5 einen Führungswechsel, hier konnte Julian Wagner ("Morgen geht die Rallye erst richtig los!") an Michael Kogler vorbeigehen. Kogler ist dennoch hochzufrieden. Er fährt, wie er sagt, „seine“ Rallye, ganz ohne Gedanken an den Titelkampf mit dem abwesenden Daniel Wolliner: „Ich habe es dieses Jahr schon zu oft verbissen versucht, jetzt fahre ich entspannt und mache mir keinen Druck. Das scheint zu funktionieren, zumal mein neuer Beifahrer Andre Kachel zwar ein Weltklasse-Mann ist, wir uns aber natürlich auch erst aneinander gewöhnen müssen.“ Drittbester „Zweiradler“ ist der Belgier Joachim Wagemans (Peugeot 208 R2), Vierter der Italiener Luca Rossetti im Toyota GT86 CS-R3, die beiden führen somit auch in der „TER“ 2WD-Wertung.

Zwischenstand 4. Škoda Rallye Liezen nach Tag 1:

1. R. Baumschlager/P. Winklhofer, VW Polo R WRC, 29:50.2 Min.
2. H. Neubauer/B. Ettel, Ford Fiesta RS WRC, + 12.7 Sek.
3. G. Grössing/C. Ettel, Ford Fiesta WRC, + 43.2
4. D. Dinkel/C. Kohl, Škoda Fabia R5, + 55.8
5. A. Aigner/I. Minor, Škoda Fabia R5, + 56.0
6. B. Casier/P. Vyncke, Ford Fiesta R5, + 1:04.4 Min.
7. G. Basso/L. Granai, Hyundai I20 R5, + 1:04.9
8. N. Mayr-Melnhof/D. Foissner, Ford Fiesta R5, + 1:14.2
9. J. Orsák/D. Šmeidler, Ford Fiesta R5 EVO, +1:29.6
10. C. Schuberth-Mrlik/J. Kramer, Škoda Fabia R5, + 1:36.7

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