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ORM: Niederösterreich-Rallye

Aigner/Rausch sorgen für neuen Rekord

Beim ÖM-Finale zeigte der Obersteirer Andreas Aigner einmal mehr nicht nur seine Klasse, sondern auch seine Liebe zum Rallyesport.

Fotos: Harald Illmer

Man sieht es nicht alle Tage, dass ein bereits in vielen internationalen Klassen siegreicher Pilot mit einem seriennahen, in der Gesamtwertung – dem Konzept geschuldet – nicht konkurrenzfähigen Fahrzeug dem Wettbewerb stellt. Nachdem ein Reifenschaden auf SP 1 der Niederösterreich-Rallye für weit über einer Minute Zeitverlust gesorgt hatte, zollten Insider dem Duo Aigner/Rausch gehörigen Respekt, als es sich bereits auf der zweiten Prüfung Braunegg in den Top 10 wiederfand und auf einem Zeitenniveau angekommen war, das bisher als die Grenze das Machbaren mit einem seriennahen M1-Fahrzeug galt. Die Bestzeit auf der 11,3 km langen SP 2 hatte Hermann Neubauer in 6:33,1 aufgestellt, Aigner/Rausch im Subaru WRX STI M1 markierten in 7:04,3 Gesamtrang acht.

Beim zweiten Durchgang der SP Braunegg fiel der bis dato Gesamtführende Neubauer wegen eines Antriebsschadens aus, während Altmeister Raimund Baumschlager im Škoda Fabia R5 mit 6:32,2 die Bestzeit noch einmal verbessern und die Führung übernehmen konnte. Nicht schlecht staunte man aber, als wenige Minuten später die Zeit von Aigner/Rausch notiert wurde: 6:47 entsprach der fünften Gesamtzeit mit einem Rückstand von nur unglaublichen 1,31 Sekunden pro Kilometer – ein neuer M1-Rekord! Jürgen Rausch: "Die fünfte Gesamtzeit in der SP 6 war unglaublich, da hat alles gepasst. Die Prüfung war vom Layout her für das Auto perfekt, und Andi hat die schwierigen Bedingungen dort – teilweise feucht, schnell, bergab, Schotter – perfekt ausgenutzt. Auch unsere Konstanz war super; auch auf den Prüfungen, die für den seriennahen M1-Subaru weniger gut gepasst haben, waren wir ebenfalls sehr gut mit dabei."

Beim zweiten Durchgang der SP Zöbern-Münichreith konnte Aigner ein weiteres Mal seine Klasse und Erfahrung auf dem schnellen Streckenlayout des Samstag Vormittags mit einer weiteren Topzeit – erneut weniger als zwei Sekunden Rückstand pro Kilometer auf den Schnellsten – untermauern. Ein weiteres Mal musste sich Aigner nur sieben, aus Leistungssicht unantastbaren R5-Fahrzeugen geschlagen geben. Der Nachmittag brachte Prüfungslayouts mit sich, auf dem die R5-Raketen ihre Leistung noch besser ausspielen konnten. Dennoch konnten Aigner/Rausch den Italiener Zanon im R5 und den frisch gebackenen 2WD-Staatsmeister Luca Waldherr auf die Plätze verweisen.

Dass die beste Gesamtplatzierung des SUBARU WRX STI M1 bei einem OM-Lauf (Knobloch/Rausch, Platz achte im Lavanttal bzw. in Weiz) nicht zumindest eingestellt werden konnte, war neben dem Reifenschaden auch dem stark fahrenden deutschen Piloten Maximilian Koch geschuldet, der – ebenso in einem neuen Fabia R5 – alle Rallyefans sogar mit einer Gesamtbestzeit überraschen konnte. Nach einem Reifenwechsel, der Koch/Brunnthaler fast fünf Minuten Zeit gekostet hatte, stürmten diese am Ende noch unaufhaltsam an Aigner vorbei.

Am Ende aber waren aber alle im Team sichtlich zufrieden. Andreas Aigner über das Wochenende: "Wir hatten – abgesehen vom Reifenschaden, da habe ich wohl ein wenig zu optimistisch gecuttet – eine super Rallye." Das Hauptziel – aufzuzeigen, dass die verwendeten Reifen auch im 18-Zoll-Format absolut konkurrenzfähig sind – habe man mit den SP-Zeiten mehr als nur erreicht. "Ein herzliches Dankeschön an die Familie Bamminger für die Einladung zu dem Einsatz. Ich habe das Gefühl, wir konnten mit einem weiteren ORC-Sieg, Rang neun gesamt und der neuen M1-Bestmarke betreffend den SP-Rückstand für einen stimmigen Abschluss einer sehr erfolgreichen Saison des M1-Meisterteams sorgen."

Das sahen alle Anwesenden des Teams so. Günther Knobloch, Teamstammpilot der letzten beiden Jahre, ergänzte: "Sportlich großes Kino – in der Veranstalter-PR habe ich die Wertschätzung dafür etwas vermisst. Abgesehen davon war die Veranstaltung sehr gut organisiert und eine Bereicherung für die ORM. Im Bereich Ausschilderung, Gestaltung und Anfahrtsbeschreibung zu den Zuseherzonen haben Helmut Schöpf und Gottfried Kogler neue Standards gesetzt. Wenn jetzt noch alle konstruktiv an einem sinnstiftenden ORM-Kalender arbeiten, könnte 2019 eine großartige ORM-Saison werden."

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