RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Schneebergland-Rallye

Kalteis´ Herausforderung des Jahres

Die Schneebergland-Rallye mit ihren atemberaubenden, spektakulären SP sollte auch heuer wieder ein ganz besonderes Erlebnis werden.

Fotos: Daniel Fessl

Die Schneebergland-Rallye sollte auch im heurigen Jahr ein ganz besonderes Erlebnis werden. Mit ihren atemberaubenden und spektakulären Schotterprüfungen ließ sie die Rallyeherzen wieder höher schlagen. Die besondere Herausforderung dabei bestand auch heuer wieder darin, nicht mit dem Bleifuß zu agieren, sondern mit Geschick und Bedacht mit dem eigenen Material zu Werke zu gehen, um am Ende das Ziel zu erreichen. So legte das Team Rallye ABST besonderes Augenmerk auf den Schutz der Bodenpartie seines Fahrzeugs.

Wie schon die letzten Jahre gezeigt haben, ist es besonders auf Schotter kaum möglich, mit den R5-Fahrzeugen und WRCs Schritt zu halten. Umso erfreulicher war die Teilnahme der Familie Gaßner, die mit zwei Fahrzeugen als Gradmesser für Kalteis/Zemanek herangezogen werden konnte. Nach der Auftaktprüfung platzierten sich Hermann Gassner junior und Martin Kalteis ex-aequo auf Platz 7, direkt hinter den R5-Fahrzeugen. Auf der winkeligen und 29 km langen Sonderprüfung Bieglhof spielte der Gaßner-Youngster seine gesamte Schottererfahrung aus und erteilte der restlichen Mitsubishi-Fraktion eine Lehrstunde.

Beim zweiten Befahren des Bieglhofs zeigte der bis dahin problemlos laufende Rallye-ABST-Mitsubishi erste Auflösungserscheinungen in Form der rechten hinteren Bremse. Diese verkeilte sich auf der Verbindungsetappe nach Rohr im Gebirge mehrmals, sodass das Rad immer wieder blockierte. Nur mit knapper Not schleppten sich Martin Kalteis und Markus Zemanek mit drei funktionierenden Bremsen ins Service, wo das Problem durch die tatkräftige Rallye-ABST-Servicecrew prompt behoben wurde, wodurch die Rallye fortgesetzt werden konnte – und das mit Bravour.

Im Tiefental brillierten die beiden Evo-VII-Piloten mit der drittschnellsten Gesamtzeit, doch die Freude darüber sollte nicht lange währen: Schon nach wenigen Metern auf der SP Haraseben brach der linke hintere Stoßdämpfer, was eine Weiterfahrt nur mit vermindertem Tempo möglich machte. Nach der Sonderprüfung konnte der Defekt schnell lokalisiert werden, doch Ersatzdämpfer gab es keine. So schien eine Weiterfahrt nahezu unmöglich. Die Firma Gaßner hatte aber schnell Hilfe parat: Sie zauberten irgendwo aus der hintersten Ecke ihres Service-Lkw zwei hintere Dämpfer heraus, die zwar schon jahrelang niemand mehr verwendet hatte, aber in der Not allemal genügen würden.

So konnte selbst nach diesem Malheur die Rallye fortgesetzt werden – der Dank des Teams gebührt Gaßner Motorsport. Auf der Verbindungsetappe stellte sich beim Mitsubishi ein recht eigenwilliges Fahrverhalten ein. Den Helm hätte man eher gegen eine Kapitänsmütze tauschen wollen, da man nun nicht mehr von Fahrverhalten, sondern von Schwimmeigenschaften reden konnte – der Ausbruch der Seekrankheit an Bord wurde ebenfalls befürchtet; doch immerhin konnte so die Rallye fortgesetzt und beendet werden, und das gar nicht so schlecht: Eine Sekunde schneller als im ersten Umlauf konnte sich durchaus sehen lassen.

Die letzte Sonderprüfung musste nach einem heftigen Abflug von Gerwald Grössing und Sigi Schwarz, denen das Team Rallye ABST auf diesem Wege baldige Genesung wünscht, neutralisiert werden und konnte somit von Martin Kalteis und Markus Zemanek nicht mehr in Angriff genommen werden. Nach dieser ereignisreichen Rallye, die mit viel Schweiß und Teamgeist vom gesamten Team Rallye ABST sicher beendet werden konnte, stand ein weiterer sechster Gesamtrang zu Buche. Das bedeutet in der Meisterschaft derzeit den fabelhaften vierten Gesamtrang. Weiter geht es auf gewohntem Terrain, auf den Asphaltstrecken der Weiz-Rallye.

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Schneebergland-Rallye

Weitere Artikel:

Sami Pajari schreibt WRC-Geschichte

Das schaffte nicht mal Sebastien Loeb

Sami Pajari hat mit seinem dritten Sieg in Folge etwas geschafft, das selbst Loeb und Ogier nie gelungen ist - Der Finne spricht über seinen historischen Erfolg

ORM/ARC, OBM Rallye: Nach SP9

Der Titelkampf ist noch immer offen!

Vor den fünf Nachmittagsprüfungen liegt Simon Wagner bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye in Führung / Hermann Neubauer hat mit seinem derzeitigen zweiten Platz die besten Titelchancen / Michael Lengauer muss hoffen

ORM/ARC, OBM Rallye: Fotos Freitag

Die besten Bilder vom Freitag

motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl präsentiert seine besten Bilder vom ersten Tag der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye.

TEC7 ORM2, OBM Rallye: Bericht

Entscheidung auf letzter SP: Titel an Zellhofer

Das packendste Meisterschaftsfinale seit langer, langer Zeit: was bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye auf die „große" TEC7 ORM-Wertung zutraf, galt auch ganz genau so für die in diesem Jahr zum ersten Mal mit Staatsmeisterschaftsprädikat ausgeschriebene TEC7 ORM2.

EHRC Gravel, East Sweden: Bericht Rosenberger

Rosenberger: Nur Latvala war schneller...

In Schweden holen Kris Rosenberger/Nicola Junschke-Bleicher ein wichtiges Podium. Mit starkem zweiten Platz erobert das Duo viele Punkte für die EHRC Gravel Wertung. Wie schon in Griechenland muss man sich nur Jari-Matti Latvala geschlagen geben