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Rally Bohemia 2018

Doppelter Erfolg für die Wagner-Brüder

Julian und Simon Wagner waren bei der Rally Bohemia in Tschechien am Start und belegten in der 2WD-Wertung die Plätze eins und drei.

Fotos: Jakub Hanzelka

Nach zwei Ausfällen in Folge gelang Julian Wagner bei der Rally Bohemia der zweite Sieg in der heurigen tschechischen Meisterschaft für zweiradangetriebene Fahrzeuge. Bruder Simon nutzte die Rallye rund um Mladá Boleslav als Test für seinen nächsten Start in der Junioren-EM und komplettierte den Teamerfolg.

Nachdem Julian Wagner in der tschechischen Rallyemeisterschaft für zweiradangetriebene Fahrzeuge zuletzt mit zwei Ausfällen in Serie einen herben Rückschlag einstecken musste, übernahm der 23jährige mit Beifahrerin Anne K. Stein bei der Rally Bohemia bereits auf der dritten Sonderprüfung die Führung in seiner Kategorie und gab diese bis zum Ende der Veranstaltung nicht mehr ab. Dabei sicherte sich das Team nicht nur die Zähler für den Sieg, sondern zusätzlich wichtige Bonuspunkte für Platz eins in der ersten und Platz zwei in der zweiten Tageswertung. In der Meisterschaft belegt Julian Wagner damit nach fünf von sieben Veranstaltungen mit nur mehr zwölf Punkten Rückstand auf die Spitze den zweiten Gesamtrang.

"Ich bin heute einfach nur happy und möchte meinem Team, meinen Partnern und Sponsoren und meiner Beifahrerin für das perfekte Wochenende danken", strahlte Wagner im Ziel. "Die letzten beiden Veranstaltungen endeten für uns leider nicht wie gewünscht, und uns allen war klar, dass hier in Mladá Boleslav unbedingt ein Spitzenergebnis her muss, um unsere Chancen auf den Titelgewinn zu wahren. Wir haben von Anfang an einen guten Rhythmus gefunden und konnten uns ohne viel Risiko an der Spitze behaupten. Dass wir schnell sind, haben wir schon während der letzten Rallyes unter Beweis gestellt, aber dieses Mal kam einfach auch noch das nötige Quäntchen Glück dazu, sodass wir schlussendlich nicht nur mit einem Sieg, sondern auch mit vielen wichtigen Punkten belohnt wurden."

Mit Gesamtrang 17 ließ Julian Wagner als kleiner, aber feiner Bonus zudem noch viele deutlich leistungsstärkere Allradfahrzeuge hinter sich und musste sich schließlich nur Fahrzeugen der obersten Kategorie (R5 und S2000) geschlagen geben.

In der ersten von insgesamt fünfzehn Sonderprüfungen setzte zunächst jedoch ein anderer Wagner die 2WD-Bestzeit und meldete sich eindrucksvoll in Tschechien zurück: Simon Wagner, der bereits im vergangenen Jahr die Meisterschaft und den Peugeot Cup im Nachbarland bestritten hatte und wie seín Bruder in einem Peugeot 208 R2 von Sparrow Racing an den Start ging, nutzte die Rally Bohemia als Test für den in drei Wochen stattfindenden dritten Lauf der Junioren-EM und komplettierte den Erfolg des Teams mit einem dritten Rang in der 2WD-Kategorie.

Simon Wagner, der aufgrund einer Verhinderung seines Stammbeifahrers Gerald Winter erstmals mit dem Deutschen Alexander Rath an den Start ging, lag lange Zeit hinter seinem Bruder auf dem zweiten Rang der 2WD-Wertung, stellte den Testcharakter der Veranstaltung aber schließlich über das Ergebnis.

"Es war toll wieder in Tschechien zu fahren", berichtete Simon Wagner. "Die Prüfungen dort und das Niveau, auf dem um Sekunden gekämpft wird, sind einfach toll, so dass der Lerneffekt riesig ist. Natürlich hätte ich gerne noch ein wenig um die Spitzenplätze mitgekämpft, aber da die Reifenauswahl in der Europameisterschaft beschränkter ist als in der tschechischen, und ich möglichst realistische Testbedingungen für den kommenden ERC-Lauf in Rom schaffen wollte, entschied ich mich, bei den in der ERC zulässigen Reifenmischungen zu bleiben, auch wenn diese für die Bedingungen der Rallye nicht perfekt waren."

Nach der Rally di Roma Capitale vom 20. bis 22. Juli, dem kommenden EM-Lauf mit Simon Wagner/Gerald Winter, geht das nächste Duell der schnellen Wagner-Brüder voraussichtlich im August bei der sowohl zur Europa- als auch zur tschechischen Meisterschaft zählenden Czech Rally Zlín über die Bühne. Neben den Platzierungen in ihrer jeweiligen Meisterschaft wird natürlich auch die Frage spannend, welcher der beiden Wagner-Brüder dort die Nase vorne haben wird.

"Ob Simon und ich auch gegeneinander fahren? Natürlich! Das Ziel war hier eindeutig, in der Meisterschaft zu punkten, aber das – wenn auch etwas ungleiche – Duell mit dem eigenen Bruder ist immer ein zusätzlicher Ansporn.", sagte Julian Wagner. "Leider hatten wir bisher noch nicht die Gelegenheit, mit völlig identischen Voraussetzungen gegeneinander zu fahren", ergänzte Simon Wagner, "aber was nicht ist, kann ja noch werden ..."

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