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Exklusiv: WRC-Einsatz in Dobersberg
Fotos: Harald Illmer, Rosenberger privat

Herbstrallye: Das wundersame WRC-Comeback

Seit 2019 sind die 1,6 Liter-WRCs in Österreich nicht mehr startberechtigt - doch in Dobersberg pilotierte Gerald Rigler ein solches zum Gesamtsieg. Wie kam es dazu? Und: Kehren die WRCs zurück?

Noir Trawniczek

Die World Rally Cars (WRC) - von 2016 bis 2018 waren die WRC 1,6 Liter in Österreich zugelassen (2017 wurden in der WM die neueren „bissigeren“ WRC eingeführt). 2017 erlebte die Österreichische Rallye Staatsmeisterschaft (ORM) mit den WRC eine extrem spannende Meisterschaft. Als Raimund Baumschlager ein VW Polo WRC zum Einsatz brachte, wurde dieser Einsatz sogar in England mit Interesse verfolgt, ganz Europa blickte ein wenig neidisch nach Österreich. Dennoch war Ende 2018 Schluss, denn ab 2019 wollte die AMF nur R5-Fahrzeuge als höchste nationale Spielklasse zulassen, das damals von vielen geteilte Argument waren die hohen Einsatzkosten...

Am vergangenen Wochenende, bei der Herbstrallye Dobersberg, kam es jedoch - für viele Fans und auch Aktive überraschend - zu einem WRC-Comeback in Österreich: Gerald Rigler brachte beim Finale der Austrian Rallye Challenge (ARC) ein Ford Fiesta WRC zum Einsatz. Rigler sagt: „Ich möchte einmal im Jahr richtig Spaß haben und ich habe mir daher dieses WRC angemietet.“ Laut dem nationalen Rallye-Reglement ist ein solcher Einsatz nicht vorgesehen - doch die Verantwortlichen reagierten kulant und unkompliziert. ARC-Koordinator Helmut Schöpf erklärt: „Die ARC ist eine Serie, die das Fahren ermöglichen möchte. wir wollen niemanden nachhause schicken. Das Fahrzeug hat für die Klasse 7.1 genannt, auf der Nennliste stand nur ‚Ford’ - ohne ‚Fiesta’ und ohne der Bezeichnung ‚WRC’. Nach der Technischen Abnahme wurden dieses Fahrzeug und noch ein weiteres in die Klasse 10 verschoben, welche dem Veranstalter für Fahrzeuge dient, die in keine andere Kategorie hineinpassen. Der Technik-Kommissar hat die Sportkommissare darüber informiert und nachgefragt, ob man dazu Näheres wissen möchte, was diese verneint haben. Klar war für uns, dass Rigler somit in der ARC nicht punktberechtigt ist. Ob ein Fahrzeug starten darf oder nicht, entscheiden aber weder wir als ARC noch der Veranstalter, sondern die Sportkommissare.“ Schöpf fügt hinzu: „Die nationalen Rallye-Regeln sind sehr unklar formuliert, auch die Passage mit den World Rally Cars - ich setze mich schon seit langer Zeit dafür ein, dass man hier das Regelwerk klarer formuliert.“

Wenig überraschend hat Willi Singer, der Vorsitzende der AMF-Rallyekommission eine andere Sicht der Dinge: „Das Reglement ist klar formuliert - und der Einsatz des WRC war nicht korrekt. Wir werden uns das genau ansehen - und ich denke, dass wir 2022 die Klasse 10 streichen werden.“

Kehren die WRCs zurück?

Gerüchten zufolge soll es gleich meherere Piloten geben, die gerne ein WRC 1,6l einsetzen würden, auch in der ORM - die Fans würde das wohl freuen. Ein Pilot, der ein solches Auto besitzt, ist Kris Rosenberger. Mit seinem Mini WRC führt er drei Rallyes vor Saisonende in der balearischen Meisterschaft und sagt: „Da ich ein solches Auto besitze, würde ich damit natürlich auch in Österreich fahren, wenn es hier wieder erlaubt sein sollte. Wenn nicht, ist es aber auch kein Problem, dann fahre ich eben im Ausland damit.“

Kommt es nun zum großen WRC-Comeback? Willi Singer winkt ab: „Wir wollen die Kosten im Rahmen halten, sodass möglichst viele Teams mit R5 bzw. rally2-Fahrzeugen um den Sieg mitfahren können. Deshalb haben wir uns Ende 2018 darauf geeinigt, die WRC nicht mehr zuzulassen.“ Nicht ganz stringent erscheint diese Argumentationslinie, wenn zugleich recht kostenintensive Elektroautos zugelassen werden - Singer räumt ein: „Das stimmt - doch hier geht es um die Zukunft unseres Sports, dieser Entwicklungsarbeit wollten wir nicht im Wege stehen. Und wir haben uns hier die Möglichkeit offen gelassen, jederzeit in die Balance of Performance einzugreifen, das wird auch im nächsten Jahr so sein. Ich hoffe zudem, dass es nicht bei einem ‚Prototypen‘ bleiben wird, sondern dass BRR ein zweites Auto aufbaut, das man auch anmieten kann, STARD bietet Elektroautos auch zum Kauf an und ich denke, dass diese Autos mit der Zeit auch günstiger werden.“

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