RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Hartbergerland Rallye 2022: Bericht Simon Wagner
Butschell

Sekundenkrimi mit Hattrick-Ausgang

Auf der letzten von insgesamt 13 zu absolvierenden Sonderprüfungen der Hartbergerland Rallye verwandeln Simon Wagner und Gerald Winter einen Rückstand von 0,1 (!) Sekunden in den dritten von drei möglichen Siegen in der heurigen Rallye Staatsmeisterschaft und sichern sich mit dem extra Punkt für die schnellste Zeit auf der Powerstage erneut eine makellose Punkteausbeute im Kampf um den Titel.

Makellos begann für die amtierenden Rallye Staatsmeister auch die erste Etappe der zweitägigen Veranstaltung mit Dreh- und Angelpunkt am Festgelände in Hartberg. Auf vier der ersten vier Sonderprüfungen erzielten Wagner und Winter jeweils die Bestzeit und konnten sich bereits leicht vor Titelkonkurrent Hermann Neubauer absetzen. Als dieser auf den Sonderprüfungen fünf und sechs schließlich in Fahrt kam und seine ersten Bestzeiten markierte, konnten das Team aus Oberösterreich und Kärnten souverän kontern und den ersten Wertungstag, nach zwei weiteren Bestzeiten, mit einem Vorsprung von insgesamt 5,9 Sekunden auf den Zweitplatzierten abschließen.

„Wir haben uns auf Anhieb wieder sehr wohl im Auto gefühlt“, sagt Wagner. „Der Powerstage Sieg beim Europameisterschaftslauf vor zwei Wochen auf Gran Canaria hat uns natürlich Auftrieb gegeben und auch die Abstimmungsarbeit mit unserem Team und Skoda Motorsport hat wieder hervorragend funktioniert. Unter solchen Voraussetzungen macht es einfach vom ersten Meter an unheimlich Spaß im Auto zu sitzen und das schlägt sich natürlich auch gleich in den Zeiten nieder.“
Die erwähnte Abstimmungsarbeit am Skoda Fabia Rally2 von Wagner machte sich dann auch zu Beginn des zweiten Wertungstages bemerkbar. Diesmal jedoch, fand sich Wagner plötzlich auf Platz zwei des Klassements wieder und wurde, zumindest kurzzeitig, vom Gejagten zum Jäger.

„Wir haben dieses Wochenende wirklich viel ausprobiert und zwischen verschiedenen Einstellungen hin und her gewechselt“, berichtet der 29-Jährige. „Die Fahrzeugabstimmung, für die wir uns am Sonntagmorgen entschieden haben, erwies sich dabei als nicht ganz optimal, aber so haben wir es für die Zuseher und Fans wenigstens noch mal spannend gemacht“, schmunzelt der gebürtige Mauthausener.

„Spannend“ ist dabei wohl leicht untertrieben für den Fight, den der Staatsmeister von 2021 und der Staatsmeister von 2019 den Fans zum wiederholten Male boten. Vor der abschließenden Zuschauersonderprüfung auf dem Gelände des Einkaufszentrums „Hatric“ trennten die beiden Kontrahenten-Teams gerade einmal 0,1 Sekunden zum Vorteil von Neubauer und Beifahrerin Ursula Mayrhofer.

So spannend war das Finale eines Staatsmeisterschaftslaufes – wenn überhaupt schon einmal – seit Jahren nicht mehr. Nicht nur die Zuseher vor Ort und die vielen Fans, die vor den Bildschirmen das Live-Timing verfolgten, auch die Fahrer selbst standen einen wahren Nervenkrimi aus. Den kühleren Kopf bewahrten hier schließlich wieder Wagner und Winter und erkämpften sich auf den letzten Wertungskilometern so den dritten von bisher drei möglichen Gesamtsiegen in der ÖRM 2022.
„Diesmal war es sehr knapp und spannend“, sagt Wagner im Ziel. „Der Fight mit Hermann und Ursi (Ursula) hat richtig Spaß gemacht und es ist einfach wunderbar, was wir den Zusehern in dieser Meisterschaft an Action bieten können. Selbst im Ziel hat es noch einige Zeit gedauert, bis wirklich klar war, wer vorne ist. Schließlich ging es hier um die Zehntelsekunde. Rallyes, die auf den letzten Sonderprüfungen entschieden werden, das ist doch, was die Fans sehen wollen“, freut er sich abschließend.

Nach dem Hat-trick steht als nächster Lauf die Rallye St. Veit im Rallye-Kalender. Der vierte Staatsmeisterschaftslauf geht am 17. Und 18. Juni über die Bühne und findet wiederum in der Heimat von Wagners Beifahrer Gerald Winter, in Kärnten statt.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.

ORM/ARC, ET König Rallye: Bericht

Hermann Neubauer als „Lonely Boy“ an der Spitze

Der Sieger der ET KÖNIG Rallye 2026 powered by Peter Hopf Erdbau ließ nie Zweifel an seinem Erfolg aufkommen / Mehr als Platz zwei für Michael Lengauer und Platz drei für Luca Waldherr ließ der Toyota-Pilot nicht zu

Nachgefragt bei AMF & Manfred Stohl

Streitfrage: Rallye schon ab 13?

Der 19-jährige Este Jaspar Vaher zeigte in der ERC gehörig auf - er fuhr schon ab 13 als Vorausauto, ab 14 im Bewerb. Soll man auch bei uns das Mindestalter für Rallye-Teilnahmen herabsetzen?

ORM, ET König Rallye: Nach SP2

Ex-Champion startet blitzartig

Hermann Neubauer beherrschte die ersten zwei Prüfungen der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg am besten / Der ehemalige Champion Salzburger führt zwischenzeitlich vor Michael Lengauer und Luca Waldherr

ORM/ARC, ET König Rallye: Nach SP10

Alles beim Alten an der Spitze

Toyota-Pilot Hermann Neubauer hält bei der ET KÖNIG Rallye im Raum Judenburg nach wie vor die Führung / Sekunden-Duelle um Platz drei und in der ORM 2 (Foto zeigt Günther Knobloch, der knapp vor Christoph Zellhofer die ORM2 anführt)