RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye St Veit: Bericht Manuel Kurz
Harald Illmer

Life is just a rodeo

Nach Außen hin war das Problem kaum sichtbar, aber letztendlich sorgte es für einen unvermeidlichen Stillstand: Manuel Kurz und Tobias Zörweg kämpften bei der Hirter Rallye St. Veit mit einem unbefestigten Differential an ihrem BMW, was einige Schwierigkeiten mit sich brachte, sie aber nicht an gewohnt schnellen Zeiten hinderte. Ihr beherzter Einsatz endete schließlich dennoch jäh auf der achten Prüfung.

Viele Rallyes konnten Manuel Kurz und Tobias Zörweg mit ihrem BMW 328i problemlos beenden, aber diesmal war von Beginn an der Wurm im System. Der Grund war eine gerissene Befestigungsschraube am Differential, was sich schon auf der kurzen Freitagesprüfung bemerkbar gemacht hatte. Eine Reparatur auf die Schnelle war jedoch nicht möglich, da der Bruch direkt im Gewinde eingetreten war.

Es blieb demnach nichts Anderes übrig, als so gut als möglich zu versuchen, über die Prüfungen zu kommen. Was den bloßen Zeiten nach zu schließen auch gar nicht schlecht gelang. Nach einer Neutralisation auf der zweiten Prüfung (Gurk – Bergwerksgraben I) ging es auf Waitschach – Urtl I mit einer 16. Gesamt-Zeit ganz ordentlich zur Sache, was eine glatte Bestzeit in der Klasse 7.3 bedeutete. Gegen die enorm starken Konkurrenten Lukas Dirnberger/Lukas Martinelli im Ford Fiesta ST und den unverwüstlichen Haudegen Nikolaus Schelle (mit Copilotin Lina Meter) im Suzuki Swift Sport ein prächtiges Signal. Ab der vierten Prüfung (Gurk – Bergwerksgraben II) wurden die Gegner mächtiger, sie vermochten sich jedoch zeitenmäßig nur knapp durchzusetzen. In der Zwischenwertung blieb das jugendliche BMW-Duo aus der Steiermark vorne.

Manuel Kurz und Tobias Zörweg kämpften zu diesem Zeitpunkt schon mehr mit den technischen Tücken als mit ihren Konkurrenten: Die Kardanwelle scheuerte durch das lose Differential vor allem beim Gasgeben stark am Blech der Karosserie, sodass es im Inneren des Wagens sehr laut zuging. Folglich drangen die Copiloten-Ansagen von Tobias Zörweg nur teilweise zu Manuel durch, alles in allem eine sehr anstrengende Angelegenheit. Selbst ein Gurt, der zur Befestigung des Differentials eingesetzt wurde, konnte auf Dauer keine Besserung bewirken, da er seinerseits gerissen war.

Solange es ging, wurde das Beste versucht, aber auf der Prüfung Nr. Fünf (Waitschach – Urtl II) musste man die Klassenführung endgültig Lukas Dirnberger und Lukas Martinelli überlassen. Auch Niki Schelle zog knapp vorbei. Ein dritter Platz in der Klasse schien jedoch weiterhin in Reichweite. Nach außen hin hielten Manuel Kurz und Tobias Zörweg diese Position auch sehr beständig, doch auf der achten Prüfung, dem besonders fordernden Marathon Schaumboden – Gradenegg, wurden die Probleme zu groß: Es kam in einer langsamen Kurve zu einem Achsbruch, der schließlich das Ende der Rallye bedeutete.

Letztendlich aber doch ein sehr eindrucksvoller sportlicher Einsatz, wenn man zusätzlich bedenkt, daß Manuel Kurz durch eine Infektion als Nachwirkung einer nicht weit zurückliegenden Mandeloperation geschwächt war und zu fiebersenkenden Mitteln greifen musste. Es ist deutlich erkennbar, dass sein Copilot Tobias Zörweg und er vor allem bei einem störungsfreien Wettbewerbsverlauf absolute Favoriten auf einen Klassensieg sind und auch in Zukunft mit ihnen zu rechnen sein wird. Bei der Mühlstein-Rallye im August wird das Rodeo in eine weitere Runde gehen, und dann – wie zu hoffen ist – mit weniger belastenden Elementen.

Kurz gesagt: Die jungen Steirer werden es weiter spannend machen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Die 40. Auflage der Jännerrallye findet erst vom Donnerstag, 6. 1. 2028, bis Samstag, 8. 1. 2028, in Freistadt statt. Die Gründe dafür sind terminliche, organisatorische und menschliche

WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…

ORM, ET König Rallye: Nach Tag 1 (SP5)

Hermann Neubauer ließ heute nichts anbrennen

Der Salzburger Ex-Staatsmeister liegt nach dem ersten Tag der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg in Führung / Morgen warten jedoch noch zehn harte Prüfungen auf ihn und seine Verfolger

Zur Einstimmung auf die bevorstehende Rally Akropolis erzählt unser Kolumnist Peter Klein aus jener Zeit, in der schon die Anreise zu dieser Kult-Rallye ein wahres Abenteuer war...

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.