RALLYE

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Problemlose Rallye für Race Rent Austria

Zum großen Teil verlief die Hartbergerland-Rallye für die Race Rent Austria-Teams ohne gröbere Probleme - gute Stimmung im Servicepark und auch auf den Sonderprüfungen...

Das Race Rent Austria-Team blickt auf einen erfolgreichen Einsatz bei der Hartbergerland-Rallye zurück. Von den sieben betreuten Fahrzeugen sahen sechs die Zielrampe. Lediglich bei Michael Kogler (Copilot Andre Kachel) hielt dessen Pechsträhne an, er musste seinen „Hundeknochen“-Escort schon nach drei Kilometern abstellen, nachdem sich die Keilriemenscheibe der Kurbelwelle in ihre Einzelteile aufgelöst hatte. Und das genau im 50. Jubiläumsjahr dieses Ford Escort RS2000...

Die beiden Vorausfahrzeuge von Iris Gerhard und Christian Kornherr sorgten bei den Fans für erfreute Gesichter, Josef Pferschy überraschte auch sich selbst mit seinem famosen Comeback nach sechs Jahren, Markus Stockinger glänzte als bester RRA-Pilot, Stefan Müller hatte einen problemlosen Lauf zur Austrian Rallye Challenge und Gerhard Hajszan und Peter Treybal konnten die Rallye auf Platz 31 beenden.

Gerhard/Linhard: „Das Gefühl war einfach gut“

Die charismatische Lokalmatadorin Iris Gerhard zeigt sich nach ihrem zweiten Einsatz als Vorausautopilotin durchwegs zufrieden: „Man hat auf den Onboard-Videos gesehen, dass es vom Fahren her besser wurde und auch das Zusammenspiel mit meinem Copiloten Robert Linhard war nun schon viel besser. Außerdem ist mir auch der Ablauf einer Rallye viel klarer geworden, wir haben das Auto völlig unbeschadet wieder abgestellt und das Gefühl war einfach gut.“

Doch Iris Gerhard wäre nicht Iris Gerhard, wenn sie nicht auch im Servicepark für optische Farbtupfen gesorgt hätte - die Hospitality von Race Rent Austria wurde mit rosa Luftballons verziert, die Fans, darunter auch viele Kinder, zeigten sich begeistert: „Unserere Autogrammkarten waren sehr gefragt, wir hatten auch stets welche dabei - von unseren Merchandising-Artikeln ist kein einziger übrig geblieben...“

Stockinger/Moser: Klassenzweiter will weiter optimieren

Auf den ersten beiden Prüfungen lief es für Markus Stockinger und Johann Rainer Moser im Mazda 2 Proto „nicht ganz so toll“, wie Markus Revue passieren lässt: „Ich war da noch nicht auf vollen Touren und wohl auch zu wenig konzentriert, da wir einmal falsch abgebogen sind und ein weiteres Mal habe ich dann zu spät gebremst. Insgesamt hat uns das zwischen 30 und 40 Sekunden gekostet.“

In der Folge leistete sich Markus Stockinger jedoch keine weiteren Fehler und so konnte das angepeilte Ziel, das Klassenpodium problemlos erreicht werden. Markus lacht: „Ja, wir konnten Schmolli ein Bisschen ‚schädigen‘.“ Was „Stocki“ damit meint: Race Rent Austria-Teamchef Wolfgang Schmollngruber hat auch im Hartbergerland jene RRA-Teams, welche es in die Top 3 der Klassen 8 oder 7.1 schaffen, mit einem kleinen Preisgeld belohnt. Stockinger/Moser beendeten die Rallye auf dem guten 14. Gesamtrang und belegten in der Klasse 8 hinter Dominator Christoph Zellhofer Platz zwei. Was für Stockinger zählt: „Wir konnten insgesamt ein wenig näher an Zellhofer heranrücken - und wir waren einmal sogar schneller als Enrico Windisch in seinem Audi A1 rally2 Kit. Dieses rally2 Kit ist ja quasi das Kongenial der FIA-Pyramide zu den bei uns zugelassenen nationalen Proto-Fahrzeugen - da können wir also sehr zufrieden sein.“

Trotz aller Zufriedenheit ist die Fahnenstange für Markus Stockinger noch lange nicht erreicht: „Unser Mazda 2 Proto bietet noch immer ein großes Potential für weitere Optimierungen. Es gibt immer noch Bereiche, wo wir Gewicht reduzieren können - und natürlich gibt es auch fahrerisch immer noch ausreichend Raum für Verbesserungen.“

So sollte man meinen, dass Markus Stockinger schon bei der nächsten Rallye wieder den Mazda zünden wird - doch Markus winkt ab: „Ich denke, dass wir die St. Veit Rallye eher nicht fahren und wir stattdessen in aller Ruhe unser Auto weiter verbessern werden. In Weiz jedoch sind wir ganz sicher wieder am Start.“

Müller/Turecek: Sinus der Lernkurve

Auf der Eröffnungsprüfung der Hartbergerland-Rallye konnten Stefan Müller und Alexander Turecek im Ford Fiesta Proto mit der drittschnellsten Zeit der Klasse 8 glänzen, noch vor Stockinger/Moser. Doch auf der darauffolgenden Prüfung wurde die Freude über den guten Einstieg etwas gedämpft, wie Stefan berichtet: „Beim Anbremsen einer Kurve ist das Heck gekommen und wir haben quasi eine Böschung geküsst. Zum Glück konnten wir aber weiterfahren und der Proto war nicht zu sehr beschädigt.“

Stefan Müller hat bei dieser Rallye etwas anderes, etwas Grundsätzliches bedrückt - ein Phänomen, das man des Öfteren von Piloten zu hören bekommt, das man aber auch im „normalen“ Leben als den „Sinus des Lebens“ oder den „Sinus jeder Lernkurve“ bezeichnen könnte. Stefan gibt Einblick in das Innere seiner Pilotenseele: „Im Lavanttal konnte ich einen großen Schritt nach vorne machen und die Zeit auf der ersten Prüfung der Hartbergerland-Rallye war sehr gut - trotzdem habe ich nach diesem Schritt nach vorne nun das Gefühl, auf der Stelle zu treten.“ Ganz konkret fügt Stefan hinzu: „Es geht darum, wie ich den Aufschrieb gestalte und wie ich ihn dann im Wettbewerbstempo umsetze. Ich fand für mich an den Streckenrändern zu wenig markante Anhaltspunkte neben all den Bäumen und Sträuchern. Obwohl sich die Rallye nicht sehr verändert hat, fand ich sie im Vorjahr irgendwie ‚netter‘. Die Prüfungen sind zum Teil verdammt schnell und ich mag halt grundsätzlich mehr das Kurvige.“

Alles in allem könne er jedoch zufrieden sein, fügt Stefan Müller hinzu: „Technisch lief es diesmal völlig problemlos, es gab keinerlei Defekte und bei unserem Crash wurden nur eine Stoßstange und ein Seitenspiegel zerstört.“ In der Austrian Rallye Challenge Proto (ARCP), in der nur der erste Tag (acht der insgesamt 13 Prüfungen) gefahren wurde, konnten Müller/Turecek den fünften Platz belegen. Jetzt steht für die beiden Freunde die „große Sommerpause“ auf dem Programm...

Pferschy/Schieder: Grandioses Comeback nach sechs Jahren

Im Jahr 2016 fuhr Josef Pferschy seine erste und bislang auch letzte Rallye - mit einem Opel Corsa OPC Cupauto. Umso erstaunlicher war nun die Performance, die Pferschy bei seinem Comeback im Mitsubishi Lancer Evo IX Proto leisten konnte. Gemeinsam mit Copilot Daniel Schieder konnte Pferschy die Rallye ohne Probleme auf Platz 27 und in der Klasse 8 auf Platz drei beenden.

So scheint auch Josef Pferschy selbst ein wenig überrascht auf das Wochenende zurückzublicken: „Es war natürlich eine gewisse Umstellung vom Cupauto auf den Evo IX und ich habe die ersten beiden Sonderprüfungen gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Es lief geradezu reibungslos - wir konnten den Wagen ohne einen Kratzer wieder abstellen. Der einzige Zwischenfall hat uns keine Zeit gekostet - im Service sind die Top-Mechaniker des Race Rent Austria Teams draufgekommen, dass wir uns auf der Prüfung davor einen leichten Reifenschaden zugezogen haben - das haben wir im Fahrzeug gar nicht bemerkt.“

So kann Josef Pferschy eine mehr als zufriedene Bilanz ziehen: „Wir haben unser Ziel erreicht und wir konnten in Rohrbach sogar in die Top 20 fahren und auch auf den dritten Klassenrang können wir durchaus stolz sein. Und vor allem hat es einen Riesenspaß gemacht. Jetzt lassen wir dieses tolle Erlebnis einmal ausklingen...“ Dass man den Namen Pferschy heuer noch auf der einen oder anderen Nennliste finden könnte, sei jedenfalls „nicht ausgeschlossen“...

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