RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye St Veit: Vorschau Manuel Kurz

Mit altem Auto zu jugendlichen Heldentaten

Mit ihren erst 24 Jahren haben Manuel Kurz und Tobias Zörweg im heimischen Rallyesport schon einiges erreicht. Zumindest in der vor einigen Jahren neu geschaffenen Kategorie M1 Rallye Masters gelten sie immer wieder als Mitfavoriten, woran auch der Beistand des ehemaligen PWRC-Weltmeisters Andi Aigner seinen Anteil hat. Nun wollen sie ihren BMW 328i bei der Hirter Rallye St. Veit ordentlich fliegen lassen.

Als 1998 geborene gehören Manuel Kurz und Tobias Zörweg zu den noch sehr jungen Vertretern unter Ihresgleichen, wenn man es am Durchschnittsalter der in Österreich aktiven Rallye-Teilnehmer misst. Seit ihrem Einstieg vor drei Jahren hat sich dennoch schon eine ansehnliche Erfolgsstatistik herangebildet: Bereits bei ihrem ersten Start anlässlich der Rebenland-Rallye 2019 konnten sie mit einem zweiten Platz in der Kategorie M1 Rallye Masters sich selbst und anerkannte Fachleute davon überzeugen, dass ihr Grundspeed ein auffallend guter ist. Es sollte nicht bei dem positiven ersten Eindruck bleiben: Bei der darauffolgenden Lavanttal-Rallye, ohnehin bekannt für ihren hohen fahrerischen Anspruch, gab es die erste Bekanntschaft mit regnerischen Bedingungen im Rallye-Einsatz. Einen Klassensieg gab es dennoch. Dazu kam als besonderes Highlight ein Sekundenduell mit den Ex-Racing-Rookies Patrick Knoll und Luca Pröglhöf, das mit einem ersten Platz in der Klasse 7.3 ein sehr glamouröses Ende fand. Die Jahresbilanz schließlich brachte einen Sieg in der M1 Rallye Masters zutage (einschließlich Kategorie LG1).

Auch nach dieser sehr guten Premieren-Saison wurde die gute Wettbewerbsfähigkeit des schon in früher Jugend sehr Motorsport-affinen steirischen Duos eindrucksvoll bestätigt, etwa anhand der 16. Gesamtplatzierung bei der Blaufränkischland-Rallye 2020. In der aktuellen Saison gab es einen 24. Platz bei der Rebenland-Rallye, wiederum kombiniert mit einem Klassensieg. Nach einem gleichfalls recht gut gelungenen Zwischenspiel bei der Rallye Vipavska Dolina soll es nun bei der Hirter Rallye St. Veit ebenfalls wie gewohnt zur Sache gehen.

Beweise dafür, dass Manuel Kurz und Tobias Zörweg, die gemeinsam die Schulbank in der HTL für Maschinenbau in Trieben gedrückt haben, ein bestens eingespieltes Team sind, sind somit genügend erbracht. Auch der verwendete Rallyewagen, ein BMW 328i der Baureihe E36, hat sich oftmals wunderbar bewährt. Zugehörig zur Klasse M1 Rallye Masters, die im Interesse einer höheren Markenvielfalt im heimischen Rallyesport und auch eines erleichterten Zugangs zum Sport aufgrund reduzierter Kosten geschaffen wurde, erwies sich der Wagen als recht guter Kompromiss zwischen Spritzigkeit und gutem Handling auf der einen Seite und budgetären Vorteilen auf der anderen Seite. Sehr hilfreich dafür, sich schnell in die Anforderungen des Wettbewerbes einzuleben, war auch die Bekanntschaft mit Andreas Aigner, eine stark engagierte treibende Kraft hinter dem Konzept M1 Rallye Masters und überdies ebenfalls in der Region Liezen beheimatet. Er stand dem Jungteam schon öfters mit wertvollen Informationen zur Seite.

Natürlich kann es angesichts der bisherigen Erfolge nur das Ziel sein, den Faden nicht reißen zu lassen und auch beim in Kürze bevorstehenden Einsatz im Gebiet St. Veit an der Glan/Kärnten sportlich eine gute Performance zu zeigen – eventuell mit einem erneuten Klassensieg. Als Haupt-Klassenkonkurrenz kommt logischerweise auch diesmal das Lager der Ford Racing Rookies in Betracht (nunmehr vertreten durch die Brüder Dirnberger). Zweifellos hat der BMW einiges mehr an PS als die gegnerischen Wagen, aber auch fühlbar mehr Gewicht und eine deutlich ältere Technik. Alles in allem dürften die sportlichen Verhältnisse jedoch sehr ausgeglichen sein.

Was die hier vertretenen Teams verbindet: Sie repräsentieren die hoffnungsvolle österreichische Rallye-Jugend. Ihnen sollte im Interesse eines hochwertigen Sports, der auch in Zukunft einen guten Rückhalt auf breiter Ebene genießt, eine besondere Aufmerksamkeit gelten. Zudem zeigen sie, daß auch in kleinen Klassen ein sehenswerter und spannender Wettbewerb geboten werden kann. Sport frei!

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

TEC7 ORM, Rebenland Rallye: Bericht

Wagner gewinnt Thriller-Showdown

Vor der abschließenden Powerstage fehlten Simon Wagner nur noch 1,3 Sekunden auf Michael Lengauer - der fünffache Staatsmeister konnte das Blatt tatsächlich noch wenden...

WRC Safari-Rallye: Bericht

Erster WRC-Sieg für Takamoto Katsuta

34 Jahre musste Japan auf einen WRC-Sieg warten: Bei der legendären Safari-Rallye in Kenia endet die lange Durststrecke - dank Takamoto Katsuta

ARC, Lavanttal Rallye: Vorschau

Frische Gesichter und neue Chancen im Lavanttal

Die Austrian Rallye Challenge geht nach dem grandiosen Saisonauftakt mit der ARC Rallye Triestingtal mit der Lavanttal Rallye in die zweite Runde. Dort könnten ungewohnte, neue Teams die ARC-Tabelle erobern. Für Spannung ist also gesorgt.

Achim Mörtl Kolumne: Ausblick Lavanttal

Vom „Mitfahren“ und anderen Ausweichmanövern

Mit gewohnt spitzer Feder analysiert motorline.cc-Kolumnist Achim Mörtl die Herangehensweise von Michael Lengauer vor der Lavanttal Rallye - ein wenig „Empörungsgymnastik“ für die Osterfeiertage…

ARC, Lavanttal Rallye: Vorschau Gschwandner

Easy Drivers No Roadrunning Projekt bei der Lavanttal Rallye

ARC-Obmann Georg Gschwandner startet erstmals seit 2019 wieder im Bewerb einer Rallye - den Auftritt im Volvo Kombi nützt er auch für die Bewerbung des Verkehrssicherheitsprojekts "No Roadrunning".

ARC, Lavanttal Rallye: Vorschau Nothdurfter

One more try – one more chance

Nach zwei Jahren steht für Alfons Nothdurfter wieder einmal ein Start in Wolfsberg und Umgebung auf dem Programm, es wird sein erstes Antreten im Lavanttal mit Christian Roschker und dem noch nicht lange im Besitz befindlichen Ford Fiesta Proto sein.