RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Große Vorfreude auf die kroatische Schlamm-Sause

Race Rent Austria und die Rallyshow Santa Domenica - das war Liebe auf den ersten Blick. Seit fünf Jahren bildet der Schotter-Event für das Team eine spektakuläre Saisonabschlussparty. Heuer ist die Besetzung noch einen Tick schärfer als zuvor...

„Es sind alle volle Kanne motiviert“, sprudelt es aus Wolfgang Schmollngruber - der Race Rent Austria-Teamchef scharrt bereits heftig in den Startlöchern, denn die Rallyshow Santa Domenica ist für ihn und für viele im Team ein ganz spezielles Happening am Ende einer Saison. Die relativ kurze, aber höchst spektakuläre Schotterstrecke in Kroatien gilt längst als „Feinschmeckertipp“ - meistens ist, wie zu dieser Jahreszeit üblich, auch das Wetter eine wichtige Komponente: Es verschärft quasi zusätzlich die Bedingungen. Von den sieben RRA-Teams, die am Wochenenende nach Kroatien pilgern, sind drei zum ersten Mal „dort unten“ dabei - und bei allen hat „Schmolli“ zumindest erzählungstechnisch etwas damit zu tun. Wahre Begeisterung ist eben mindestens genauso ansteckend wie das weltbekannte Motorsportvirus.

Schmollngruber/Fischer: „Wünsche mir allerschlimmstes Wetter!“

Seit 2017 ist die Rallyshow Santa Domenica für Wolfgang Schmollngruber in jedem Jahr der krönende Abschluss, lediglich 2020 fand die Rallye aus Coronagründen nicht statt. „Schmolli“ wünscht sich wie immer erschwerte Bedingungen: „Ich hoffe auf Schlechtwetter, auf Regen, auf sehr viel Regen, auf allerschlimmstes Wetter!“

In dem stark besetzten Feld (mehr als zehn R5/rally2-Fahrzeuge, auch World Rally Cars, es gibt bei der Veranstaltung keine Limits/Restriktoren) möchte Wolfgang Schmollngruber bestes Nicht-R5-Team werden und „so weit vorne als möglich“ landen, das Starterfeld sei jedenfalls „ein Wahnsinn“, zeigt sich der RRA-Teamchef begeistert, an seiner Seite wird wieder Christoph Fischer Platz nehmen.

Sampl/Kalinke: Rallyshow-Debüt im 470 PS-Pantera

Reini Sampl, der 2016 bei den M1 Rallye Masters Champion wurde und zuletzt auch Rallycross-Luft schnupperte, wird bei der Rallyshow Santa Domenica genau jenen Pantera Titans RX zünden, der in der Titans RX Serie als Einheitsfahrzeug zum Einsatz kam - der 470 PS starke Bolide sei „eher fürs Grobe gemacht“, sagt Sampl, der sich ehrgeizige Ziele steckt: „Gegen die R5 haben wir vom Papier her keine Chance, dennoch möchte ich den einen oder anderen R5 schlagen, auf jeden Fall möchte ich einen Platz belegen, der höher ist als unsere Startnummer (12, Anmerkung), ein Platz in den Top 10 wäre schön.“

Reini Sampl wird am kommenden Wochenende seine erste Rallyshow Santa Domenica absolvieren: „Mir sind schon immer die coolen Bilder von dieser Rallye aufgefallen, natürlich habe ich auch gehört, wie begeistert sich ‚Schmolli‘ von diesem Event gezeigt hat. Es ist eine reine Schotterrallye, das ist so ähnlich wie Schnee und Eis und das liegt mir.“

Sampl war auch extra „einen halben Tag testen in Rappolz“ - mit Melanie Kalinke sei er „ein eingespieltes Team“, versichert er. Die Strecke sei auch deshalb interessant, weil „dort wenig Bäume am Rand stehen und man dort etwas mehr Risiko gehen kann“.

Stockinger/Moser: Gaudi & Vollgas

Markus Stockinger fuhr bereits 2019 bei der Rallyshow, damals noch mit einem originalen Mazda 323. An seinem Mazda 2 Proto habe man erneut Optimierungen vornehmen können, verrät Stockinger: „Wir haben den Motor revidiert und dabei ein paar Verbesserungen vornehmen können.“

Der Sprint in Kroatien werde eine „höllisch brutale Sache“ werden - dennoch möchte Markus in erster Linie ohne große Schäden heimfahren: „Schließlich wartet fünf Wochen später bereits wieder die Jännerrallye - mein Copilot Johann Rainer Moser und ich haben daher keine großen Siegambitionen. Wir wollen eine Gaudi haben - natürlich werden wir dennoch Vollgas geben!“

Schmollngruber/Wögerer: „Starterfeld heuer stärker“

Einen ganz anderen Wetterwunsch als sein Vater hegt Alexander Schmollngruber: „Mir wäre Trockenheit lieber - da hat man nachher weniger Arbeit.“ Der Mazda-Fan tritt natürlich wieder mit seinem Mazda 323 GTR an, der heuer jedoch „etwas mehr Leistung aufweist“.

Schmollngruber junior fährt entspannt nach Kroatien: „Im Vorjahr ist uns eine Top 15-Zeit gelungen, doch heuer ist das Starterfeld stärker - es wird schwierig gegen die Mitsubishi, die ohne Restriktoren ja deutlich stärker sind.“ Alexander wird wieder mit Christoph „da Cheese“ Wögerer das Abenteuer Santa Domenica in Angriff nehmen.

Baumgartner/Kaltenberger: „Bekehrt“ & voller Vorfreude

„Bislang fand ich es eher geisteskrank, nach Kroatien zu fahren, um dort unten im Schlamm zu versinken“, gibt Alexander Baumgartner ganz offen zu. Doch auch Baumgartner konnte sich der Begeisterung des Teamchefs nicht entziehen: „‚Schmolli‘ sagt, dass man das einmal gesehen haben muss - eine kurze Rücksprache mit meiner Copilotin Vera Kaltenberger hat dann ausgereicht. Offenbar bin ich doch nicht so vernünftig, wie ich geglaubt habe. Jetzt ist die Vorfreude riesig!“

Denk/Winter: Titelverteidigung

Michael Denk kennt die Rallyshow nahe Zagreb bereits - schon im Vorjahr gab er dort seine Premiere. An seiner Seite saß damals wie heuer Gerald Winter, der mit Simon Wagner nun schon zweimal Staatsmeister wurde. Michael erzählt: „Ich habe Gerald einfach gefragt, ob er mit einem Nobody wie mir fahren will. Im Ernst: Wir kennen uns gut und wir sind gute Freunde.“

Im Vorjahr wurden Denk/Winter sogar bestplatziertes Race Rent Austria-Team. Denk fügt hinzu: „Aber nur, weil viele ausgefallen sind.“ Selbstverständlich würde man jetzt aber zur „Titelverteidigung“ antreten...

Akgül/Steinbauer: Vom Mechaniker zum Piloten

Cihan Akgül ist bei Race Rent Austria in erster Linie Mechaniker: „Ich bin seit rund fünf Jahren dabei und es ist wunderbar. ‚Schmolli‘ ist als Chef gutmütig, kann aber auch sehr streng werden. Was ich voll okay finde - ich hatte auch in meiner Lehrzeit einen strengen Meister.“

Was Cihan mit Wolfgang und Alexander Schmollngruber verbindet, ist ganz sicher die Vorliebe für Mazda 323 GTR: „Mir haben diese Autos von Kindheit an schon immer gefallen, ich bin mit Mazda aufgewachsen.“ Cihan Akgül wird bei der Rallyshow Santa Domenica seinen eigenen Mazda zünden: „Den haben wir gemeinsam bei Race Rent Austria umgebaut, Alexander hat damit auch viel Zeit verbracht.“

An dem kommenden Wochenende feiert Copilot Roman Steinbauer seinen 30. Geburtstag, das möchte Cihan Akgül gemeinsam mit dem Team feiern - für die Show selbst wünscht er sich wie sein „strenger Meister“ Schlechtwetter. Cihan lacht: „Bei Schönwetter kann doch jeder fahren...“ Für Cihan wird die Rallyshow Santa Domenica das Wettbewerbsdebüt - bei der Perger Mühlsteinrallye pilotierte er seinen Mazda als Vorausauto.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Mitropa Cup: Rally del Casentino

Start-Ziel-Sieg für Albert von Thurn und Taxis

Albert von Thurn und Taxis und Jara Hain gewinnen die Mitropa Rally Cup Wertung bei der 46. Rally Internazionale del Casentino. Rino Muradore /Cristina Delbello siegen im Ford Escort RS 1800 MKII in der Wertung für historische Fahrzeuge.

ARC, ET König Rallye: Bericht Neulinger

Marcel Neulinger triumphiert auch in Judenburg!

Marcel Neulinger setzte seine beeindruckende Siegesserie bei der ET KÖNIG Judenburg Rallye 2026 fort und holte den vierten Saisonsieg in der Steiermark!

Die 40. Auflage der Jännerrallye findet erst vom Donnerstag, 6. 1. 2028, bis Samstag, 8. 1. 2028, in Freistadt statt. Die Gründe dafür sind terminliche, organisatorische und menschliche

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM2

Hochspannung im Titelkampf

Jubeln durfte dieses Mal Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit seiner deutschen Co-Pilotin Anna Maria Seidl im Suzuki Swift ZMX erstmals in dieser Saison die Nase vorne hatte. Günther Knobloch/Erik Fürst (Renault Clio Rally3) behielten mit Platz zwei die Meisterschaftsführung, während Roland Stengg/Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) nach starkem ersten Tag im Regen des zweiten Tages den Anschluss an die Spitze verloren, aber dennoch starke Dritte wurden.