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Rallye W4 2023: Vorschau Nothdurfter
Christa Feichtner

Travel for Gravel

Am ersten Juni-Wochenende dieses Jahres steht mit der traditionellen Rallye W4 ein Motorsport-Event auf dem Programm, der mit seinem unverwechselbaren Naturcharakter alte Werte und Wettbewerbs-Tugenden neu belebt. Ähnliches gilt für Alois Nothdurfter und Walter Münch, die als Vertreter der etwas älteren Sportler-Generation auch einen Wagen verwenden, der starke antike Züge besitzt. Die Action hat unter dem nostalgischen Nimbus nie gelitten. So ist es auch für dieses Mal geplant.

Besondere Anlässe verdienen es, mit besonders leidenschaftlicher Hingabe gewürdigt zu werden. Umgelegt auf die österreichische Rallye-Veranstaltungskultur, steht die Rallye W4 mit Sicherheit für ein Sportprogramm, das mit einer nicht alltäglichen Attraktion aufzuwarten hat, gerade in der heutigen Zeit und im mitteleuropäischen Umfeld. Als derzeit einzige Rallye der ÖRM mit überwiegend Schotterstrecken auf den SP-Abschnitten genießt sie unter Anhängern wie unter Teilnehmern einen Sonderstatus, der Würdigung verdient. Denn nach wie vor sorgen die erhöhten Anforderungen an Maschine und Mensch, aber auch die erhöhten Chancen auf Überraschungserfolge für ein Rallye-Erlebnis von gesteigertem Wert. Nebenbei ergeben sich auch öfter sehenswerte Driftschwünge.

Für Alois Nothdurfter gerade das richtige Umfeld, um sich sportlich zu verwirklichen. Auch sein Rallyefahrzeug ist keines von der alltäglichen Sorte, alleine schon aufgrund seines Alters (Produktionstermin: Mitte der Sechziger Jahre). Der Ford Cortina war einst eines der erfolgreichsten Autos bei Rallyes, vor allem die sportlichste Version, mit dem Doppelnockenwellen-Zylinderkopf. Ein begehrter Nachlass von Colin Chapman, einem der ruhmreichsten Rennfahrzeug-Produzenten der Geschichte, der für seinen Einfallsreichtum ebenso bekannt war wie für seine manchmal zu große Risikobereitschaft. Jedenfalls: Seine Tuning-Maßnahmen für den Ford-Vierzylinder haben sich bewährt.

Das sieht man auch noch mehr als ein halbes Jahrhundert später, wenn geübte aktive Sport-Begeisterte wie Alois Nothdurfter den Youngtimer, der eigentlich direkt schon ein Oldtimer ist, mit viel Herz über verschiedene Renn- und Rallyepisten treiben. Jetzt ist wieder einmal eine Vorführung im Waldviertel angesagt. Damit ist der aus Tirol stammende und auch dort wohnhafte Alois sicher einer der am weitesten angereisten Mitbewerber. Aber schließlich und endlich: Was soll’s, wenn man sich selbst bis nach Finnland vorwagt.

Die mehrfach gewonnenen Erfahrungen von der Lahti Historic Rally sollten Alois Nothdurfter eine zusätzliche wertvolle Stütze sein, um die Rallye W4 mit guten Stilnoten zu begehen. Ebenso ist Walter Münch als Copilot, der bereits im vergangenen Jahr die Rallye Elba Storico mit dem langjährigen Historic-Hero begangen hat, ein erfahrener und kompetenter Partner. Im sportlichen Bereich sollten recht entspannte Verhältnisse herrschen. Zwar steht mit dem Escort-Piloten Lukas Schindelegger ein klar übermächtiger Gegner in Startposition. Das spezielle Lustgefühl, sich mit dem Technik-Fossil auf Abenteuer-Reise zu begeben, ist nichtsdestoweniger eine Motivation, die über jegliche sportliche Bestrebungen stehen.

Langeweile soll vermieden werden, so viel ist sicher. Allerdings auch ein allfälliges Treffen auf Waldviertler Baumwuchs, das im Herbst 2021 für mächtig Zeitverlust und einige unfreiwillige nachfolgende Reparaturstunden gesorgt hat. Show must go on, immer wieder. Auch bei den altehrwürdigen Repräsentanten unter den Sportlern und Wagen.

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