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Jännerrallye 2023: Bericht K4 Rallye Team
Daniel Fessl

Gute Pace mit Pacenotes - bis SP8

Johannes Keferböck blickt zurück auf seine 15. Jännerrallye: Gute SP-Zeiten und vor allem sehr viel Freude am Fahren. Zumindest bis zur achten Prüfung, auf der Keferböck/Minor einen Hang hinabgeschlittert sind. Nach der Rallye ist bekanntlich vor der Rallye: Das K4 RALLY TEAM fiebert bereits der Rallye Monte-Carlo entgegen ...

Schon lange vor dem großen Comeback der Jännerrallye war das K4 RALLY TEAM in höchstem Maße aktiv: Zum einen die stets vorangetriebene Entwicklung des K4 Rallye Game, die Mithilfe bei der Projekterstellung von Manuel Wurm (der heuer einen zweiten K4 ŠKODA FABIA Rally2 evo pilotiert), die Entwicklung eines sehr speziellen NFT-Boliden, nämlich einer digitalen Version des Klausner-Urquattro, zum anderen die Kooperation mit dem Klausner Rallye Team bei der Unterstützung des Christof Klausner Memorial, das wie die gesamte Rallye als großer Erfolg betrachtet werden kann, auch das Voting „Wähle deinen Driftkönig“ wurde eifrig genutzt, Johannes Keferböck nickt: „Es gab über 2.500 Votes - das zeigt uns klar und deutlich: Das Konzept hat gestimmt. Ich gratuliere den Voting-Siegern vom Klausner Junior Rallye Team.“

So viele Fans wie bei dieser Ausgabe des Freistädter Kult-Events hat man schon lange nicht mehr gesehen - das kann Johannes nur bestätigen, schließlich fuhr der Jännerrallye-Sieger 2018 an diesem Wochenende seine bereits 15. Jännerrallye: „Es war schön zu sehen, wie viele begeisterte Rallyefans an den Strecken waren - und das Christof Klausner Memorial ist von den Fans gut angenommen worden, nie zuvor sind so viele Fans draußen geblieben, womit auch Teams mit höheren Startnummern in den Genuss dieser einzigartigen Atmosphäre kamen. Die Freistädter Fans machen diese Rallye zu einem echten Highlight im Kalender.“

Aufschrieb ade, hello Pacenotes

Sein persönlicher Kalender zeigt einen randvollen Jänner an - denn Johannes Keferböck und Ilka Minor starten heuer in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC2, Masters-Cup) und sind bei der Saisoneröffnung, der legendären Rallye Monte-Carlo (19. bis 23. Jänner) am Start. Aus diesem Grund haben Johannes und Ilka im Vorfeld der Jännerrallye ihren Aufschrieb von Deutsch auf Englisch umgebaut.

„Das ist schon eine große Umstellung, aber es bringt einem eben auch gewissee Vorteile“, wie Ilka Minor erklärt: „Man sagt im Englischen den Radius von 1 bis 6 zuerst, dann erst kommt die Richtung links oder rechts. Man erhält also die wesentliche Information in puncto Bremsmanöver zuerst. Und es ist insgesamt kürzer, prägnanter, man kann es in Englisch schneller aussprechen. Es gibt zum Beispiel Sprachen, die grundsätzlich zu ‚langsam‘ sind - in Litauen zum Beispiel fahren viele Piloten mit englischem Aufschrieb.“

Insgesamt blickt Ilka Minor trotz des Ausfalls voller Freude auf das Wochenende zurück: „Die Reifenwahl hat immer gepasst, unsere Zeiten haben gepasst - und wir hatten eine gute Stimmung im Auto und im Team.“

Am Donnerstagnachmittag um 16 Uhr wurde die erste Sonderprüfung abgehalten, die Keferböck/Minor in dem stark besetzten Feld (rund 20 rally2-Fahrzeuge, M-Sport-Werkspilot Adrien Fourmaux und weitere Kaliber am Start) auf dem fünften Platz beenden konnten. Johannes: „Das hat gut gepasst, wir haben uns wohl gefühlt im Auto und haben dann am Abend die Fahrerpräsentation in der Freistädter Messehalle genossen.“

„Schwere Bedingungen - so soll es sein!“

Am Freitagmorgen waren die Bedingungen - auch oder gerade wegen der Abwesenheit von Schnee- besonders knifflig: „Es war etxrem nass und die Strecke wurde mit jedem Teilnehmer ein bisschen schlechter.“ Auch die darauffolgende SP Unterweißenbach empfand Johannes Keferböck als „herausfordernd - auch wegen des Nebels“. Nach den ersten drei Prüfungen lagen Keferböck/Minor auf dem sechsten Gesamtrang - 11,4 Sekunden hinter Jungtalent Michael Lengauer und 17,1 Sekunden vor Rekordstaatsmeister Raimund Baumschlager.

Die zweite Pierbach-SP beschreibt Johannes als eine „Schlammschlacht“: „Die Prüfungen Pierbach und Unterweißenbach waren im zweiten Durchlauf extrem schwer zu fahren. Aber so soll es ja auch sein.“ Nach fünf von 17 Sonderprüfungen lagen Keferböck/Minor weiterhin auf dem guten sechsten Gesamtrang.

Auf der 3,3 Kilometer langen Superspecial-Prüfung in Freistadt passierte Johannes Keferböck ein Fehler: „Ich habe einmal einen Abzweig verpatzt, wo mir kurz die Drehzahl in den Keller gefallen ist.“ Auf der kurzen Prüfung kam es naturgemäß auf jede Zehntelsekunde an, wie das Ergebnis zeigt: Die Bestzeit ging an den regierenden Staatsmeister Simon Wagner, nur eine Zehntelsekunde dahinter landete WM-Pilot Fourmaux, ein weiteres Zehntel dahinter Hermann Neubauer und abermals ein weiteres Zehntel dahinter, mit insgesamt also drei Zehntelsekunden Rückstand landeten Keferböck/Minor auf Platz vier. Diese Platzierung konnten die beiden auch auf der 8,9 Kilometer langen SP Liebenau belegen, im Gesamtklassement blieben Keferböck/Minor auf Rang sechs.

„Einen Tick zu schnell ...“

Johannes Keferböck erzählt: „Es hat uns richtig Spaß gemacht und wir haben uns auch auf der darauffolgenen SP8 Schönau-St. Leonhard sehr wohl gefühlt - bis zu jenem Moment, wo wir von der Strecke abkamen. Es war eine schnelle Kurve, die am Ausgang jedoch zumacht - was ich in dem Moment nicht bedacht habe, wir waren einen Tick zu schnell und schon flogen wir ab. Wir sind über einen Hang rausgesprungen und dann diesen Hang hinabgeschlittert - wir hatten Glück, dass da keine Bäume waren. Ich habe dann versucht, über die Böschung wieder auf die Strecke zu gelangen, doch dann sind wir mit der Fahrzeugschnauze einfach steckengelieben und somit war der Tag für uns zu Ende."

Johannes fügt hinzu: „Wir haben dann überlegt, am nächsten Tag einen Restart zu machen, doch in Hinblick auf die bevorstehende Monte haben wir den K4 ŠKODA dann doch lieber abgestellt und für die Monte geschont - denn die Wetterbedingungen waren am Samstag nicht so, dass es ein sinnvoller Test für die Monte gwesen wäre. Denn dort erwarten wir schon ein anderes Wetter. Dennoch waren die Prüfungen, die wir gefahren sind, durchaus nützlich für den bevorstehenden WM-Auftakt. Das Keane Motorsport Team hat einen hervorragenden Job geliefert und es war einfach wunderschön, das Comeback meiner Heimrallye als Pilot mitzuerleben. Jetzt scharren wir bereits voller Vorfreude in den Startlöchern für die Rallye Monte-Carlo."

Christof Klausner Memorial NFT auf Schnee

Alle Christof Klausner Fans können ab sofort den Christof Klausner Memorial NFT Rennwagen kaufen und damit den Wiederaufbau des « Ur-Quattro » unterstützen. Der Wagen kann dann natürlich auch im K4 Rally Spiel gefahren werden - auch auf Schnee!

Alle Infos zum Christof Klausner Memorial NFT findet ihr hier:

game.k4rally.io

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