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Jännerrallye 2023: Bericht Wurm
Fotos: Daniel Fessl

Manuel Wurm: Das große Premieren-Abenteuer im rally2-Boliden

Das große Abenteuer von Manuel Wurm und Stefan Hackl: Bei der selektiven Jännerrallye 2023 pilotierten die beiden zum ersten Mal einen Boliden der rally2-Kategorie. Dank professioneller Betreuung konnten die noch wenig erfahrenen Piloten die Rallye im Ziel beenden - dabei haben sie nicht nur viel erlebt, sondern auch sehr viel gelernt...

Die Jännerrallye 2023 war die erst 13. Rallye für Manuel Wurm: Begonnen hat er 2011 und 2012 mit drei Läufen in einem herkömmlichen Mitsubishi Lancer Evo, erst 2020 dann ein Comeback, kurz darauf wechselte er in ein seriennahes M1-Auto, zuletzt absolvierte er einen Lauf in einem rally4-Fahrzeug. Nun also, bei seiner Heimrallye rund um Freistadt stand die Premiere in der national stärksten Kategorie von Rallye-Fahrzeugen auf dem Programm - ein rasanter Wechsel also...

Manuel Wurm lacht - und nickt: „Die Umstellung war viel schwieriger, als ich es mir gedacht habe. Denn ein rally2-Fahrzeug ist ein reinrassiges Rennauto.“ Wurm und sein Freund und Copilot Stefan Hackl pilotierten beim großen Comeback der Jännerrallye einen vom K4 RALLY TEAM eingesetzten und von Keane Motorsport betreuten ŠKODA FABIA Rally2 evo - das gleiche Auto also, mit dem auch die „Großen“, wie etwa der zweifache Staatsmeister Hermann Neubauer an den Start gehen...

Höchst moderne Technik im rally2-Boliden

Ein riesiger Unterschied zu den bisher von ihm pilotierten Fahrzeugen besteht naturgemäß in der Technik: „Das ist ganz anders als wir es von einem normalen Auto her kennen. Du hast ein relativ kompliziertes, hochmodernes Dashboard, das alle ‚Stückln‘ spielt. Die Abläufe sind völlig anders, als ich es bisher erlebt habe - stakkatoartig musste du schalten aber auch sonst alle Bedienelemente im Auge behalten.“

Auf der zweiten Sonderprüfung passierte Manuel ein Lapsus, der zur in dieser Kategorie typischen Art von „Lehrgeld“ gehört: „Wir hatten 200 Meter vor dem Ziel einen Dreher - doch dann sprang der Motor nicht mehr an. Ich habe mich dann daran erinnert, dass man in einem solchen Fall einen Reset vornehmen muss. Jedenfalls haben wir allein dabei rund eine Minute eingebüßt.“

Vertrauen & Routine

Dass es bei einer solchermaßen abenteuerhaften, mutigen Premiere in einem derart hochgezüchteten Boliden eigentlich nicht um die Zehntelsekunden und auch nicht einmal um Sekunden oder Minuten geht, wurde Manuel und Stefan recht bald klar: „Wir haben ab SP3 gesagt, dass wir jetzt einfach nur ins Fahren kommen wollen. Wir haben verstanden, dass wir uns langsam und schrittweise voranzutasten haben, wenn wir möglichst viele Kilometer absolvieren möchten. Ab diesem Moment hatten wir auch kein einziges Hoppala mehr. Das Keane Motorsport Team hat uns dabei grandios unterstützt, unser Ingenieur sagte uns dann auch Dinge wie: ‚Der Bremsdruck wird jetzt immer besser‘. Das gab uns Vertrauen und es ist uns dann wie von selbst von Mal zu Mal immer besser gegangen. Es ist einfach eine gewisse Routine im Umgang mit diesem Auto dazugekommen...“

Erstes Ausrufezeichen

Eines wurde Manuel Wurm recht schnell klar: „Die 30 bis 40 Kilometer, die wir als Testfahrt vor der Rallye absolviert haben, waren ganz sicher zu wenig.“ Völlig offen reagiert Manuel auch auf jene Zeitgenossen, die meist „Experten“ ohne jede eigene Erfahrung sind - lächelnd erzählt Manuel: „Es gab den einen oder anderen, der zu mir kam und meinte: ‚Ich habe schon geglaubt, dass du weiter vorne zu finden bist‘ - worauf ich geantwortet habe: ‚Es steht dir natürlich völlig frei, Dinge zu glauben - am Besten wäre ganz sicher, wenn du es selbst einmal ausprobieren würdest...‘.“

In der Wirklichkeit hatte Manuel Wurm eine der schwierigen Ausgaben der Freistädter Kultrallye für sein rally2-Debüt erwischt - gerade weil es diesmal keinen Schnee gegeben hatte. Der allgemeine Tenor, auch von erfahrenen Piloten, war mit Sicherheit, dass es sich um eine ziemlich selektive Ausgabe der Jännerrallye gehandelt hat. Manuel bestätigt: „Die Bedingungen waren wegen der rutschigen Strecken ganz besonders schwer - und wir konnten dennoch den gesamten Samstag lang bereits mit den schnelleren Slickreifen fahren. Eigentlich sollte die Rallye für mich erst jetzt beginnen - denn jetzt hätte ich ausreichend Erfahrungen mit dem für mich völlig neuen Auto gemacht.“ Am Samstag war es auch,. als Manuel Wurm und Stefan Hackl mit einer 18. Gesamtzeit ein erstes Ausrufezeichen setzen konnten - letztendlich belegten Wurm/Hackl Platz 25 von 57 Teams im Ziel.

Wertvolle Medienpräsenz

Für seinen Kumpel und Copilot Stefan Hackl hat Manuel nur lobende Worte übrig: „Stefan hat seine Arbeit richtig gut gemacht - denn auch er musste sich erst an das neue Tempo anpassen. Trotz dieser Anstrengungen war die Stimmung im Cockpit stets super.“

Dass die Stimmung bei aller Professionalität stets gelassen und optimistisch blieb, hat auch dem Hauptsponsor von Manuel Wurm, der Schmierstoff-Firma Fuchs gut gefallen, wie Manuel erzählt: „Sie haben von Anfang an gesagt, dass es ihnen nicht um Platzierungen, sondern um ein gutes Marketing geht. Und da haben wir dank vieler Fans und Freunde wohl doch ganze Arbeit geleistet. Zum einen gab es zahlreiche Fans und Fuchs-Mitarbeiter*innen, die eigens mit Bussen zu den Zuschauerpunkten kamen - zum anderen kamen wir dank unseres Outfits auch mehrmals in den Berichten des ORF und vieler weiterer Medien vor. Dafür möchte ich mich nochmal bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken und natürlich auch bei den vielen Fans, die uns kräftig angefeuert haben. Das war ein großartiger Event, um in die neue, für uns ganz sicher aufregende Saison zu starten.“

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