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FIA über illegale Streckenbesichtigung Neuville wurde nach einem Regelbruch in Kenia disqualifiziert
Motorsport Images

FIA über illegale Streckenbesichtigung: "Nicht alle haben diese Ressourcen!"

Thierry Neuville wurde bei der Safari-Rallye 2023 disqualifiziert - Einige Teams wünschen sich eine Regeländerung, die FIA hält dagegen

"Wir sind uns bewusst, dass es Fälle gegeben hat, in denen Wettbewerber den Wunsch geäußert haben, diese Regel zu ändern", sagt Andrew Wheatley, der beim Automobil-Weltverband FIA für den Straßensport zuständig ist. Er verweist auf den Fall von Thierry Neuville bei der Safari-Rallye der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Der Belgier wurde disqualifiziert, weil eine ihm nahestehende Person zwei Wertungsprüfungen besichtigt hatte, obwohl dies laut Reglement nicht erlaubt ist.

Doch warum ändert die FIA die Regeln nicht und erlaubt solche Besuche, damit Fahrer und Teams mehr Informationen haben? "Die meisten Konkurrenten in der Rallye-Weltmeisterschaft haben nicht die Ressourcen oder den Willen, Personal auf die Prüfungen zu schicken, um sie vor oder nach dem offiziellen Test zu inspizieren", so die klare Antwort von Wheatley.

Innerhalb der FIA-Kommission sei sogar schon über eine Regeländerung diskutiert worden und das Thema sei immer wieder aufgekommen, so der FIA-Funktionär, aber die Hersteller, Organisatoren und Promoter hätten sich für die Beibehaltung der Regel entschieden. Neben den Kosten für die Teams gibt es noch weitere Gründe, warum zusätzliche Runden auf den Wertungsprüfungen schwierig sind.

Oft führen die Strecken über öffentliche Straßen oder wie in Kenia über Privatgelände. Deshalb müssen immer auch die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigt werden, denn zusätzliche Straßensperrungen können zu Problemen für die Menschen vor Ort führen. Sollte die Rallye-WM also über das Ziel hinausschießen, könnte eines Tages die Genehmigung zur Nutzung der Straßen entzogen werden.

Die WRC und die FIA bieten mit der sogenannten Recce die Möglichkeit, die Wertungsprüfungen im offiziellen Rahmen zu erkunden, um den Aufschrieb zu erstellen. Änderungen an den Strecken nach der Recce werden von den Organisatoren vermieden, aber selbst wenn eine Prüfung aufgrund höherer Gewalt angepasst werden muss, werden die Teams detailliert informiert.

Laut Wheatley ereignete sich dieser Fall 2020 in Kenia auf der Etappe Hells Gate. Damals gab es extreme Schäden an einer Passage, die einen Hügel hinaufführte. Aus diesem Grund wurde die Powerstage damals um fünf Kilometer verkürzt und den Teams die Möglichkeit gegeben, die neue Streckenführung zu testen, um die Streckenbedingungen zu überprüfen.

Auch in Zukunft wird es nicht erlaubt sein, neben den offiziellen Möglichkeiten eine Person zur Begutachtung der Streckenverhältnisse abzustellen, das haben die WRC und die FIA klargestellt. Obwohl das Thema beim Verband immer wieder auf den Tisch kommt, gibt es viele Gründe, warum eine Regeländerung nicht ohne weiteres möglich ist. Neuville verlor durch die Disqualifikation seine vier WM-Punkte für Rang acht und seine fünf Bonuspunkte für den Powerstage-Sieg.

Motorsport-Total.com

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