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Nach dem Fall Tänak: FIA will Motorenstrafen überprüfen Ott Tänak war durch die Strafe beim Heimspiel chancenlos
Motorsport Images

Nach dem Fall Ott Tänak: FIA will WRC-Motorenstrafen überprüfen

Fünf Minuten Zeitstrafe für einen Motorwechsel vor dem Start der Rallye? FIA will prüfen, ob diese Regel in der Rallye-WM nicht zu hart ist

Für Ott Tänak war die Rallye Estland, immerhin sein Heimspiel in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), am vergangenen Wochenende schon vor dem offiziellen Start so gut wie gelaufen. Nach einem Motorschaden im Shakedown musste M-Sport den Antrieb seines Ford Puma Hybrid wechseln, was laut Reglement eine Zeitstrafe von fünf Minuten nach sich zog.

Selbst in den Augen von Konkurrenten wie WM-Spitzenreiter Kalle Rovanperä von Toyota war das unverhältnismäßig. Als "Schande" und "zu hart" bezeichnete der Finne die Strafe, die Tänak aller Siegchancen beraubte.

Und auch bei den Regelhütern des Automobil-Weltverbandes FIA kamen nach diesem Fall Überlegungen auf, ob das Reglement in diesem Punkt nicht über das Ziel hinausschießt. "Natürlich müssen wir uns das anschauen. Es tut mir sehr leid für Ott und den Rest des Teams", sagte FIA-Rallyedirektor Andrew Wheatley im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'.

FIA-Mann Wheatley: Strade fühlt sich nicht richtig an

"Wenn ein Motor kaputt geht, während man in Führung liegt, ist das etwas anderes, aber wenn er vor der Rallye kaputt geht, fühlt sich das einfach nicht richtig an", findet auch Wheatley die Strafe nicht mehr gerecht.

Das Motorenreglement der WRC wurde zu Beginn der vergangenen Saison mit der Einführung der Hybridantriebe verschärft. Seither gilt, dass pro Chassis und Saison maximal zwei Motoren eingesetzt werden dürfen. Sobald ein dritter zum Einsatz kommt, wird eine Zeitstrafe von fünf Minuten verhängt.

Dieselbe Strafe sieht das Reglement aber auch für den Fall vor, dass der Motor während einer laufenden Veranstaltung gewechselt werden muss, auch wenn das Zwei-Motoren-Limit wie im Fall Tänak noch nicht überschritten wurde.

FIA will "einen besseren Weg" finden

"Jedes Mal, wenn ein solches Problem auftritt, müssen wir es untersuchen und verstehen. Aber es gibt eine klare Strafe, wenn man mehr als zwei Motoren [pro Saison] verwendet", sagt Wheatley.

"Ich denke, wir müssen prüfen, ob diese Strafe allein ausreicht oder ob wir immer noch die Regelung brauchen, dass man zwischen der technischen Abnahme und dem Start der Rallye eine Fünf-Minuten-Strafe bekommt. Ich bin mir sicher, dass wir einen besseren Weg finden werden, das zu regeln", so der FIA-Mann.

Die Beschränkung auf zwei Motoren pro Saison und Chassis findet M-Sport-Teamchef Richard Millener grundsätzlich richtig. "Es sollte eine Strafe geben, man kann nicht einfach endlos Motoren einbauen", sagt der Brite. Ein Motorwechsel innerhalb dieses Limits sollte seiner Meinung nach aber keine Strafe nach sich ziehen.

"Wenn man bisher nur einen Motor für das Chassis verwendet hat und die Rallye noch nicht begonnen hat, sollte es möglich sein, einen Motor ohne Strafe einzubauen, wenn es nötig ist", so Millener. "Wenn man schon beim zweiten Motor ist und einen dritten einbauen muss, sollte es eine Strafe geben."

Motorsport-Total.com

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