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Rallye Zentraleuropa : Bericht Kalle Rovanperä verteidgte seinen Titel in der Rallye-WM
Motorsport Images

WRC Rallye Zentraleuropa 2023: Kalle Rovanperä ist erneut Weltmeister

Thierry Neuville gewinnt die Premiere der Rallye Zentraleuropa - Kalle Rovanperä sichert sich mit Rang zwei seinen zweiten Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft

Mission Titelverteidigung erfüllt: Nach Platz zwei bei der Rallye Zentraleuropa sind Kalle Rovanperä und Jonne Halttunen die Titel in der Fahrer- und Beifahrerwertung der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2023 nicht mehr zu nehmen. Für beide ist es der zweite WM-Titel in Folge.

"Ich fühle mich wirklich gut. Ich glaube, dieses Jahr war für mich persönlich wichtiger als das letzte", sagt Rovanperä. "Die Konkurrenz war härter und wir haben einen wirklich guten Job gemacht. Der größte Dank geht natürlich an Jonne - er ist auch der beste Beifahrer der Welt. Ich werde diese Titel mehr genießen als den ersten."

Den Sieg bei der Premiere der 3-Länder-Rallye in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik sicherte sich Thierry Neuville (Hyundai). Der Belgier hatte im Ziel nach 18 Wertungsprüfungen über 313 Kilometer 57,6 Sekunden Vorsprung auf Rovanperä. Dritter wurde Ott Tänak (Ford, + 1:52,8 Minuten).

Die Toyota-Piloten Sebastien Ogier und Takamoto Katsuta belegten die Plätze vier und fünf. Teemu Suninen (Hyundai) wurde Sechster, Gregoire Munster (Ford) Siebter, gefolgt vom schnellsten Rally2-Fahrer Adrien Fourmaux und Nicolas Ciamin (Skoda), der die WRC2-Wertung gewann. Pierre-Louis Loubet (Ford) komplettierte die Top 10.

Evans schmeißt letzte WM-Chance weg

Nach zwei kurzen Prüfungen zum Auftakt am Donnerstag stand der Freitag ganz im Zeichen des Wetters. Regen und Schlamm sorgten für sehr rutschige Straßen, auf denen Rovanperä seine Klasse demonstrierte. 36,4 Sekunden betrug sein Vorsprung auf Neuville nach acht Wertungsprüfungen.

Am Samstag ließ der Regen zwar nach, doch die Bedingungen blieben tückisch - was Elfyn Evans (Toyota) zum Verhängnis wurde und den WM-Kampf de facto entschied. Evans hätte bei der Zentraleuropa-Rallye mehr Punkte holen müssen als Rovanperä, um die WM-Entscheidung bis zum Saisonfinale Mitte November in Japan zu vertagen.

Doch auf der elften Wertungsprüfung rutschte Evans in einer langgezogenen Rechtskurve von der Straße und prallte gegen eine Scheune. Dabei riss ein Hinterrad seines Autos ab, seine Fahrt für den Tag war beendet und die Hoffnung, Rovanperä noch abzufangen, fast auf den Nullpunkt gesunken.

Zweiter Saisonsieg für Neuville

"Man muss es versuchen", sagt Evans, der die abschließende Powerstage gewann. "Fairerweise muss man sagen, dass Kalle am Freitag sehr stark war und wir nicht das Tempo hatten, um ihm zu folgen. Danach haben wir es natürlich weiter versucht, aber diesmal hat es nicht geklappt, und manchmal ist das eben so. Wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen, das ist sicher."

Der Finne nahm nach dem Ausfall seines Rivalen sofort das Tempo raus und konzentrierte sich nur noch darauf, ins Ziel zu kommen und den Titel zu sichern. Damit war der Weg frei für Neuville, der seinen zweiten Saisonsieg feierte.

"Zuerst einmal bin ich wirklich froh, im Ziel zu sein - es war ein sehr anspruchsvolles und hartes Wochenende da draußen", sagt Neuville. "Insgesamt haben wir einen guten Job gemacht, wir hatten eine gute Konstanz und das hat sich am Ende ausgezahlt. Es war eine Teamleistung an diesem Wochenende und wir haben es geschafft, darauf können wir stolz sein."

Für Tänak war der dritte Platz der vierte Podestplatz in dieser Saison. Der Este kämpfte im Verlauf der Rallye mit technischen Problemen wie Druckverlust im Hydrauliksystem oder einem gebrochenen Schalthebel und verlor dadurch immer wieder entscheidende Sekunden. "Ein Podiumsplatz ist immer schön. Es war hart und jetzt mit all den Abzweigungen war es schwierig, das Tempo zu halten. Wir mussten es heute einfach schaffen, und das ist uns gelungen", zieht Tänak ein versöhnliches Fazit.

Lappi mit drittem Ausfall in vier Rallyes

Auch Ogier erlebte bei seinem siebten Saisonstart keine einfache Rallye. Am Freitag verlor er nach einem Reifenschaden auf der dritten Wertungsprüfung mehr als 40 Sekunden und fühlte sich wegen einer Erkrankung so schlecht, dass er ans Aufgeben dachte. Ab Samstag präsentierte sich der achtmalige Weltmeister jedoch in besserer Form, was sich in vier WP-Siegen widerspiegelte.

Eine Enttäuschung erlebte einmal mehr Esapekka Lappi (Hyundai). Am Freitag rutschte er auf der fünften Prüfung von der Straße und prallte mit voller Wucht in eine Baumgruppe. Dabei wurde sein Auto irreparabel beschädigt. Für Lappi war es der dritte Ausfall in den vergangenen vier Rallyes.

Das Saisonfinale in Japan (16. bis 19. November) wird für Toyota zum Schaulaufen vor heimischer Kulisse, nachdem nun alle Titelentscheidungen zugunsten der Japaner gefallen sind.

Motorsport-Total.com

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