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WRC Rallye Kroatien 2023: Schlussbericht Elfyn Evans gewinnt die Rallye Kroatien
Motorsport Images

Elfyn Evans gewinnt, Keferböck auf P18

Elfyn Evans gewinnt die Rallye Kroatien und feiert seinen ersten WRC-Sieg seit Oktober 2023 - Top 4 in der WM-Wertung innerhalb von vier Punkten. Keferböck wird am Ende 18. und sichert sich P2 bei den Masters.

Elfyn Evans hat am Sonntag die Rallye Kroatien, den vierten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2023, gewonnen. Bei der ersten Asphalt-Rallye der Saison hatte der Toyota-Pilot im Ziel nach 20 Wertungsprüfungen über 301,26 Kilometer einen Vorsprung von 27,0 Sekunden auf Ott Tänak (Ford). Dritter wurde Esapekka Lappi (Hyundai, + 58,6 Sekunden), womit alle drei Hersteller auf dem Podium vertreten waren.

Auf den Plätzen vier bis sechs folgten mit Kalle Rovanperä, Sebastien Ogier und Takamoto Katsuta drei weitere Toyota-Piloten, Siebter wurde Pierre-Louis Loubet (Ford). Rang acht ging an Yohan Rossel (Citroen), der damit auch die WRC2-Wertung gewann. Mit Nikolai Gryasin und Oliver Solberg (beide Skoda) komplettierten zwei weitere WRC2-Piloten die Top 10.

Großer Verlierer der Rallye Kroatien war Thierry Neuville (Hyundai). Der Belgier, vor der Rallye WM-Zweiter hinter Teilzeit-Pilot Ogier, führte die Rallye bis zur elften Prüfung am Samstag an, schied dann aber nach einem Unfall aus und verlor wichtige WM-Punkte.

Das Österreichische Duo Johannes Keferböck und Ilka Minor landen am Ende in ihrer Premiere mit dem neuen Skoda Fabia RS Rally2 auf dem 18. Platz der Gesamtwertung, Platz 11 in der RC2 Wertung und wird bei den WRC Masters nach Ausfall von Mauro Miele Zweiter. Doch aus rein österreichischer Sicht dürfen wir uns dennoch auch über den Sieg bei dem Masters freuen. Den holt sich nämlich der Deutsche Armin Kremer, der wiederum von BRR Baumschlager Racing betreut wird.

Rallye im Zeichen der Erinnerung an Craig Breen

Für Evans war es der sechste Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft und das Ende einer langen Durststrecke. Zuletzt hatte der Waliser im Oktober 2021 die Rallye Finnland gewonnen. "Wir haben lange darauf hingearbeitet, aber es ist erstaunlich, wie wenig es im Moment bedeutet", sagt er. "Nachdem wir uns auf das Wochenende konzentriert haben, vermissen wir nun wieder unseren Freund, und direkt nach der Zieldurchfahrt ist das alles, woran wir denken können."

Die Rallye Kroatien stand ganz im Zeichen des Gedenkens an Craig Breen, der am 13. April bei Testfahrten vor der Rallye tödlich verunglückt war. Alle Fahrzeuge trugen Botschaften, die an ihn erinnerten, Hyundai trat mit einer Sonderlackierung in den irischen Nationalfarben an.

Nachdem sich das Werksteam des südkoreanischen Herstellers entschieden hatte, das ursprünglich für Breen vorgesehene dritte Auto in Kroatien nicht einzusetzen, entschied sich Toyota in einer Geste des Respekts, mit Ogier und Rovanperä nur zwei statt der erlaubten drei Fahrer für die Herstellerwertung zu nominieren.

Ogier und Rovanperä geraten früh im Probleme

Doch genau diese beiden Piloten schieden schon bald aus dem Kampf um den Sieg aus. Auf der zweiten Wertungsprüfung am Freitag erlitten sowohl Ogier als auch Rovanperä einen Reifenschaden, der sie jeweils mehr als eine Minute kostete. Weil Ogier nach dem Radwechsel mit nicht korrekt angelegtem Sicherheitsgurt gestartet war, erhielt er zusätzlich eine Zeitstrafe von einer Minute.

Zu Beginn der Rallye kämpften Neuville und Evans um die Führung, doch am Samstagmorgen kam der Belgier in einer Rechtskurve von der Straße ab, traf einen Stein und schleuderte anschließend in eine Baumgruppe. Damit war der Tag für ihn gelaufen. Mit dem Sieg und fünf Zusatzpunkten bei der Powerstage betrieb Neuville noch Schadensbegrenzung.

Evans geriet danach kurzzeitig unter Druck von Tänak, der dann aber durch ein technisches Problem mit der Handbremse Zeit verlor. So ging Evans mit einem Vorsprung von 25,4 Sekunden in den Schlusstag, den er letztlich nur noch verwalten musste.

Lappi mit erstem Podium für Hyundai

Tänak fuhr mit Rang zwei seinen zweiten Podestplatz der Saison ein und unterstrich damit, dass mit ihm im Kampf um den WM-Titel zu rechnen ist. "Vom Ergebnis her ist das sicher viel", sagt er, meint aber auch: "Uns fehlt noch die Konstanz und auch die Leistung. Wir haben ein paar gute Punkte geholt und hoffen, dass der Speed folgt."

Für Lappi war Rang drei der erste Podestplatz für Hyundai und sein insgesamt elfter in der Rallye-Weltmeisterschaft. "Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, um ehrlich zu sein", sagt er. "Ein großes Dankeschön an das Team - ich bin mir sicher, dass es für die meisten von uns nicht einfach war, hierher zu kommen. Es war wirklich hart, aber wir haben die Köpfe zusammengesteckt und es mit einer cleveren Fahrweise auf das Podium geschafft, was für mich und das Team sehr wichtig ist."

In der Fahrerwertung führen nach vier von 13 Rallyes Ogier und Evans punktglich mit 69 Punkten, knapp dahinter folgen Rovanperä mit 68 und Tänk mit 65 Punkten. Neuville fällt mit 58 Punkten auf Rang fünf zurück. In der Herstellerwertung liegt Toyota mit 161 Punkten vor Hyundai (132) und M-Sport (108).

Weiter geht es in der Rallye-WM 2023 in drei Wochen (11. bis 14. Mai) mit der Rallye Portugal.

Motorsport-Total.com

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