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ORM: Kommentar
Grafik: ORM

Über Transparenz & heimische Protestkultur

Ist die Diskussion um nicht aktualisierte Punktestände reines, an den Haaren herbeigezogenes, grundböses „Pipifatz“ oder steckt mehr dahinter? Ein Kommentar von Noir Trawniczek.

Noir Trawniczek

Reges Feedback gab es auf die Story zu den Punkteständen. Diese waren wegen eines laufenden Protests auf Stand Jänner geblieben, obwohl bereits die Rebenland-Rallye gefahren wurde. Jedoch gab es weder bei den Punkteständen auf der ORM-Website noch bei jenen der AMF einen Hinweis dazu.

Einige Rallye-Insider reagierten ärgerlich auf die Hintergrund-Story, die der Aufklärung/Information gedient war - man hätte doch nur im Online-Aushang der Rebenland-Rallye nachsehen brauchen. Sprich man hätte auf der Veranstalter-Website ins Menü „Teilnehmer“, dann in den Online-Aushang, dann in den Ordner „Sportkommissare Dokumente“ und dann in das pdf namens „Protestentscheidung Startnummer 56“ gehen müssen und dann hätte man rückschließen können/sollen, dass wegen des ausstehenden Protests keine Punktestände zur Verfügung stehen...

Information via Online-Aushang only?

Die Meinung des Autors dazu: Es gibt nun endlich einen Promotor, der auch für Transparenz stehen möchte, und dann verlangt man allen Ernstes von der breiteren Fan-Gemeinde, dass sie via Menüpunkt „Teilnehmer“ im Online-Aushang herumsuchen soll, um an diese wesentliche Info heranzukommen? Zumal die offizielle Presseaussendung der Rebenland-Rallye (Schlussbericht) sehr wohl ein Endergebnis und auch Punktestände publiziert und den Protest nicht erwähnt hatte. Es geht hier nicht um die „Insider“, sondern um eine (ja auch ersehnte) breitere Fan-Gemeinde - es geht daraum, wie sich dieses Szenario aus ihrer Sicht betrachtet darstellt...

Ein Anruf bei Günther Knobloch, einer der Inititatoren des Promotors. Er verweist darauf, dass man sich vornehmlich den TV-Rechten zugewandt habe. Es ist tatsächlich in allerhöchstem Maße erfreulich, dass man nun viermal so viel TV-Präsenz wie im Vorjahr generieren kann - aber gerade dann müsste man davon ausgehen, dass neue und unbedarfte Fans hinzugekommen sind und auch entsprechend informiert werden wollen.

Letzten Endes wäre es um einen einzigen Satz in einer nicht aktualisierten Punktetabelle gegangen. Knobloch sagt: „Wir sind für Punktestände nicht zuständig, das ist Hoheitsbereich der AMF.“ Michael Fehlmann, Generalsekretär der AMF, sagt: „Ich fände es doch gut und praktisch, wenn der Promotor solche wichtigen Zusatzinformationen auf der ORM-Website publizieren würde - weil mit der offiziellen ORM-Website auch mehr Leute erreicht werden.“ Verwunderlich in diesem Zusammenhang, dass der Promotor zwar einen TV- und einen Print-Observer in Auftrag gibt, Online-Medien jedoch nicht erfasst werden - und das im Jahr 2023 (das liegt, so der Promotor, an den damit verbundenen Mehrkosten).

Das Gleiche am Saisonende - wochenlang warten auf den Staatsmeister?

Es mag nur eine sogenannte Kleinigkeit sein - stellt man sich das Punktetabellen-Szenario jedoch am Saisonende vor, wenn es darum geht, ob der eine oder der andere Pilot Staatsmeister wurde, wäre das ein katastrophales Bild in den Augen der breiteren, der unbedarften Fangemeinde. Da stellt sich auch die Frage, ob nicht ein provisorischer Punktestand mehr Sinn ergeben würde als gar keiner. Schließlich müsste man in so einem Fall wochenlang zuwarten, um endlich den Champion bestätigt zu erhalten - selbst dann, wenn an der Spitze Klarheit herrschen würde. Um so etwas zu verhindern, ist es eben nötig, diese mögliche Problematik schon jetzt aufzuzeigen. Und zwar ohne jede „böse“ Absicht - ganz im Gegenteil...

Protest ist völlig legitimes Rechtsmittel

Apropos „böse Absicht“: Was in den Facebook-Kommentaren zu dem erwähnten Artikel ebenfalls auffiel, war die Tendenz dazu, den Protest von Luca Pröglhöf lächerlich zu machen. Im Hintergrund gab es zudem auch jene nach „old school“ riechende Tendenz mancher, diesen Protest „geheim“ zu halten, ihn nicht öffentlich zu machen (obwohl zugleich via Online-Aushang ohnehin öffentlich einsehbar). Dazu folgende Ansicht des Autors: Es fehlt in Österreich offenbar immer noch eine gesunde Protestkultur! Der Protest ist ein völlig legitimes und überhaupt nicht „böses“ Rechtsmittel, wenn ein Teilnehmer die Vermutung hat, ein Konkurrent würde ein illegales Auto pilotieren. Und es ist NICHT ehrenhaft, nicht zu protestieren um dann aber überall herumzuerzählen, der Konkurrent sei „link“ unterwegs. Hier wäre dringend eine moralische „Schubumkehr“ nötig...

Ein Kommentar spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder.

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