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Wurz kehrt zurück ins Rallyeauto
Foto: Wolfgang Halbartschlager

Das kuriose Comeback des Hr. Wurz

Wie ein entfernter Wurz-Verwandter zwanzig Jahre nach Platz acht bei der Jännerrallye ein Comeback im Ex-Neubauer-Ford anstrebt...

Noir Trawniczek

Markus Wurz ist keiner, der um den heißen Brei herumredet - und so erzählt er aus seinen Jugendjahren: „Den Wolfgang Schmollngruber, bei dem ich mir für die Blaufränkischland Rallye einen Mitsubishi anmiete, kannte ich schon damals, in den Neunzigerjahren, über den Mazda Lietz - wir waren beide Mazda-Fans und während die anderen einen heben gingen, sind wir driften gegangen.“ Irgendwann sorgte dann ausgerechnet ein „Freund und Helfer“ für die ungewöhnliche Motorsportkarriere des Markus Wurz „Ein Polizist hat mich aufgehalten und mir gesagt, dass es gescheiter wäre, auf einer Rennstrecke zu fahren - so habe ich dann mit 19 mit dem Rallycross begonnen.“

Mit Alexander Wurz ist Markus nur entfernt verwandt: „Wir sind nur weit verzweigte Verwandte, unsere Opas waren Cousins - ich habe einmal kurz mit Franz Wurz gesprochen, doch die waren alle viel zu beschäftigt für einen näheren Kontakt.“ Und so wechselte Markus Wurz im Jahr 2002 in den Rallyesport - und konnte bei seiner ersten Rallye, der Jännerrallye, gleich einmal den achten Gesamtrang belegen. Auch wenn damals kaum internationale Teams antraten und Wurz einen Rückstand von 24 Minuten hatte, ist das doch - zumindest auf dem Papier - eine Leistung. Hernach jedoch verzeichnete Markus Wurz bei sieben gefahrenen Rallyes satte sechs Ausfälle: „Ich hatte einen Ford Escort RS Cosworth und bei dem Auto kannte sich niemand aus, die Dogbox war andauernd hin.“ Auch ein angeschaffter Subaru bescherte Wurz nur Kopfzerbrechen. Und: „Meine Werkstatt ist dann abgebrannt - und danach war ich mit Hausbau und dergleichen beschäftigt.“ Die Rallyekarriere des Markus Wurz fand demnach ein frühes Ende, ab Jahresende 2003 herrschte Funkstille...

„Wollte ein richtiges Rallyeauto“

Bis jetzt. Denn der „Rallyevirus“ ist bei dem heute 48-Jährigen wieder aktiv geworden: „Ich wollte mir bei Zellhofer Motorsport ein Rallyeauto kaufen - nachdem leider meine Mutter verstorben ist und ich eine kleine Erbschaft bekommen habe, habe ich mir gleich ein richtiges, ein aktuelles Auto gekauft, nämlich einen Ford Fiesta MkII rally2, mit dem in den letzten beiden Jahren Hermann Neubauer gefahren ist.“

Einfach in den frisch erworbenen Boliden steigen und damit bei Rallyes antreten spielte es freilich nicht - denn um ein Fahrzeug der stärksten nationalen Kategorie im Wettbewerb lenken zu dürfen, benötigt man eine internationale C-Lizenz. Und die erhält man erst, wenn man mit schwächeren Autos vier Rallyes im Ziel beenden konnte.

Drei Rallyes am Stück: „Es wären auch fünf gegangen“

Dieses „Problem“ löste Markus Wurz auf kuriose Art und Weise: „Ich habe in Deutschland drei kurze Rallyesprints absolviert, die alle an einem Wochenende stattgefunden haben. Ich habe mir einen Opel Adam angemietet und es ging dabei lediglich darum, ins Ziel zu kommen. Als Copiloten habe ich mir mit dem Deutschen Thomas Schöpf einen erfahrenen Mann ins Auto geholt, seine Erfahrung hilft mir weiter. Die drei kurzen Rallyes haben richtig Spaß gemacht, ich hätte auch noch eine vierte und fünfte Rallye fahren können...“

Für die noch fehlende Rallye-Ankunft hat Markus Wurz bei seinem alten Freund Wolfgang Schmollngruber einen Mitsubishi Lancer Evo angemietet - auch bei der Blaufränkischland Rallye am kommenden Wochenende geht es lediglich darum, eine Zielankunft vorzuweisen.

Bei der Perger Mühlsteinrallye möchte Markus Wurz schließlich den Ford Fiesta rally2 zünden - wichtig ist ihm noch die Erwähnung, dass „zwei der Sponsoren, die mich schon vor zwanzig Jahren unterstützt haben, auch heute wieder an Bord sind. Denn das ist keine Selbstverständlichkeit“.

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