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WRC 2027 mit neuem Auto M-Sport hat noch keine Finale Entscheidung für die WRC-Saison 2027 getroffen
Motorsport Images

WRC 2027 mit neuem Auto: M-Sport will keine "Heftpflaster"-Lösung

M-Sport will 2027 ein neues WRC-Auto bauen statt den Rally2 aufzurüsten - Teamchef Richard Millener nennt die Upgrade-Option ein Heftpflaster

M-Sport zögert zwar noch mit einer offiziellen Zusage für das Reglement 2027 der Rallye-WM (WRC), hat aber intern eine klare Priorität gesetzt: Das britische Team will ein völlig neues Auto für die künftige Topklasse entwickeln, statt sein aktuelles Rally2-Fahrzeug aufzurüsten.

Die WRC stellt 2027 auf ein neues technisches Reglement um. Dieses soll durch eine strikte Kostenobergrenze von 345.000 Euro pro Auto und mehr Flexibilität neue Hersteller anlocken. Die neuen WRC27-Autos werden auf aktueller Rally2-Technik - inklusive Motoren und anderer Komponenten - basieren und ein ähnliches Leistungsniveau aufweisen.

Um volle Starterfelder zu garantieren, dürfen 2027 sowohl die neuen WRC27-Autos als auch die bestehenden Rally2-Fahrzeuge in der Topklasse antreten. Die FIA will mittels eines Ausgleichs der Leistung - ähnlich einer Balance-of-Performance - für Chancengleichheit zwischen den beiden Konzepten sorgen.

Toyota einziger Hersteller mit Zusage

Von den aktuellen Rally1-Herstellern hat bisher nur Toyota Vollgas gegeben und entwickelt bereits ein neues Fahrzeug für 2027. Hyundai-Teamchef Cyril Abiteboul erklärte hingegen vergangene Woche, dass es für sein Team "unmöglich" sei, rechtzeitig ein neues Auto für 2027 zu bauen. Die realistischste Option sei ein Upgrade des i20 N Rally2, während der Hersteller die WRC-Zukunft über 2026 hinaus erst einmal bewerten will.

M-Sport steht vor einer ähnlichen Entscheidung. Das Team aus Großbritannien ist noch nicht in der Position, grünes Licht für ein WRC27-Projekt zu geben, hätte aber mit dem Fiesta Rally2 ebenfalls ein Basisfahrzeug, das 2027 startberechtigt wäre. Obwohl Teamchef Richard Millener einräumt, dass ein Upgrade des Rally2-Fiesta eine Option ist, bevorzugt das Team klar den Bau eines neuen WRC27-Autos.

"Das [ein Rally2-Upgrade] ist ein Heftpflaster, wenn Sie mich fragen. Das ist nicht die Zukunft", findet Millener klare Worte.

Rally2-Upgrade = Zeitverschwendung

"Warum sollten wir ein Jahr damit verschwenden, unser Rally2-Auto hochzurüsten, nur um danach ein neues Auto zu bauen? Wenn im ersten Halbjahr [2027] nur Toyota [mit einem neuen Auto] da ist, verstehe ich ohnehin nicht, wie das [mit der Parität] eingeführt werden soll", gibt er zu bedenken.

Milleners Fazit: "Es ist eine Option, aber ich investiere unsere Zeit und unser Geld viel lieber in ein neues Auto, das eine lange Lebensdauer hat."

Einer der Hauptgründe für M-Sports Zögern ist die unklare Zukunft der WRC-Vermarktung. Derzeit läuft eine Ausschreibung für einen neuen kommerziellen Rechteinhaber, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll.

WRC-Zukunft muss erst geregelt sein

"Wir können uns erst festlegen, wenn wir sehen, wohin die Reise mit der Meisterschaft geht. Wenn wir eine Zehn-Jahres-Vision von demjenigen sehen, der die Promoter-Rechte kauft, und wir daran glauben, dann hat wir auch das Vertrauen, es durchzuziehen", so Millener. "Im Moment ist es schwer zu sagen, ob ich investieren würde, weil ich nicht wirklich weiß, was passieren wird."

Trotz der Ungewissheit blickt Millener pragmatisch voraus: "Der Rallyesport wird nicht verschwinden, und das Reglement ist weitgehend beschlossen. Wir mögen Teile davon, andere nicht, aber die Entscheidung ist gefallen."

Die Teams müssten aufhören, "Energie darauf zu verschwenden, etwas ändern zu wollen. Wir müssen damit aufhören und anfangen, uns die Details anzusehen, wie wir es zum Funktionieren bringen. Wir wissen, dass wir es machen wollen, und wir sind seit über 20 Jahren im Rallyesport."

Motorsport-Total.com

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