RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ARC, Vipavska Dolina: Vorschau
Foto: Harald Illmer

Die heiß geliebte Rally Vipavska Dolina!

13 Teams der Austrian Rallye Challenge reisen diese Woche in die slowenische Stadt Ajdovscina, wo mit der Rally Vipavska Dolina die dritte Rallye der ARC steigen wird. Die einzige Auslands-Rallye wird von den erwähnten Teams heiß geliebt - daher hat sie auch heuer ihren wohl verdienten Platz im neun Rallyes umfassenden ARC-Kalender.

„Ich verbinde die Rallye dann immer mit einem schönen Urlaub mit Freunden“, erzählt Bernhard Hengl. Der 26-Jährige blickt mit großer Vorfreude der kommenden Woche entgegen. Denn da steigt einmal mehr die einzige Auslands-Rallye der Austrian Rallye Challenge - die slowenische Rally Vipavska Dolina am 8. und 9. Mai. Bernhard Hengl fügt hinzu: „Wir haben da immer ein schönes Quartier quasi am Gegenhang der Rallye, mit einem wunderschönen Ausblick auf das Tal rund um Ajdovscina. wo sich das Rallye Headquarter befindet.“

Die Rally Vipavska Dolina wird traditionell von wenigen, dafür schwer begeisterten ARC-Teams genützt - diese Begeisterung sorgte dafür, dass die Rallye als eine von neun möglichen Veranstaltungen im Kalender blieb, zumal ohnehin nur die sechs besten Ergebnisse für die Clubmeisterschaft herangezogen werden. Waren es im Vorjahr zehn in der Austrian Rallye Challenge eingeschriebene Teams, welche in den sonnigen Süden fuhren, so sind es heuer deren 13. „Ich finde es toll, dass immer mehr Starter zur Vipavska Dolina anreisen, das ist ein gutes Zeichen“, freut sich Bernhard Hengl.

In der für die Clubmeisterschaft herangezogenen Gruppe ARC tritt Hengl gemeinsam mit drei weiteren Teams an, in der Auszugswertung für Historische Fahrzeuge mit Zweiradantrieb, in der ARCH 2WD sind es insgesamt drei Teams.

Hengl, der seit der Perger Mühlsteinrallye 2023 gemeinsam mit Stammcopilot Mika Wendl einem Ford Escort RS2000 MkI die Sporen gibt, konnte sowohl 2024 als auch 2025 bei der Vipavska Dolina die ARCH gewinnen. Doch: Seit der Vipavska des Vorjahres lastet offenbar eine Art „Fluch“ auf dem Escort: Drei Rallyes standen seither auf dem Programm, doch allesamt ohne Zielankunft. Auch beim großen ARC-Saisonauftakt im Triestingtal mussten Hengl/Wendl abstellen. Daher ist die Zielsetzung diesmal sonnenklar: „Nach drei Nicht-Ankünften ist für uns diesmal ganz klar das Ziel das Ziel.“ Die beiden Konkurrenten in der ARCH 2WD sind Markenkollegen - doch Bernhard lacht: „Das sind sehr scharfe Escorts, da sind wir motorisch wohl etwas unterlegen, denn sie haben um 40 bis 50 PS mehr zur Verfügung.“ Kryptisch fügt Hengl hinzu: „Heuer ist für uns ohnehin ein Lernjahr - denn es bahnt sich etwas Neues an.“ Was genau gemeint ist, verrät Bernhard noch nicht, nur so viel: „Es ist ein Start in einer anderen Klasse geplant.“

Lindner könnte ARC- und ARCH 2WD-Tabellenführung erobern

Keinen Klassenwechsel plant Hans Georg Lindner - er könnte in seinem historischen Ford Escort RS1600 nicht nur in der ARCH 2WD die Führung übernehmen, sondern auch in der ARC-Tabelle Gerolf Schuller die Führung entreißen. Schuller führt mit 66 Punkten vor Jan Dolzer mit 52 und Christian Rosner mit 51 Punkten - die Top 3 der ARC sind allesamt nicht in Slowenien am Start - Lindner liegt mit 41,5 Punkten auf Platz vier. Schon einmal, im Jahr 2012, ist es ihm gelungen, mit einem historischen Fahrzeug ARC-Clubmeister zu werden.

Lindner fuhr zuletzt 2019 die Rally Vipavska Dolina, wo er die ARCH gewinnen und sich am Ende des Jahres zum ARCH-Clubmeister krönen konnte. Lindner verrät: „Mir hat die Vipavska Dolina sehr gut gefallen. Die SPs sind so richtig anspruchsvoll und die vielen Zuschauer sind ein Wahnsinn, ganz besonders bei der großartigen Abendprüfung.“ Lindner wollte seit seinem Start 2019 immer wieder nach Ajdovscina zurückkehren, doch: „Da kam dann ja Corona und danach hat es sich einfach nicht ergeben. Umso mehr freut es mich, dass ich und meine Freundin und Copilotin Hermelinde Schütter nun wieder dabei sind.“

Dazu kommt, dass sein Freund und Nachbar Kurt Niederreiter gemeinsam mit Copilot David Angerer einen weiteren Ford Escort RS1600 zünden wird. Niederreiter erzählt: „Wir haben das Auto komplett neu aufgebaut. Hans Georg und ich sind beste Freunde und er hat mir dabei geholfen. Er ist ja auch mein Nachbar und auch im Servicepark werden wir natürlich Nachbarn sein.“ Wie Hans Georg Lindner fuhr auch Kurt Niederreiter bereits 2019 die Rally Vipavska Dolina. Der vor einiger Zeit vor allem in der deutschen Oberlandrunde erfolgreiche 60-jährige Österreicher fuhr selten in seinem Heimatland. Österreich-Starts bilden die Ausnahme, zuletzt 2021 bei der Herbstrallye - den Großteil seiner Rallyes jedoch fährt Niederreiter in Deutschland.

In der ARC sind Hengl, Lindner und Niederreiter allesamt in der Klasse C3 beheimatet. Dazu gesellt sich in der ARC Gruppe Richard Knapp in der Klasse C1, der gemeinsam mit Claudia Böckl einen von Race Rent Austria eingesetzten Mitsubishi Lancer Evo III pilotieren wird.

ARCP auch ohne Führungsduo top besetzt

In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge sind die beiden mit jeweils 70 Punkten führenden Christoph Zellhofer und Maximilian Lichtenegger nicht in Slowenien am Start. So könnte Hermann Gaßner (46 Punkte) aufschließen, der mit der Österreicherin Natascha Vrga einen Toyota GR Yaris pilotieren wird und in der ARCP als Favorit gehandelt wird.

Sein Punktekonto aufbessern kann auch Alfons Nothdurfter, der mit 34 Zählern Platz fünf der ARCP belegt. Der 73-jährige Tiroler scheint nun endgültig vom historischen Ford Sierra Cosworth auf den modernen Ford Fiesta Proto umgestiegen zu sein und fühlt sich im Proto, so scheint es, pudelwohl. In seiner Presseaussendung hofft Nothdurfter, der die Rally Vipavska Dolina zum ersten Mal bestreitet, dass die Sonderprüfungen der Vipavska tatsächlich Ähnlichkeiten mit den Prüfungen der früheren Saturnus Rallye aufweisen, die bekanntlich hohes Ansehen bei Fans und Aktiven genießen. Nothdurfter, seit 1985 als Rallyepilot aktiv, setzt auf den relativ jungen Steirer Christian Roschker als Beifahrer, der erst seit drei Jahren aus dem „Gebetsbuch“ liest.

Ziemlich motiviert wirkt auch Reinhard Frühwald. Der ARCP-Clubmeister 2024 ließ es im Vorjahr etwas ruhiger angehen - doch heuer sieht es anders aus: „Es scheint, dass es heuer zeitlich gut passt für uns. Und auch unsere gefahrenen Zeiten bei der Triestingtal Rallye waren zufriedenstellend.“ Mit seinem Beifahrer Johannes Roseneder konnte Frühwald im Race Rent Austria Mitsubishi Lancer Evo IX Proto zuletzt bei der deutschen Osterrallye gehörig aufzeigen: „Dort wäre ein Gesamtsieg möglich gewesen - doch ein losgelöster Turboschlauch hatte zur Folge, dass wir nur den vierten Gesamtrang belegen konnten.“ Jetzt ist die Vorfreude groß: „Die Vipavska Dolina ist eine sehr schwierige Rallye und wir sind ganz sicher bereit.“ Zurzeit haben Frühwald/Roseneder 21 Punkte auf ihrem ARCP-Konto.

Noch keine Punkte weist Markus Steinbock auf, der erst beim dritten Lauf in die Austrian Rallye Challenge einsteigt. Steinbock ist ein erfahrener Pilot, der seit 2007 Rallyes fährt. Seit 2018 pilotiert er einen von ihm selbst aufgebauten Hyundai i20 N R5 - weil dieses R5/Rally2-Fahrzeug bereits vor 2016 homologiert wurde, wird es nicht in der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge sondern in der ARCP gewertet. Markus Steinbock fuhr im Vorjahr zum ersten Mal bei der Rally Vipavska Dolina: „Das sind sehr anspruchsvolle Prüfungen mit vielen Sprüngen. Es ist heuer ganz anders als im Vorjahr - denn wir wissen heuer bereits, was uns da unten erwartet.“ Auch Steinbock konnte bei der Osterrallye gehörig Selbstbewusstsein tanken - denn mit seiner Gattin Sabine als Copilotin konnte er dort den guten achten Gesamtrang belegen. In Slowenien wird wieder Harald Bachmayer aus dem „Gebetsbuch“ lesen. Der „Mann mit der Pfeife“ ist für Markus ein wichtiger Partner: „Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus und das tut mir sehr gut. Man kann mit ihm die Rallye genießen und ganz einfach die Seele baumeln lassen.“

Wie Markus Steinbock hat auch Eugen Friedl noch keine ARCP-Punkte auf seinem Konto - er fuhr die Rally Vipavska Dolina bereits mehrmals, schon im Vorjahr schwärmte er: „Die Vipavska Dolina ist wahnsinnig toll, die Atmosphäre, die Landschaft, die vielen Fans - ich bin begeistert von dieser Rallye.“ Der 2WD-Staatsmeister 1994 ist seit 1985 im Rallyesport aktiv und in den Neunzigerjahren bereits auf den Prüfungen der Saturnus Rallye gefahren. „Ich bin damals dreimal die legendäre Saturnus Rallye gefahren, die ebenfalls in der Gegend der heutigen Vipavska Dolina abgehalten wurde.“

Friedl hat für 2026 eine große Veränderung vorgenommen: Der eigene Mitsubishi bleibt vorerst in der Garage - es wird gemeinsam mit Co Helmut Aigner ein Ford Fiesta Proto aus dem Hause Race Rent Austria gezündet. Die Premiere erfolgte bereits bei der kroatischen Quattro River Rally. Friedl erklärt: „Ich wollte unbedingt einmal ein sequentielles Getriebe ausprobieren - das war der Hauptgrund für meinen Wechsel.“ Das Getriebe hat ihn dann auch nicht enttäuscht: „Es war super, einfach geil! Zudem ist der Radstand beim Fiesta etwas kürzer, der Wagen wirkt somit handlicher, agiler. Der erste Einsatz in Kroatien hat gut funktioniert, das war ja keine leichte Rallye, da dort immer sehr viel Schlamm heraus gecuttet wird. Leider hatten wir vor der letzten Prüfung einen Kupplungsschaden. Doch jetzt freuen wir uns schon sehr auf den nächsten Einsatz im Ford Fiesta Proto.“

ART2: Jungpilot Lukas Wilhelm als „Geheimtipp“

In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge sind diesmal nur die zweiradgetriebenen Autos der ART2 am Start. Vier Teams werden mit modernen Rally 4-Boliden an den Start gehen. Das Spitzentrio der ART2-Tabelle - Marcel Neulinger (60 Punkte) sowie Lukas Dirnberger (50 Punkte) und Raphael Dirnberger (39 Punkte) - wird die Reise nach Slowenien nicht antreten, sodass der viertplatzierte Max Maier (37 Punkte) gehörig vorrücken könnte.

Maier, der heuer erstmals vom Serien-Fiesta in den eigenen Peugeot 208 Rally4 wechselte, ist noch immer mit diesem Umstieg beschäftigt, macht aber bereits große Fortschritte: „Mein Bruder Ben und ich waren bei der Quattro River Rally am Start und konnten dort zwei oder drei 2WD-Bestzeiten markieren - die technischen, selektiven Prüfungen liegen uns gut. Auch die Auslandsrallyes liegen uns irgendwie besser. Daher bin ich im Vorfeld der Rally Vipavska Dolina relativ zuversichtlich gestimmt. Ein Top 3-Ergebnis bei den 2WD-Teams ist unsere Zielsetzung.“ Max ist ein ausgesprochener Fan der Rally Vipavska Dolina: „Da sind wir bereits zweimal gefahren. Diese Rallye ist irrsinnig schön - auch die Stadt-Sonderprüfungen gefallen mir, obwohl die mir persönlich weniger liegen. Der Samstag ist dann immer richtig gut.“

Für Max und Ben Maier ist es bereits die fünfte Rallye in diesem Jahr - zudem ist der Neo-Veranstalter (ARC Grasl Rallye Horn am 18. und 19. September, gemeinsam mit Co-Veranstalter Hermann Haslauer) auch als Team-Mitbesitzer in höchstem Maße aktiv. Das noch junge Kellner & Maier Racing Team kümmert sich in Slowenien um die Einsätze von gleich vier Fahrzeugen: Den Hyundai von Steinbock/Bachmayer, den Peugeot 208 Rally4 von Thomas Regner - der seit 2003 aktive Pilot fährt mit Nadine Kellner, der Gattin von Team-Mitbetreiber Stefan Kellner als Copilotin. Und schließlich jene beiden Peugeot 208 Rally4 der beiden Team-Eigner Stefan Kellner (nicht in der ARC eingeschrieben) und eben Max Maier.

Für Martin Attwenger und Angelika Letz wird der Einsatz im Opel Corsa Rally4 der erste in dieser Saison - im Vorjahr fuhr das Duo lediglich drei slowenische Rallyes, jedoch nicht die Vipavska Dolina. Die wiederum fuhr man bereits zweimal: 2022 und 2024.

Für den jungen Rallye-Quereinsteiger, den Rallycrosser Lukas Wilhelm wird es freilich die erste Rally Vipavska Dolina - schließlich gab Wilhelm erst im Vorjahr im Rahmen der Herbstrallye sein Rallye-Debüt. Beim großen Saisonauftakt der Austrian Rallye Challenge, bei der ARC Rallye Triestingtal konnte Wilhelm 32,5 Punkte in der ART2 an Land ziehen, beim Gastspiel der ARC im Lavantal folgte einer von heuer zwei Abflügen. Am kommenden Wochenende werden Lukas Wilhelm und seine erfahrene Copilotin Christina Ettel wieder den von Waldherr Motor Sport eingesetzten Opel Corsa Rally4 pilotieren. In der ART2 gilt das Duo als „Geheimtipp“. Teamchef Luca Waldherr gibt zu bedenken: „Lukas ist der Pilot mit der geringsten Erfahrung - zuletzt gab es zwei Zielankünfte aber auch zwei Ausfälle. Die Favoritenrolle würde ich ihm daher nicht unbedingt zuschreiben. Geheimtipp passt da schon besser.“

Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/DOK/Wertungen_ARC-2026-02.pdf

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Alpe Adria Rally Cup: Vipavska Dolina

AARC vor Rally Vipavska Dolina

Ein sensationelles Nennergebnis von 107 Teams bei der Rally Vipavska Dolina in Slowenien und 24 Teams des Alpe Adria Rally Clubs werden mittendrin statt nur dabei sein!

Mitropa Cup: Vorschau Rally Porec

24 MRC-Teams bei 27. Rally Porec

Erst zum zweiten Mal im Meisterschaftskalender vertreten, gehen 24 Teams des Mitropa Rally Cup (MRC) bei der Rally Porec in Kroatien an den Start.

WRC Kanaren Rallye am Wochenende

Warum sich Sordo auf sein WRC-Comeback freut

Dani Sordo kehrt am Wochenende anlässlich der Kanaren-Rallye ins Hyundai-Werksteam zurück - Den Wettbewerb hat der Spanier nicht vermisst, aber ...

Die Rally Gran Canaria war Ilka Minors 150. WM-Rallye - Johannes Keferböck erfreute seine Copilotin mit gesteigerten Speed-Werten und einer zugleich souveränen Fahrt. Mit dem zweiten Platz im WRC Masters Cup konnte man die Tabellenführung weiter ausbauen.