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CZ, Rally Bohemia: Analyse
Foto: Wagner Motorsport

Wagner analysiert Bohemia-Enttäuschung

Simon Wagner konnte bei der Rally Bohemia die eigenen Erwartungen nicht erfüllen - der CZ-Titel ist so gut wie unmöglich geworden. Im Gespräch mit motorline.cc sucht Wagner nach Erklärungen für das enttäuschende Wochenende.

Noir Trawniczek

Eigentlich wollte Simon Wagner heuer die Tschechische Rallye Staatsmeisterschaft gewinnen - als Tschechischer Vize-Staatsmeister des Vorjahres hat sich der fünffache Österreichische Rallye Staatsmeister damit alles andere als ein realitätsfernes Ziel gesteckt - doch nach der nunmehr vierten von sechs CZ Rallyes, der Rally Bohemia, scheint dieses Ziel in sehr weite Ferne gerückt…

Zwar konnten Simon Wagner und seine deutsche Copilotin Hanna Ostlender zunächst den Shakedown und auch die erste, die kurze Superspecial im Racepark Milovice gewinnen, doch im weiteren Verlauf der Rallye konnte man keine weiteren Bestzeiten mehr in den Asphalt brennen. Am Ende musste sich das Duo im Hyundai i20 N Rally2 mit einem Rückstand von 47,8 Sekunden respektive mit Platz vier begnügen - hinter Dominik Stritesky (Skoda Fabia RS Rally2), Filip Mares (Toyota GR Yaris Rally2) und Jan Kopecky auf einem weiteren Skoda.

Im Gespräch mit motorline.cc analysiert Wagner die Niederlage - von einer solchen muss man (auch wenn viele über einen vierten Platz in der gut besetzten CZ-Meisterschaft jubeln würden) deshalb sprechen, weil ein Sieg angestrebt wurde, zumal nur ein solcher noch realistische Titelchancen aufrecht erhalten hätte. Das sieht letztendlich auch Simon nicht anders: „Punktetechnisch wird der Titel wohl nicht mehr zu holen sein - jedenfalls denk ich derzeit sicher nicht an den Titelgewinn.“

Vielmehr gilt es, das enttäuschende Ergebnis zu verarbeiten. Wagner bringt zunächst die Wetterbedingungen ins Spiel: „Der Wettergott hat uns auch an diesem Wochenende nicht erhört. Denn ich hätte mir Regen gewünscht, damit es schwieriger wird. Man darf nicht vergessen, dass bei unseren beiden Siegen im Vorjahr jedesmal schlechte Wetterbedingungen vorgeherrscht haben - das war heuer leider nicht oft der Fall.“

Was noch auffällt: Erik Cais konnte in einem weiteren Hyundai i20 N Rally2 lediglich mit knapp zwei Minuten Rückstand Platz sieben belegen. Liegt es also auch am Fabrikat? Wagner antwortet unverblümt: „Damit liegst du nicht ganz weit weg. Wenn wir den Vergleich ziehen mit Erik (Cais), der beinahe schon die Barum Rallye gewonnen hätte und also kein schlechter Fahrer ist und der ganz klar hinter uns lag, hat es wohl etwas damit zu tun. Und es hat sicher auch damit zu tun, dass der aktuelle Rally2 von Hyundai nicht mehr weiterentwickelt wird, während das bei den anderen Herstellern sehr wohl noch getan wird. Damit ist die Lage für uns deutlich schwieriger geworden.“

An einen neuerlichen Markenwechsel denkt Simon Wagner jedoch nicht - vielmehr liegen seine Hoffnungen in einem neuen, weiterentwickelten Rally2-Hyundai. In einem im März erschienenen TEC7 ORM Rallye BackStage Podcast erklärte Simon, dass in dem verbesserten Rally2-Boliden auch seine Entwicklungsideen umgesetzt werden. Simon sagt heute dazu: „In der Theorie sollte das zumindest so sein, ja.“

Trotz aller Enttäuschung kann Wagner aber auch einen positiven Aspekt erkennen: „Wir gewinnen und wir verlieren miteinander. Die Zusammenarbeit zwischen unserem Team, Hanna und mir passt insgesamt gut - das sieht man zum Beispiel daran, dass unser Vorsprung auf Markenkollege Cais heuer größer ist als im Vorjahr.“

Viel Zeit zum Grübeln bleibt jedoch ohnehin nicht - denn schon am kommenden Wochenende steht die Rallye Weiz, der vorletzte Lauf zur TEC7 ORM auf dem Programm. Obschon er zugunsten der CZ-Meisterschaft die ET König Judenburg Rallye ausgelassen hatte, führt Wagner in der Staatsmeisterschaft mit 101 Punkten vor Michael Lengauer mit 80 sowie Hermann Neubauer mit 79 Zählern.

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