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ET König Judenburg Rallye: Vorschau ARC
Fotos: Harald Illmer, Thomas Polt

Hartes Duell um die ARC-Spitze!

Mit Hans Georg Lindner kommt ein „Historischer“ als ARC-Tabellenleader nach Judenburg - doch Gerolf Schuller liegt nur knapp dahinter.

In der ART1 gibt Raimund Baumschlager ein Comeback - als Tabellenleader startet Gastgeber Peter Hopf.

In der ART2 ist die Rally4-Elite am Start. Ein spannender Dreikampf Gaßner-Lichtenegger-Zellhofer tobt in der ARCP.

Die ET König Judenburg Rallye ist die vierte von insgesamt neun Rallyes im prall gefüllten Kalender der Austrian Rallye Challenge 2026 - zu diesem Zeitpunkt sind bereits satte 71 Teams in Österreichs Rallye Serie für den Breitensport eingetragen.

32 ARC-Teams kämpfen in Judenburg um die Challenge-Punkte - davon nützen 27 den ersten Rallyetag als gute Gelegenheit, sich „warmzufahren“. Denn wie bei jeder der vier kombinierten ORM/ARC-Rallyes wird der zweite Tag für die Austrian Rallye Challenge herangezogen.

Zehn Sonderprüfungen stehen am Samstag auf dem Programm, davon drei Mal der schon jetzt legendäre Stadtrundkurs in Judenburg. Wie immer werden die Zeiten der Austrian Rallye Challenge gesondert im Live Timing aufgelistet.

ART1: Comeback-Star Baumschlager & Gastgeber Peter Hopf

In der Austrian Rallye Trophy für moderne Allrad-Fahrzeuge (ART1) hat sich wie schon im Vorjahr der 14-fache Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager eingetragen - der damit die Challenge erneut unterstützt. So sind heuer mit Baumschlager und Manfred Stohl zwei der erfolgreichsten Rallyepiloten des Landes im modernen Sektor der Challenge zu finden. Baumschlager hat sich nach der Rebenland Rallye einer Schulter-Operation unterzogen und möchte in Judenburg sein Comeback geben - die letzte Entscheidung wird nach einem Test im Vorfeld der Rallye getroffen.

In einer Aussendung des Baumschlager Rallye & Racing Teams erklärte Baumschlager: „Thomas und ich freuen uns riesig auf die ET König Judenburg Rallye! In den vergangenen Wochen habe ich große Fortschritte gemacht und werde meinen Trainingsplan weiterhin konsequent durchziehen. Die Belastungen im Rallye-Boliden sind natürlich deutlich höher als im Straßenfahrzeug. Deshalb fällt die finale Entscheidung über einen Start erst nach den Testfahrten in den Tagen vor der Veranstaltung. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich und Dr. Bernhard Stitz steht ja selbst bei der Rallye am Start – da hat er sicher den einen oder anderen Tipp parat, falls es im Cockpit doch noch irgendwo zwickt. Der einzigartige Stadtrundkurs in Judenburg war schon im Vorjahr ein absolutes Highlight – ebenso wie der emotionale Zieleinlauf vor großer Kulisse nach unserem dritten Platz.“

Der angesprochene Arzt, Dr. Bernhard Stitz, ist diesmal selbst in der ART1 am Start - er wird zum ersten Mal einen modernen Citroen C3 Rally2 pilotieren. Den Wechsel in ein modernes Rally2-Fahrzeug habe er sich „nochmal in den Kopf gesetzt“, berichtet Stitz: „Das ist einfach von der Technik her interessant. Der Ford Fiesta R5, mit dem ich bislang manchmal fuhr, ist ein super Auto - aber zu dem moderneren Citroen C3 Rally2 ist es doch ein Unterschied.“

Am vergangenen Wochenende konnte Bernhard Stitz bereits den C3, den zuletzt Daniel Mayer fuhr, testen: „Ich bin mit Herzklopfen angereist - ich habe gehört, dass der C3 schwierig zu fahren sei. Tatsächlich verhält sich das Auto extrem agil - es reagiert auf jede noch so geringe Lenkbewegung.“ Weil seine Stammcopilotin Angelika Letz, mit der er bei der Rallye fährt, verhindert war, sprang die deutsche Copilotin Melanie Kalinke bei dem Test ein, Bernhard erzählt: „Melanie hat nicht glauben können, dass ich das erste Mal mit so einem modernen Rally2-Auto fahre.“ Bei der ET König Judenburg Rallye möchte Stitz „nicht gleich vom ersten Meter an Vollgas geben, da ich das Auto noch weiter kennenlernen muss“. Er sagt: „Es fühlt sich mit dem C3 schneller an - ich weiß aber noch nicht, ob ich tatsächlich schneller bin.“ Dennoch setzt sich Bernhard Stitz eine Benchmark: „Wenn ich mit Max Zellhofer (pilotiert den ZM Racing Ford Fiesta Rally2, Anmerkung) mithalten könnte, wäre es super.“

Als Tabellenführender zündet Peter Hopf, der gemeinsam mit Willi Stengg die ET König Judenburg Rallye veranstaltet, einen weiteren Ford Fiesta Rally2 von ZM Racing. Hopf kann bei seiner eigenen Rallye seinen Tabellen-Vorsprung erheblich vergrößern. Der sogenannte Heimvorteil sei „eine gefährliche Sache“, sagt Hopf. Denn: „Man glaubt alle Streckenabschnitte genau zu kennen und fährt dadurch etwas schneller und bekommt so manchmal gröbere Schwierigkeiten. Als Mitveranstalter und Fahrer ist man natürlich doppelt gefordert, ich habe aber eine gute Mannschaft die in der Organisation tätig ist, daher kann ich mich besser aufs Fahren konzentrieren. Mein Ziel ist es bei meiner Heimrallye einen Platz unter den Top Ten in der Gesamtwertung zu erreichen.“ Womit er wohl automatisch auch gehörig ART1-Punkte einsammeln würde…

Baumschlager, Stitz, Hopf - mit Martin „Max“ Zellhofer sind diesmal gleich vier bekannte Piloten in der ART1 am Start. Zellhofer, der sich bei ZM Racing als Teamchef vertreten lässt, erklärt: „Ich bin diese Rallye schon zweimal gefahren und im letzten Jahr Fünfter in der Gesamtwertung geworden. Daher kenne ich die Gegebenheiten und das Streckenprofil recht gut. So eine Möglichkeit soll man ganz einfach ausnützen vor allen Dingen dann, wenn ein Ford Fiesta Rally2 zu Hause in der Garage steht. Was den Teamchef betrifft, so vertraue ich sehr auf meinen Freund Herbert Kreilechner, der diese Aufgabe schon mehrere Male zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten übernommen hat.“

ART2: Marcel Neulinger nur knapp hinter Tabellenleader Maier

In der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb sind bis auf den Tabellenzweiten Lukas Wilhelm alle Top-Player am Start. Die Abstände sind denkbar gering: Max Maier konnte bei der Rally Vipavska Dolina sein Punktekonto füllen und führt nun die Tabelle an, doch Marcel Neulinger fehlen nur zwei Punkte. Mit den Neulinger- und den Dirnberger-Brüdern sowie Thomas Traußnig und Thomas Regner ist so gut wie die gesamte Rally4-Elite in Judenburg dabei…

Max Maier, der wieder mit seinem Bruder Ben den teameigenen Peugeot 208 Rally4 pilotiert, gibt sich keinen Illusionen hin: „Da müsste ein Wunder geschehen, damit ich schneller als Marcel Neulinger bin. Aus eigener Kraft heraus wird das nicht möglich sein - so realistisch muss man sein. Man muss da ehrlich sein - und in der Rally4-Kategorie sind einfach sehr starke Konkurrenten am Start.“

Maier, der heuer vom Serien-Fiesta auf den Rally4 umgestiegen ist, räumt aber auch ein: „Ich bin durchaus zufrieden mit dem, was zurzeit läuft. Der Umstieg ist aber noch immer eine Herausforderung. Ich versuche natürlich alles. Und unsere Rückstände auf die anderen Rally4-Teams waren zuletzt nicht mehr so groß. Es kommt noch das Wissen dazu, dass wenn etwas kaputt wird, wir nicht mehr weiterfahren können.“ Die ET König Judenburg Rallye liegt Maier jedoch: „Die letzten Jahre lief es dort immer gut - da lagen wir Minuten vor den anderen Serien-Fiesta. Ich bin daher guter Dinge, dass mir diese Rallye auch im Rally4 besser liegen wird als es bei den bisherigen Läufen in dieser Saison der Fall war.“

ARCP: Spitzentrio kämpft um die Vorherrschaft

Auch in der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge ist die gesamte Tabellenspitze mit dabei: Tabellenleader Hermann Gaßner mit 84 Punkten, dahinter mit jeweils 70 Zählern Maximilian Lichtenegger im Renault Clio Rally3 und Christoph Zellhofer im Suzuki Swift ZMX Proto.

Hermann Gaßner und seine Kärntner Copilotin Natascha Vrga zünden diesmal einen Renault Clio Rally3 aus dem eigenen Team - heuer fahren sie damit zum ersten Mal. Im Vorjahr haben sie den Rally3 bereits mehrmals eingesetzt - so auch bei der ET König Rallye, wo man den zwölften Gesamtrang belegen konnte. In der ARCP jedoch belegte Gaßner im Vorjahr hinter Klemens Haingartner im ZM Racing Swift ZMX Proto und Florian Auer im Mitsubishi nur Platz drei.

Maximilian Lichtenegger und Bernhard Ettel (BRR Renault Clio Rally3) kommen mit vielen Erfahrungen und Erfolgserlebnissen in der Rallye-Europameisterschaft (Platz drei in der ERC3) im Gepäck zurück nach Österreich.

Christoph Zellhofer lässt mit einer Kampfansage aufhorchen: „Die Devise heißt volle Attacke, es ist schon bei den letzten Rallyes ganz gut gelaufen. Um in der Meisterschaft noch eine reale Chance zu besitzen ist es unbedingt notwendig, diesmal auf dem Podest ganz oben zu stehen. Darum werden wir kämpfen und voll angreifen.“

ARC: Schuller jagt Tabellenleader Lindner

Für die Clubmeisterschaft der Austrian Rallye Challenge relevant ist die ARC mit ihren Klassen C1 bis C4. Hier führt mit Hans Georg Lindner ein Pilot eines historischen Fahrzeugs die Tabelle an - Linder wird auch in Judenburg seinen Ford Escort RS2000 zünden und versuchen, die Führung zu behalten.

Doch Gerolf Schuller im Mitsubishi Lancer Evo VI wird wohl alles daran setzen, sich die Tabellenführung zurückzuholen - schließlich liegt er nur 13,5 Punkte zurück.

Allerdings kämpfen Lindner und Schuller eine Art Fernduell in unterschiedlichen Klassen. Beide haben bei der ET König Judenburg Rallye jeweils drei Mitbewerber in ihrer Klasse am Start.

Lindner kämpft in der ARC-Klasse ARC3 gegen niemand geringeren als Günther Königseder, dem Clubmeister der ARCH 2017 sowie dem Historik Staatsmeister des Vorjahres. Königseder startet jedoch nicht mit seinem Lancia, sondern wieder mit dem Fiat 131, mit dem er im Vorjahr nach dem vorzeitigen Titelgewinn angetreten ist. Dazu kommen Michael Kroneder im Opel Corsa D OPC und Daniel Frühwirth auf einem Mitsubishi Colt Ralliart.

Lindner, der nur am zweiten Tag, also dem Rallyetag der ARC antreten wird, bleibt ohnehin locker: „Es kommen ja noch einige Rallyes in der Challenge. Und es ist ja auch gut, wenn es Konkurrenz gibt. Ich kenne die Rallye noch nicht und weiß nur, dass sie extrem schnell sein soll. Wir werden auf den ersten Prüfungen noch nicht alles geben - schließlich wollen wir die Rallye ja auch genießen.“

Gerolf Schuller fährt in seiner ARC-Klasse ARC1 gegen den Salzburger Alexander Strobl im Ford Escort Cosworth, der beim Saisonauftakt im Triestingtal die Klasse C1 und auch die ARCH 4WD überlegen gewinnen konnte. Dazu kommen das Ehepaar Gaubinger im bärenstarken historischen Audi Quattro Gr.4 und Jungtalent Jan Dolzer auf einem Subaru WRX STI R4. Dolzer führt auch in der ARC Juniorenwertung der Klassen C1 bis C4, nur drei Punkte vor dem bereits erwähnten Michael Kroneder.

Dass Gerolf Schuller in seiner Klasse ganz besonders starke Konkurrenz zu schlagen hat, ist dem Steirer bewusst: „Alex Strobl war im Triestingtal extrem stark und sein Cossy sollte gut zu den Streckenbedingungen passen. Gaubinger war immer ein Bisschen schneller als wir - doch vielleicht hilft uns diesmal der Heimvorteil. Der junge Jan Dolzer wiederum hat sich extrem gesteigert - im Lavanttal lagen wir knapp beieinander.“ Trotz dieser starken Mitbewerber möchte Schuller versuchen, die maximale Punkteanzahl heraus zu holen: „Wir probieren es auf jeden Fall.“

ARCH 2WD: Rosner nur knapp hinter Lindner

Auch in den Historischen Auszugswertungen wird hart um die Tabellenspitze gekämpft. In der ARCH 2WD für historische Fahrzeuge mit Zweiradantrieb führt naturgemäß Hans Georg Lindner, doch sein Verfolger Christian Rosner im pechschwarzen Porsche liegt nur 3,5 Punkte hinter ihm.

Kann Rosner Lindner schlagen? Der 68-jährige Christian Rosner lacht: „Kommt auf das Wetter an - es sollte auf jeden Fall trocken bleiben. Aber im Ernst: Einen 20 Jahre jüngeren guten Fahrer mit gutem Auto zu schlagen ist schwierig. Lindner ist eine harte Nuss.“ Rosner fährt zum ersten Mal mit dem bekannten Copiloten Peter Treybal: „Mein Stamm-Co Martin Rigl ist verhindert - ich kenne Peter Treybal vom Plaudern in der Szene, er ist ein feiner Kerl und ich freue mich auf unsere erste gemeinsame Rallye.“ Nachsatz: „Ausfallen wollen wir nicht. Wir wollen unbedingt ins Ziel kommen!“

ARCH 4WD: Strobl nach Triestingtal-Triumph wieder zurück

In der ARCH 4WD für historische Fahrzeuge mit Allradantrieb kehrt Tabellenleader Alexander Strobl ins Geschehen zurück - mit dem Ehepaar Gaubinger im Audi Quattro kann Strobl starke Konkurrenz erwarten. Doch nach seinem klaren Sieg beim Saisonauftakt im Triestingtal gilt Strobl in der ARCH 4WD als Topfavorit.

Können Patrik und Verena Gaubinger in ihrem Audi Quattro Gr.4 Strobl und seiner Copilotin Cathy Schmidt das Leben schwer machen? Gaubinger sagt: „Das wird schwierig. Vom Auto her müsste er uns um die Ohren fahren. Und er ist ja auch ein guter Fahrer. Wobei: Letztes Jahr bei der Herbstrallye lagen wir nicht so weit auseinander. Also sage ich: Er wird schon schlagbar sein. Aber wir haben heuer noch gar keine Punkte machen können - wir gehen es diesmal gemütlich an und lassen es dann auf uns zukommen.“

Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/wertung.html

ET König Judenburg Rallye Radio - alle Regroupings LIVE

Noir Trawniczek ist auch bei der ET König Judenburg Rallye powered by Peter Hopf Erdbau wieder auf Stimmenfang unterwegs. Zu folgenden Zeiten können die Interviews LIVE über folgenden Link empfangen werden: mixlr.com/rallye-radio-noir

Freitag, 12. Juni 2026

15.30 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP2
18.55 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP5

Samstag, 13. Juni 2026

09.20 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP7
12.40 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP10
16.20 Uhr: Stimmen der Piloten nach SP13
18.45 Uhr: Stimmen der Piloten vor dem Ziel

LIVE:
mixlr.com/rallye-radio-noir

Zum Nachhören: Über folgenden Link können die Interviews unmittelbar nach dem Ende des Live-Streams abgehört werden:
mixlr.com/rallye-radio-noir/showreel

Rallye Radio Noir auf Facebook:
www.facebook.com/rallyeradionoir/

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