OBM Rallye: Bericht ARC | 31.08.2026
Kiehtreiber gewinnt OBM Rallye - Schuller jetzt knapp vor Lindner!
Rene Kiehtreiber feierte bei der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye einen deutlichen Sieg in der ARC-Clubmeisterschaft. Dort hat Gerolf Schuller die Tabellenführung zurückerobern können - vor den beiden noch ausstehenden Rallyes der Austrian Rallye Challenge liegen Schuller und Johann Georg Lindner quasi Kopf an Kopf…
Während die Österreichische Rallye Staatsmeisterschaft bei der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye ein grandioses Finale abhalten konnte, wurde bei der letzten ORM/ARC-Kombi-Rallye am Samstag die siebte von insgesamt neun Rallyes der Austrian Rallye Challenge abgehalten. Wie immer zählte nur der zweite Tag, der Samstag zur ARC - wobei wieder einige Teams den Freitag nützten, um sich warm zu fahren.
Die Rallye selbst begann für die ARC-Teams also mit einer wahrlich kniffligen Eröffnungsrunde - denn am Samstagmorgen lautete die große Frage: Soll man Regen- oder Trockenreifen nehmen? Und wenn Trockenreifen - welche Mischung?
OBM-Dominator Rene Kiehtreiber mit harter Kampfansage
Einer, der all diese Fragen richtig beantworten konnte war Rene Kiehtreiber. Der Waldviertler und sein Copilot Christian Eisenmagen pilotierten wieder ihren Mitsubishi Lancer Evo V und eröffneten auf der morgendlichen SP1 „Panoramastraße“ mit einer viertschnellsten Zeit hinter Alex Strobl und Cathy Schmidt im Ford Cosworth WRC, Gerolf Schuller und Kathrin Redlingshofer-Milev im Mitsubishi Lancer Evo VI sowie Patrik und Verena Gaubinger in ihrem Audi Quattro Gr.4. Nach der nötigen Neutralisation der SP2 landete Kiehtreiber auf der zweiten „Panoramastraße“ erneut auf Platz vier, hinter Gaubinger, Schuller und Strobl. Auf SP4, dem Rundkurs „Kirchschlag“ konnte Kiehtreiber bereits hinter Bestzeithalter Strobl die zweitschnellste Zeit markieren, behielt im Klassement der für die Clubmeisterschaft relevanten ARC-Gruppe aber vorerst Rang vier.
Auf der ersten „Eis-Greissler“-SP brannte Kiehtreiber dann seine erste Bestzeit in den Asphalt und rückte so vor auf Rang zwei. Nach einer zweitschnellsten Zeit auf SP6 konnte Kiehtreiber auf der zweiten „Eis-Greissler“-Prüfung mit einer weiteren Bestzeit das Ehepaar Gaubinger überholen und die Führung übernehmen. Mit zwei weiteren Bestzeiten sicherte sich Kiehtreiber schlussendlich den Sieg in der ARC mit 21,1 Sekunden Vorsprung auf Gaubinger sowie 22,3 Sekunden auf Schuller.
Rundum happy erklärte Rene Kiehtreiber nach der Rallye: „Bei uns lief es vom Start bis ins Ziel komplett problemlos - für uns hätte die Rallye nicht besser laufen können. Wir haben gewusst, dass wir die Gaubingers noch abfangen können und das ist uns dann ja auch gelungen.“
Da Rene Kiehtreiber heuer nur die ARC Rallye Triestingtal und die ARC Mühlstein Rallye gefahren ist, hat er trotz seines Sieges bei der OBM Rallye erst 62,5 Punkte auf dem Konto und spielt für die Clubmeisterschaft freilich keine Rolle mehr. Nichtsdestotrotz kommt von ihm eine Kampfansage, denn Rene blickt voller Vorfreude auf seine beiden „Heimrallyes“, die ARC Grasl Rallye Horn und die Herbstrallye: „Ich freue mich auf diese beiden Rallyes und ich habe vor, beide zu gewinnen! Die Rallye Horn ist für uns alle neu - doch in Dobersberg kenne ich jeden Meter auswendig und die Herbstrallye ist ganz einfach meine Rallye des Jahres.“
ARCH 4WD: Kiehtreiber und Gaubinger rücken näher
Das zweitplatzierte Ehepaar Patrik und Verena Gaubinger im Marlboro-gebrandeten Audi Quattro Gr.4 konnte vom Ausfall von Alex Strobl und Cathy Schmidt („Uns hat es nach einem Sprung mit anschließendem Cut die Antriebswelle herausgerissen“) profitieren - wie auch der erwähnte Rene Kiehtreiber konnte man in der historischen Auszugswertung für Allradfahrzeuge ARCH 4WD Boden auf Strobl gutmachen. Strobl führt zwar noch mit 47,5 Punkten - doch dahinter liegen Gaubinger und Kiehtreiber mit jeweils 37,5 Punkten in Schlagdistanz. Gaubinger erklärte, dass er auf den letzten drei Prüfungen „Tempo heraus genommen“ habe, um den Vizemeistertitel in der Historischen Rallye Staatsmeisterschaft nicht zu gefährden. Für die ARCH 4WD bedeutet das jedoch einen spannenden Dreikampf Strobl-Gaubinger-Kiehtreiber für die beiden noch ausstehenden Rallyes.
Schuller übernimmt die ARC-Führung
Mit einem dritten Platz in der ARC-Gruppe konnte Gerold Schuller sein Vorhaben umsetzen, die Führung in der ARC zurück zu erobern. Schuller führt nun in der für die Clubmeisterschaft relevanten ARC (ARC-Klassen C1 bis C4) mit 172,5 Punkten vor dem in Krumbach nicht gestarteten Johann Georg Lindner mit 170,5 Punkten. Diesen dritten Platz mussten sich Schuller und seine Copilotin Kathrin Redlingshofer-Milev jedoch hart erkämpfen: „Wir hatten ständig Zündaussetzer, die wir einfach nicht in den Griff bekommen haben. Das ist natürlich extrem lästig gewesen und hat die Fahrt erschwert.“ Doch Schuller ist sich sicher: „Unser Team Sonnleitner Motorsport wird bis zur ARC Grasl Rallye Horn dieses Problem lösen, sodass wir bereit sind für den Kampf um die Clubmeisterschaft.“ Der ARC steht also ein spannender Showdown um die Clubmeisterschaft bevor.
Auch der nach einem sechsten Platz bei der OBM Rallye auf dem dritten Tabellenrang liegende Jungpilot Jan Dolzer (Copilotin in Krumbach Victoria Praschinger, Subaru WRX STI R4) hat mit 126,5 Punkten noch Außenseiterchancen auf die Clubmeisterschaft.
ARC-Klassen/C2 & ARCH 2WD: Sohn-Vater Doppelsieg in Volvo-„Schiffen“
In den einzelnen Klassen der ARC siegte in der C1 der erwähnte Rene Kiehtreiber vor Patrik Gaubinger und Gerolf Schuller.
In der C2 kam es zu einem Doppelsieg der Easy Drivers Fahrschulen respektive zu einem Sohn/Vater-Doppelsieg. Tobias Reischer konnte mit Copilotin Tina Garherr im Volvo 940 seinem Vater, ARC-Obmann Georg Gschwandner (Copilotin Ulli Kornek, Volvo 945 M1 Kombi) rund vier Minuten abknöpfen. Auf Platz drei landeten Christian Rosner und Martin Rigl, die jedoch im Ziel von Problemen am Porsche Carrera berichteten.
Dieses „Stockerl“ Reischer-Gschwandner-Rosner gab es auch in der Auszugswertung ARCH 2WD für Historische mit Zweiradantrieb. In der ARCH 2WD-Tabelle führt Johann Georg Lindner (100,5 Punkte) vor Rosner (53), Reischer (50) und Gschwandner (32).
In der Klasse C3 konnten sich Raphael Dirnberger und Sarah Ponzauner durchsetzen - Dirnberger, der ja bereits in die Rally4-Kategorie aufgestiegen war, machte einen Schritt zurück und holte jenen Serien Ford Fiesta ST aus der Garage, mit dem sein großes Abenteuer Rallye begonnen hatte. In der Klasse C4 sah niemand eine Zielflagge.
ARCP: Zellhofer vergrößert Punktevorsprung
In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge hätten das deutsche „Rallye-Urgestein“ Hermann Gassner und seine österreichische Copilotin Natascha Vrga Boden auf die führenden Christoph Zellhofer und Anna Maria Seidl gutmachen können. Doch nachdem Zellhofer gleich einmal mit einer deutlichen Bestzeit die Rallye eröffnen konnte, kam es auf SP2 zu dem Kuriosum, dass der Toyota GR Yaris von Gassner ohne jeden Unfall zu brennen begann, was nicht nur zum Ausfall des Deutschen sondern auch zum SP-Abbruch führte. Zellhofer konnte so seinen Vorsprung erheblich vergrößern, hat jetzt 164 Punkte auf dem Konto, Gassner als Tabellenzweiter 120,5.
ART1: Baumschlager gewinnt - Hopf de facto Jahressieger
In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge gab es in der ART1 (Allrad) einen prominenten Sieger: Niemand geringerer als der 14-fache Staatsmeister Raimund Baumschlager und sein Freund und Copilot Thomas Zeltner konnten in ihrem Skoda Fabia RS Rally2 die Rallye mit etwas mehr als einer Minute Vorsprung auf Bernhard Stitz gewinnen. Baumschlager hat sich heuer erneut in die ARC (ART) eingeschrieben, um Österreichs Serie für den Breitensport zu unterstützen.
Bernhard Stitz, der mit Angelika Letz wieder den modernen Citroen C3 Rally2 aus dem Hause Daniel Mayer pilotierte, blickt voller Freude auf diese Rallye zurück - denn ihm gelang es zweimal, Baumschlager ein paar Sekunden abzuknöpfen, so auch auf der abschließenden Powerstage: „Raimund ist immer noch eine Größe in Österreich und da bin ich schon stolz darauf, dass wir zwei Bestzeiten in der ART einfahren konnten.“ Dabei hat die Rallye für den „rasenden Orthopäden“ mit einem Fehlgriff begonnen: „In der Früh sind wir mit Regenreifen gefahren, was uns einiges an Zeit gekostet hat. Diese Wahl war als Nummer sicher gedacht, war dann aber genau das Gegenteil, da wir nur herumgerutscht sind.“ Ob er heuer noch einmal den C3 zünden wird, ließ Bernhard Stitz offen: „Ich habe ja noch einen Mitsubishi daheim stehen - da fahren wir zwar andere Zeiten, doch auch das bereitet großen Fahrspaß.“
Mit einem dritten Platz der ART1 konnten Peter Hopf und Stefan Heiland ihren bereits beträchtlichen Vorsprung in der ART1-Tabelle weiter ausbauen. Der Jahressieg ist Hopf de facto nicht mehr zu nehmen, er führt mit 178 vor Baumschlager mit 74 Punkten.
ART2: Klarer Sieg für Lukas Dirnberger
In der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb setzten sich Lukas Dirnberger und Lukas Martinelli im Opel Corsa Rally4 deutlich vor Max und Ben Maier im Peugeot 208 Rally4 durch. Dirnberger führt nun mit 153 vor Maier mit 128,5 Punkten - allerdings kommt bei Maier bereits ein Streichresultat zum Tragen, es müssen aber lediglich 0,5 Punkte abgezogen werden. Was Maier freut: „Ich kam am Samstagnachmittag immer besser ins Fahren, das war sicher meine bislang beste Rallye im Rally4-Auto.“
Mit Respektrückstand schaffte es Willfried Ohrfandl bei seinem Comeback nach 14 Jahren ins Ziel der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye. Ohrfandl pilotierte mit Benjamin Manz einen Opel Corsa Rally4.
Die Juniorenwertung ging an Lukas Dirnberger vor Jan Dolzer, Tobias Reischer und Michael Kroneder (Opel Corsa OPC). Dirnberger führt damit in der Juniorenwertung für ART und ARP, Kroneder bei den Junioren der ARC (C1 bis C4).
Nächste Station in der Austrian Rallye Challenge ist die brandneue Toyota Keusch Grasl Rallye Horn am 18. und 19. September.
Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/DOK/Wertungen_ARC-2026-07.pdf


















