Patrick Winter im motorline-Talk | 24.08.2026
Von der Zukunftshoffnung zum „Rallye-Taxler“
Bis 2012 galt Patrick Winter als große Hoffnung des Landes - seit zwei Jahren gibt er die Faszination Rallyesport als Vorausauto-Pilot an interessierte Fans weiter. Für die OBM Rallye sind noch Plätze zu haben…
Noir Trawniczek
Am kommenden Wochenende steigt bei der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye das spannende Finale der TEC7 ORM - mit gleich drei Titelkandidaten: Hermann Neubauer/Ursula Gaßner, Michael Lengauer/Jürgen Rausch und Simon Wagner/Hanna Ostlender.
ORM-Leader Hermann Neubauer begann seine Karriere im Jahr 2007 - im gleichen Jahr fuhr auch Patrick Winter seine ersten Rallyes. Winter galt als eine der ganz großen Hoffnungen im heimischen Rallyesport - doch 2012 endete die vielversprechende Karriere (mehrere ORM-Podestplätze, Siege bei ARC-Läufen) wie bei vielen aufgrund von Budgetmangel.
Nachdem sich Patrick Winter als Fahrinstruktor eine Existenz aufbauen konnte, kehrte er 2023 als „Rallye-Taxilenker“ in den Sport zurück. Der nunmehr 41-jährige Familienvater bietet seit zwei Jahren seine Dienste bei den Rallyes an.
In einem Toyota GR Yaris mit rund 280 PS kann man an seiner Seite die völlige Fahrzeugbeherrschung bei rasantem Tempo aus vollen Zügen genießen. Für die OBM Land der 1.000 Hügel Rallye sind noch Plätze zu haben. Der Preis variiert je nach Länge der Sonderprüfung zwischen 150 und 350 Euro. Patrick sagt: „Die Mitfahrt ist ein Erlebnis, das man nicht alle Tage hat. Danach gibt es auch noch ein persönliches GoPro-Video aus dem Cockpit.“
Hochkarätige „Taxler“-Kollegen
Den zweiten Yaris pilotiert in Krumbach Franz Wittmann junior - auch er galt einmal als große Zukunftshoffnung. Winter: „Ich bin sehr froh, dass mich Franz unterstützt. Er ist schnell und macht nichts kaputt.“
Bei der ARC Grasl Rallye Horn wird Patrick von Ex-Staatsmeister Achim Mörtl im zweiten Taxi-Yaris unterstützt - doch diese Einsätze sind bereits vergeben. Die noch freien Plätze für die OBM Rallye sind hier zu buchen: patrick-winter.com/rallye-mitfahrgelegenheit/
Comeback? „Probieren es immer wieder“
Warum der immer noch jugendliche Patrick Winter nicht im Bewerb startet, liegt - wenig überraschend - am Budget. Er sagt: „Probieren tun wir es immer wieder, ein Paket zu schnüren, Sponsoren zu finden. Doch die momentane wirtschaftliche Lage macht es nicht gerade leichter, ein seriöses Paket zu schnüren.“ Und so spricht Winter dem fünffachen Staatsmeister Simon Wagner „großen Respekt“ aus: „Er schafft es, alljährlich ein Paket mit Sponsoren zu schnüren und kommt so auf viele Fahrkilometer - und das ist in diesem Sport am wichtigsten.“
Rallyesport günstiger gestalten…
Den Rallyesport finanziell günstiger zu gestalten war Patrick Winter stets ein Anliegen: „Ich habe schon vor 15 Jahren gefragt, warum wir unbedingt mit teurem Rennsprit fahren müssen - doch da bekam ich keine Antwort. Ich wäre auch für einen Einheitsreifen - der muss nicht so gut sein, der darf ruhig ein Bisschen rutschen, das schaut dann auch spektakulärer aus.“
Hommage an den Ford Racing Rookie
Patrick Winter kam wie viele aktuelle Rallyepiloten über den Ford Racing Rookie in den Sport. Vor 22 Jahren hat Winter diese Driver-Search gewonnen - insgesamt wurde das Projekt 20 Jahre abgehalten, die Sieger erhielten jeweils einen Ford Fiesta ST und unternahmen damit ihre ersten Renn- und Rallyefahrten.
Patrick Winter sagt: „Der Fiesta war immer ein gutes Einsteigerauto. Er war leistungstechnisch natürlich nicht überlegen aber er war für Nachwuchsfahrer gut.“ Nur ein paar Fahrer, die wie Patrick mit einem Fiesta ihre ersten Rallye-Erfahrungen gemacht haben: Julian Wagner, Marcel Neulinger, die Gebrüder Dirnberger und viele viele mehr. Dass jetzt die Fiesta wieder von Teams wie dem neuen Kellner & Maier Racing Team für interessierte Rookies aktiviert werden, begrüßt Patrick Winter. Auch der Toyota GR Yaris würde sich dafür eignen, Patrick nickt: „Ich habe acht Stück davon, das sind gute standfeste Serienautos.“ Ein Cup? „Wäre möglich, man müsste die Autos mit Rahmen versehen…“ Und da ist sie wieder: Die Frage der Finanzierung…


















