Rallye Weiz: Bericht TEC7 ORM3 | 20.07.2026
Neulinger verteidigt souverän Titel!
Nach der Rallye Weiz heißt der alte und neue Staatsmeister der TEC7 ORM3 und RP-TOOLS Junioren-ÖM Marcel Neulinger – der erstmals für Lancia den Titel holt. Für Familie Neulinger gab es mit Rang zwei für Bruder Nico auch erstmals einen Doppelsieg zu feiern. Lukas Dirnberger setzt sich gegen Überraschungsmann Leander Pfleger im Kampf um Rang drei durch.
Während der Titelkampf in der ORM in Weiz vor dem Finale noch einmal eine spektakuläre Wendung nahm, machte Marcel Neulinger (Lancia Ypsilon Rally4 HF) wie von ihm erhofft den Sack schon in der Steiermark zu. Dem Oberösterreicher fiel im Ziel ein Stein vom Herzen: „Teamchef Raimund Baumschlager und Ingenieur Walter Illmer haben mir vor der letzten Prüfung noch geschrieben, dass ich es ruhig angehen soll.“ Marcel hielt sich an die Vorgabe, musste aber mit den Trockenreifen auf den teils nassen Straßen aufpassen: „Wir wollten noch wechseln, doch dafür hatten wir zu wenig Zeit. Im Wald war es teilweise sehr gefährlich, da bin ich ganz sachte drübergefahren.“ Marcel meisterte mit Copilot Jakob Ruhsam auch diese letzte schwierige Prüfung einer vom wechselhaften Wetter geprägten Rallye in Weiz. Der 21-Jährige ist damit nun fünffacher Staatsmeister – zweimal gewann er den Titel in der TEC7 ORM3 und bereits dreimal jenen der RP-TOOLS Junioren-Staatsmeisterschaft: „Ich bin mega happy, dass wir es schon in Weiz erledigen konnten und nicht erst beim letzten Lauf wie im Vorjahr – auf diesen Nervenkitzel kann ich gerne verzichten.“ Für den Überflieger vom MSC Schenkenfelden geht es nun in der Rallye-Europameisterschaft weiter.
Zum ersten Mal erfüllten sich die Neulingers auch den Traum eines Doppelsiegs. Nico Neulinger (mit Beifahrer Max Pötscher) legte am Samstag von Zwischenrang sechs aus eine Aufholjagd hin – diese war nötig geworden, nachdem an Neulingers Lancia Ypsilon am Freitag am Rundkurs Anger-Thannhausen ein Reifenschaden aufgetreten war: „Wir waren rund fünf Kilometer mit einem kaputten Reifen unterwegs, da haben wir sicher über 30 Sekunden liegengelassen.“ Mit zwei Sonderprüfungsbestzeiten, darunter die Power Stage am Gollersattel, beendete er die Rallye Weiz auf Rang zwei: „Wir haben noch einmal gescheit draufgedrückt und alles gegeben. Jetzt können wir feiern!“, jubelte Nico über sein bestes TEC7 ORM3-Karriereergebnis.
ine gute Rallye zeigten Lukas Dirnberger und Lukas Martinelli mit Rang drei, auch wenn sie sich etwas enttäuscht äußerten, den zweiten Rang letztlich um elf Sekunden verpasst zu haben: „Seit zwei Rallyes tue ich mir schwer, den Nico zu biegen. Am Schluss wollte ich den dritten Platz dann auch sicher ins Ziel bringen. Das Ziel ist jetzt ganz klar der Vizemeistertitel.“ „Luky“ fuhr diesmal übrigens den Opel Corsa Rally4 seines Bruders Raphael, der die Rallye Weiz ausließ.
Eine sensationelle Rallye lieferte Lokalmatador Leander Pfleger im Rally4-Vorgängermodell Opel Adam R2. Der Teenager aus Thannhausen fuhr seine erst dritte Rallye und übernachtete auf Rang drei liegend. Teamchef Willi Stengg sowie Copilot Manuel Otter vermieden es tunlichst, dem jungen Mann seine Zwischenzeiten zu verraten. Bis SP5 hielt er sich auf Rang zwei, ehe zunächst Lukas Dirnberger und später Nico Neulinger am Ex-Rallycrosser vorbeizogen. Am Ende freute sich Pfleger dann über Rang vier in der ORM3 und dem Stockerlplatz in der RP-TOOLS Junioren-Staatsmeisterschaft: „Wir sind die ganze Rallye einfach unser Tempo gefahren. Mit der Leistung bin ich natürlich sehr zufrieden beim ersten Mal mit diesem Auto“ und fügt hinzu: „Wir hoffen jetzt natürlich, in Zukunft mehr fahren zu können.“
Solide schätzt der Kärntner Thomas Traußnig seine Leistung ein. Mit Bianca Stampfl fuhr er im Peugeot 208 Rally4 auf Rang fünf über die Zielrampe. Nicht zum ersten Mal beendete er die Rallye mit einem Ausrufezeichen, Rang zwei bei der Power Stage brachte ihm Extra-Punkte in der Meisterschaft: „Gehen tut’s. Scheinbar erst immer am Schluss der Rallye – das ist wohl der Nachteil, wenn man wenig im Auto sitzt.“ Erstmals in der TEC7 ORM3 am Start war der Schwede Isak Sjökvist mit seinem finnischen „Co“ Mikko Lukka. Sjökvist visiert Starts in der Europameisterschaft an, auf dem Weg dorthin war Weiz seine erste Rallye außerhalb Skandinaviens und auch das erste Mal auf Asphalt: „Für mich war es eine großartige Erfahrung, ich habe sehr viel gelernt und war gerne hier in Österreich“, sagt der Sechstplatzierte.
Thomas Regner und Nadine Kellner waren klar Siebente, auch weil Reifenschäden das erfahrene Duo einbremsten. Teamchef Stefan Kellner war nach seinem Unfall in Judenburg wieder am Start, diesmal allerdings in einem gegenüber den Rally4-Autos unterlegenen Citroën C2 R2. Der Niederösterreicher gab zu: „Noch habe ich den Unfall nicht ganz weggesteckt, an manchen Stellen lupfe ich, wo ich das vorher nicht getan hätte.“
Die Weizer Florian Knoll/Jakob Graf konnten mit ihrem Renault Clio den achten Rang einfahren, einen Platz dahinter klassierten sich mit Josef Lammer/Thomas Kober im Citroën Saxo zwei weitere Lokalmatadore. Die Top Ten komplettierte AMF-Fahrervertreter und Rallye-Veteran Franz Schulz („Man muss auch einmal etwas Neues ausprobieren“) mit Beifahrer Mario Tomasini im Rally4-Peugeot. Eine Nachtschicht legten Max und Ben Maier mit ihrem Team ein. Nach einem Abflug am Freitagabend auf SP3 waren sowohl Kühler als auch Aufhängung beschädigt: „Wir haben bis 1 Uhr früh geschraubt, damit wir am Samstag wieder fahren können.“ Am Samstag rehabilitierte sich das Brüderpaar mit einigen guten SP-Zeiten.
Beim Finale am 28. und 29. August im Rahmen der OBM Land der 1000 Hügel Rallye mit Ausgangspunkt in Krumbach geht es unter anderem noch um den Vizemeistertitel in der TEC7 ORM3 und darum, ob Marcel Neulinger auch ein sechstes Mal in dieser Saison gewinnen kann.

















