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TEC7 ORM, Rebenland Rallye: Bericht ORM3 & Junioren
Foto: Harald Illmer

Lancia-Pilot Marcel Neulinger schlägt erneut zu

Im Rebenland war Marcel Neulinger erneut nicht einzuholen – beide Dirnbergers kehrten aufs Podium zurück.

Marcel Neulinger gewann nach der Jännerrallye auch den zweiten Lauf zur TEC7 ORM3 im Rebenland – abgesehen von wenigen Ausnahmen war der 20-Jährige gemeinsam mit Beifahrer Jakob Ruhsam auch in der Südsteiermark das Maß der Dinge. Marcel: „Es war ein richtig cooles Wochenende. Am ersten Tag habe ich mich bei schwierigen Verhältnissen noch etwas schwergetan, aber am zweiten Tag konnte ich mich von Prüfung zu Prüfung immer weiter steigern.“

Die Rebenland-Rallye in Leutschach wurde ihrem Ruf in Sachen Wetter erneut gerecht. Zwar blieb der Starkregen des Vorjahres aus, doch die trockenen Phasen wurden immer wieder durch Regenschauer unterbrochen. „Mit Slicks war das nicht so lustig. Anspruchsvoll war vor allem die letzte Prüfung am Freitagabend – im Dunkeln durch den Wald, bergab und auf schmierigem Untergrund“, so Neulinger.

Der junge Oberösterreicher ließ sich auch von weiteren Regentropfen auf der vorletzten Prüfung nicht beirren, nahm auf der Powerstage noch einmal Schwung auf und sicherte sich auch dort die vollen Punkte. Der Schenkenfeldener wiederholte damit seinen Vorjahressieg und sammelte weitere wertvolle Erfahrungen mit dem neuen Lancia Ypsilon Rally4 HF: „Wir haben mit unserem Ingenieur Walter Illmer weiter am Setup gearbeitet und kommen immer besser zurecht – das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Rallyes.“

Lange Zeit blieb nur das deutsche Duo Fabian Schulze/Jacqueline Kaiser (Peugeot 208 Rally4) in Reichweite. Vor allem bei glatteren Bedingungen konnten sie aufzeigen. Ein Ausrutscher samt beschädigter Frontpartie kostete am Samstagvormittag jedoch viel Zeit, wodurch Lukas Dirnberger in einem weiteren Peugeot 208 Rally4 kurzzeitig an Schulze vorbeiging. „Ich bin rausgerutscht und in eine Treppe vor einem Haus gefahren – aber Rückwärtsgang rein und weiter ging’s“, so Schulze. Doch die Deutschen fielen durch die Schlusskontrolle und verloren damit ihren zweiten Platz nachträglich.

Lukas Dirnberger/Lukas Martinelli freuten sich damit über Rang zwei, was umso süßer schmeckte, nachdem der Saisonstart in Freistadt enttäuschend verlaufen war: „Wir sind wieder zurück auf Normalniveau. Es hat am Freitag schon gut begonnen, bei nassem Wetter am Abend haben wir noch etwas Zeit verloren. Der Regen hat uns dann noch einmal Samstag am zweiten Eichberg-Rundkurs wieder erwischt, wo die beiden vor uns noch gut durchkamen.“ Die Stimmung im Familienteam Dirnberger ließ sich dadurch aber nicht mehr trüben – auch, weil Bruder Raphael Dirnberger (Opel Corsa Rally4) mit Copilot Christian Gimpl auf einem starken dritten Platz ins Ziel kam.

Um diesen Platz kämpften mit Raphael Dirnberger auch Marcels Bruder Nico Neulinger und Newcomer Lukas Wilhelm. Letzterer, Sohn des Bergrennfahrers Bernhard Wilhelm, war im Vorjahr Rallycross-Meister und gab sein Rallye-Debüt erst vergangenen Herbst. Mit Christina Ettel hat der 20-jährige Niederösterreicher eine erfahrene Beifahrerin an seiner Seite. Doch Wilhelms bis dahin gute Premiere nahm auf SP11 ein jähes Ende: „Wir waren etwas zu schnell und zu hoch dran, sind nicht tief genug in den Cut reingefahren, und dann hat es uns an der Außenseite in den Hang gedrückt.“ Nach mehreren Überschlägen kam der Opel Corsa Rally4 in einem der vielen Weinstöcke zu stehen: „Zum Glück geht’s uns beiden gut. Schade, dass es so geendet ist. Auf der Prüfung war zum ersten Mal alles trocken, und ich habe mich schnell gefühlt.“

Nico Neulinger/Markus Pötscher (Lancia Ypsilon Rally4 HF) belegten schließlich Rang vier. Thomas Traußnig/Leonie Schleicher steckten ihren Überschlag aus dem Vorjahr gut weg und wurden Fünfte. Hinter dem Ungarn Imre Kocsis (Citroën C2 R2) klassierten sich Max Maier und Stefan Kellner vom neu formierten Kellner & Maier Racing Team. Die beiden Niederösterreicher haben sich für diese Saison zusammengeschlossen wie Stefan Kellner erklärt: „Wir kommen zwar aus derselben Gegend, haben uns aber erst beim Rallyefahren kennengelernt. Die Chemie hat sofort gepasst.“

Kellners Erfahrung hilft Maier beim Umstieg auf den Peugeot 208 Rally4. Während Max mit Rang sieben durchaus zufrieden war, zeigte sich Stefan (8.) im Service zerknirscht: „Ich bin gar nicht richtig in die Rallye reingekommen. Auf der dritten Prüfung hat uns ein Stein die Servoleitung beschädigt, danach konnte ich nicht ordentlich lenken. Durch die vielen Cuts hat es sich für mich fast wie eine Schotterrallye angefühlt – diese Eindrücke muss ich erst einmal verarbeiten.“

RP-TOOLS Junioren Rallye Staatsmeisterschaft

Vor der Rebenland-Rallye wurde mit RP-TOOLS ein neuer Titelsponsor der Junioren-Rallye-Staatsmeisterschaft präsentiert. Das österreichische Unternehmen ist führender Experte für Werkstattausrüstung und wichtiger Förderer des heimischen Motorsport-Nachwuchses. Als Sieger der RP-TOOLS Junioren-Wertung ging an der Südsteirischen Weinstraße Marcel Neulinger hervor. Lukas Dirnberger belegte Rang zwei, Thomas Traußnig wurde als Dritter ausgezeichnet. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Nachwuchspiloten nicht: Schon in einem Monat geht es im Lavanttal (9.–11. April 2026) mit dem dritten Lauf zur Rallye-Staatsmeisterschaft weiter.

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