Nach fast 40 Jahren | 30.01.2026
Nach fast 40 Jahren: Die Rallye-WM steht vor einer historischen Rückkehr
Die FIA macht ernst: Mit einem Testlauf im Juni rückt die WRC-Rückkehr in die USA näher - Das Ziel für das erste offizielle Event ist nun das Jahr 2027
Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) macht einen entscheidenden Schritt in Richtung Nordamerika. Mit einer geplanten Kandidaten-Rallye im Juni dieses Jahres rückt das Ziel einer Rückkehr in die Vereinigten Staaten in greifbare Nähe.
Die WRC verfolgt seit langem das Ziel, erstmals seit der Olympus-Rallye im Jahr 1988 wieder in den USA zu gastieren. Dieses Projekt gilt als zentraler Baustein für den Plan, die Kategorie weltweit zu vergrößern. Bereits im Jahr 2024 wurde ein Fahrplan für ein Event im Jahr 2026 vorgestellt.
Gemeinsam mit dem WRC-Promoter, dem Automobil-Weltverband FIA und dem US-Verband ACCUS wurde jedoch entschieden, den Termin auf frühestens 2027 zu verschieben. Damit soll sichergestellt werden, dass die Rallye eine langfristige und erfolgreiche Heimat im Kalender findet.
Fokus auf Kentucky und Tennessee
Die FIA hat nun bestätigt, dass vom 11. bis 17. Juni eine Kandidaten-Rallye stattfinden wird. Diese dient als direkte Vorbereitung für eine Aufnahme in den Rennkalender des kommenden Jahres. Delegierte werden dabei Wertungsprüfungen und die Infrastruktur in den Bundesstaaten Kentucky und Tennessee begutachten, um einen ersten Eindruck von dem Gelände und den Einrichtungen zu gewinnen.
Das Programm umfasst zudem einen Besuch bei einem Lauf der American Rally Association (ARA). Das Team der FIA möchte so direkt mit der US-Rallye-Gemeinschaft in Kontakt treten und Gespräche mit Organisatoren sowie Fans führen. Treffen mit dem geplanten Promoter Podium Event Partners stehen ebenfalls an. Das Unternehmen verfügt über reichlich Erfahrung im Motorsport und ist unter anderem in der NASCAR aktiv.
Motorsport als Teil der kulturellen DNA
FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem sieht in den USA eine der wichtigsten Wachstumschancen für die Weltmeisterschaft. "Die Vereinigten Staaten sind eine Nation, in der Motorsport fest in der kulturellen DNA verankert ist", erklärt er. Bin Sulayem betont sein Engagement, die Präsenz der FIA in den USA zu stärken und die WRC dort als tragende Säule zu etablieren. Laut dem Präsidenten ist es an der Zeit, auf dem aktuellen Schwung aufzubauen und die Serie mit einer leidenschaftlichen Fangemeinde in einem expandierenden Markt zu verbinden.
Marc de Jong, Projektleiter für die Rallye USA beim WRC-Promoter, bezeichnet die Bestätigung des Kandidaten-Events als Meilenstein. "Die Pläne für eine Rückkehr reifen schon seit einiger Zeit", sagt er. Nach einer Abwesenheit von fast 40 Jahren sei dies ein bedeutender Schritt für alle Beteiligten und Partner.
Hersteller begrüßen die US-Pläne
Auch bei den Herstellern stößt das Vorhaben auf große Zustimmung. Akio Toyoda, Vorsitzender von Toyota, unterstrich beim Saisonauftakt in Monte Carlo die Bedeutung des US-Marktes für die Automobilindustrie. "Die USA stehen im Zentrum der Autokultur", so Toyoda. Es sei bisher bedauerlich gewesen, dort mit der WRC nicht vertreten zu sein.
Obwohl Länder wie Großbritannien, Irland, China oder Australien ebenfalls Interesse an einer WRC-Ausrichtung bekunden, nehmen die USA aktuell eine Sonderrolle ein. Sie sind die einzige Nation, die bereits einen offiziellen Antrag für ein Kandidaten-Event in diesem Jahr eingereicht hat.



















