Neues WRC-Reglement | 22.10.2026
WRC 2027: Duale Struktur für die Topklasse
Neues WRC-Reglement für 2027 fix: Die Topklasse erhält zwei Fahrzeugkonzepte, während die neue Rally6-Kategorie den Breitensport fördern soll.
Die FIA hat im Rahmen der jüngsten Sitzung des Motorsport-Weltrats entscheidende sportliche Weichen für die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2027 gestellt. Das neue Regelwerk bringt umfassende Veränderungen für die Königsklasse mit sich, in der ab der kommenden Saison völlig neu entwickelte WRC27-Fahrzeuge sowie aufgerüstete Rally2-Autos gemeinsam um Siege kämpfen.
Die Topklasse behält weiterhin die Bezeichnung Rally1, teilt sich künftig jedoch in zwei Fahrzeugkategorien auf: WRC Cars und WRC Kit Cars. Beide Konzepte basieren auf unterschiedlichen Reglements, sollen sportlich aber auf ein ähnliches Leistungsniveau gebracht werden.
Hersteller wie Toyota sowie die Motorsport-Teams Project Rally One und RMC Motorsport setzen auf eigenständige WRC Cars, die komplett nach dem ursprünglichen WRC27-Reglement aufgebaut werden.
Hersteller von Rally2-Fahrzeugen können ihre Autos hingegen mit einem von der FIA festgelegten, rund 7.500 Euro teuren Upgrade-Paket ausstatten. Dieses Set umfasst modifizierte vordere Kotflügel, eine neue Frontschürze sowie angepasste Heckaerodynamik. Die so aufgerüsteten Fahrzeuge starten als WRC Kit Cars.
Als bislang einziges Team hat sich M-Sport zur Entwicklung dieses Kits bekannten und bereits Tests mit dem überarbeiteten Ford Fiesta Rally2 in Spanien absolviert.
Beide Fahrzeugvarianten treten künftig mit einem vergrößerten Luftmengenbegrenzer von 33 Millimetern an. Das bedeutet ein Plus von etwa 15 PS im Vergleich zu den bisherigen Rally2-Fahrzeugen, die mit einem 32-Millimeter-Restriktor fahren.
Aufgrund des Zugangs neuer Einsatzteams benennt der Weltverband die bisherige Marken-WM in eine Konstrukteurs-Weltmeisterschaft um. An dieser können alle Rally1-Hersteller über die gesamten 15 Saisonläufe hinweg teilnehmen.
Zusätzlich wird eine neue WRC-Teamwertung eingeführt, die allen Rally1-Teilnehmern offensteht. Hierbei nominieren die Teams sieben spezifische Veranstaltungen, darunter mindestens einen Übersee-Lauf sowie das Finale der Saison.
Dieses Format kommt insbesondere Rennställen wie Project Rally One und RMC Motorsport entgegen, da beide Teams bereits angekündigt haben, voraussichtlich nicht die komplette Saison zu bestreiten.
Die Wertungen für WRC2, WRC3 und den WRC Masters Cup bleiben auch in der Saison 2027 unverändert erhalten. Darüber hinaus hat der Verband die technischen Bestimmungen sowie Homologationskriterien für die neue Einsteigerklasse Rally6 verabschiedet, die das Fundament der Rallye-Pyramide bildet.
Die Rally6-Kategorie orientiert sich eng am FR6-Reglement des französischen Motorsportverbands. Mit geschätzten Fahrzeugkosten zwischen 35.000 und 47.000 Euro soll die Klasse den finanziellen Aufwand für den Einstieg in den Rallyesport deutlich senken und Nachwuchsfahrern mit kleinerem Budget einen bezahlbaren Zugang ermöglichen.
Die neuen frontangetriebenen Fahrzeuge basieren auf viersitzigen Serienmodellen und werden wahlweise von einem 1,6-Liter-Turbomotor oder einem 2,0-Liter-Saugmotor angetrieben. Um die Anschaffungs- und Betriebskosten niedrig zu halten, kommen weitgehend Serienkomponenten wie Serienbremsen und handelsübliche Reifen zum Einsatz.
Dazu nutzen die Fahrzeuge ein herkömmliches H-Schaltgetriebe sowie nicht verstellbare Rennsport-Stoßdämpfer, während die Sicherheitsstandards auf dem Niveau der bisherigen Rally5-Kit-Autos liegen.



















