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"Richtige Monte" steht bevor Die Rallye Monte-Carlo rund um Gap eröffnet die WRC-Saison 2026
Luca Barsali / NurPhoto via Getty Images

Die Herausforderungen beim WRC-Auftakt

Winterliches Wetter droht die Rallye Monte-Carlo an diesem Wochenende als Auftakt der Rallye-WM 2026 noch schwieriger zu machen als ohnehin schon

Die Teams der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) stellen sich auf eine "richtige, klassische" Rallye Monte-Carlo ein, bei der Schnee und winterliche Bedingungen zu einem wichtigen Faktor werden dürften, wenn es um Sieg oder Niederlage beim Saisonauftakt 2026 geht.

In jüngerer Vergangenheit fand der traditionelle WRC-Saisonauftakt, der berühmten kurvenreichen Bergstraßen in den französischen Alpen ausgetragen wird, größtenteils bei trockenen Bedingungen statt, ohne den für die Rallye typischen Schnee und Eis.

Die diesjährige "Monte"-Ausgabe dürfte jedoch mit Schnee, Regen und Schneeregen die schwierigsten Bedingungen bieten. Den Teams stehen somit bei der Bewältigung der 17 Wertungsprüfungen (WPs) auf Asphalt zusätzliche Schwierigkeiten bereiten.

Die als "Recce" bekannte Erkundungsfahrt in dieser Woche und der Shakedown am Mittwoch fanden bei klarem Himmel und trockenen Bedingungen statt, aber beginnend mit Donnerstag soll es in Gap, wo die Rallye stattfindet, schneien.

Wie es Tradition ist, beginnt die "Monte" am Donnerstagabend mit drei WPs. Diese werden für die 65 teilnehmenden Fahrzeuge voraussichtlich äußerst schwierige, weil wechselhaften Bedingungen bereithalten. Die richtige Reifenwahl wird entscheidend sein.

Der amtierende Weltmeister und zehnmalige Rallye-Monte-Carlo-Sieger Sebastien Ogier kennt die Wertungsprüfungen am besten, da er in der Region aufgewachsen ist. Der Franzose in Diensten von Toyota glaubt, dass das wechselhafte Winterwetter die Prüfungen am Donnerstag "sehr schwierig? machen wird.

"Ich wünschte, ich könnte sagen, wo es schneien wird. Und ich wünschte, ich könnte sagen, dass es nicht so viel sein wird. Für mich als erstes Auto auf der Straße wird es der Schnee sehr schwierig machen, aber wir werden sehen?, sagt Ogier gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.

"Der Donnerstagabend wird die erste große Frage. Auf der zweiten Prüfung wird es etwas Schnee geben. Aber wie viel und wie lange, das wird der Schlüssel für die Reifenwahl sein", so Ogier und weiter: "Der Donnerstagabend wird eine Lotterie dahingehend, welche Bedingungen wir vorfinden werden und welche Reifen wir montieren werden."

Während die Wettervorhersagen für die viertägige Veranstaltung weiterhin schwanken, erwartet Hyundai-Sportchef Andrew Wheatley, dass die WRC vor ihrer ersten "richtigen Monte" seit Jahren steht: "Ehrlich gesagt, wenn die Bedingungen konstant sind, wird es kein Problem sein, eine Entscheidung [bezüglich der Reifen] zu treffen. Aber das wird nicht der Fall sein. Ich glaube, der Donnerstagabend wird ein gutes Beispiel dafür sein."

Fahrer stehen vor kniffliger Reifenwahl

"Wo es Herausforderungen gibt, gibt es auch Chancen. Ich denke, es wird eine richtige Monte werden. Ich habe neulich von 'Seb' Ogier gehört, dass man nur eine vereiste Kurve braucht, und schon kann sich die ganze Rallye in einer Kurve entscheiden. Aber hier werden wir mehr Kurven erleben, die schwierig sein werden", so Wheatley.

Erschwert wird die Navigation unter den zu erwartenden winterlichen Bedingungen dadurch, dass die Teams ihre Reifenwahl bereits mehrere Stunden vor dem Start der Wertungsprüfungen am Donnerstag bekanntgeben müssen. An diesem Wochenende hat WRC-Reifenlieferant Hankook vier Optionen zur Auswahl: weiche und superweiche Slicks sowie zwei Optionen an Winterreifen - eine mit Spikes und eine ohne.

Die Entscheidung muss mehr als zwei Stunden vor WP1 getroffen werden. Die letzte Prüfung des Tages (WP3) beginnt sechs Stunden später, um 20:35 Uhr. Dies erhöht den Druck auf die sogenannten Eisspione, die Bedingungen genau vorherzusagen, um die richtige Reifenwahl treffen zu können.

"Ich bin noch nie unter solchen Bedingungen gefahren und musste mich für einen Reifen entscheiden", sagt Jon Armstrong, Rally1-Neuling bei M-Sport-Ford. "Ich bin mir nicht sicher, ob es irgendjemandem gefällt [die Reifenwahl Stunden vor den Prüfungen treffen zu müssen], aber es ist Teil der Herausforderung. Vielleicht können wir ja in der Mitte der Etappe den Reifenwechsel wie in alten Zeiten wieder einführen. Aber im Moment ist das nicht erlaubt."

Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux rechnet damit, dass das Wetter zu "seltsamen" Reifenwahlen führen wird, die alle Eventualitäten abdecken sollen: "Es wird sehr schwierig. Unsere Wetterexperten stehen unter gehörigem Druck. Ich denke, wir werden einige sehr seltsame Reifensätze sehen, mit einem weichen, einem superweichen, einem Schnee- und einem Spike-Reifen. Wenn man sich nicht sicher ist, nimmt man von jedem einen."

"Wenn es richtig eisig und verschneit ist, macht es sehr viel Spaß. Aber wenn es zu Matsch wird, muss [der Reifen] viel verdrängen. Das kann ein ziemlicher Albtraum sein kann, man wird zum Passagier. Aber es ist die Monte-Carlo, und wir haben alle die gleichen Reifen. Also müssen wir damit zurechtkommen", so Formaux.

Schwieriger Saisonstart für Thierry Neuville

Erschwerend hinzu kommt, dass die sogenannten Pace-Notes, also die Aufschriebe für die einzelnen Wertungsprüfungen, bei knochentrockenen Bedingungen erstellt wurden und somit für Schnee und Eis erheblich angepasst werden müssen.

"Die Streckenbesichtigung war gut, aber leider glaube ich nicht, dass wir das, was wir gesehen haben, auch bei der Rallye sehen werden. Aus diesem Grund wird es meiner Meinung nach eine große Herausforderung", sagt Hyundai-Pilot Hayden Paddon.

"Natürlich wird allein schon das Wetter die Bedingungen verschlechtern. Aber wenn man die Bedingungen nicht kennt, können die Schotternotizen nur ein wenig helfen. Man fährt dann zum Großteil einfach blind. Es wird also nicht einfach", so Paddon, der an diesem Wochenende nach achtjähriger Pause sein WRC-Comeback feiert.

Abgesehen von der Schneegefahr war das andere große Thema beim Shakedown am Mittwoch, dass Thierry Neuvilles Hyundai i20 N einen Defekt an der Antriebswelle und der Aufhängung erlitt. Auf den Bildern war zu sehen, wie das Auto bei niedrigem Tempo von der Strecke rutschte, wobei die Frontpartie beschädigt wurde.

"Es war ein chaotischer Auftakt für uns", berichtet Neuville. "Gleich zu Beginn hatten wir ein Problem mit der Antriebswelle. Als wir langsam fuhren und versuchten, das Ziel zu erreichen, kam es zu einem Defekt an der Aufhängung. Ob der durch die Antriebswelle verursacht wurde oder nicht, das weiß ich noch nicht. Das Team analysiert es noch."

"Vielleicht hat die Antriebswelle angefangen zu flattern und den Querlenker durchtrennt, das müssen wir herausfinden. Auf den Aufnahmen ist gut zu sehen, wie wir langsam fahren und mich das Auto plötzlich in den Graben zieht. Das kam ziemlich überraschend", so Neuville.

Motorsport-Total.com

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